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Erbschaft annehmen: Was bedeutet das?
Wenn du eine Erbschaft annimmst, bedeutet das, dass du als Erb:in die Rechte und Pflichten der verstorbenen Person übernimmst und dadurch endgültig rechtmäßige:r Erb:in wirst. Du wirst Rechtsnachfolger:in der erblassenden Person, was bedeutet, dass du nicht nur das Vermögen, sondern auch eventuelle Schulden und Verbindlichkeiten der Erblasser:in erbst.
Was sind die ersten Schritte nach dem Erbfall?
Wenn eine dir nahe stehende Person stirbt, sind in kurzer Zeit viele Dinge zu erledigen:
Erbschaft annehmen: Welche Fristen gelten und was passiert bei Untätigkeit?
Binnen einer Frist von nur 6 Wochen nach Kenntnis über deine Berufung als Erb:in, hast du die Möglichkeit, das Erbe auszuschlagen. Ist ein Testament vorhanden, so beginnt die Frist mit Kenntnis des Todesfalls und des Inhaltes des Testaments. Eine Ausschlagung hat weitreichende Folgen und sollte wohlüberlegt sein. Deshalb ist es in jedem Fall auch ratsam, einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin zu Rate zu ziehen. Wenn du die Erbschaft nicht ausschlägst, zählt das automatisch als Annahme, es ist kein aktiver Schritt nötig.
Welche Kosten und Pflichten sind mit der Annahme einer Erbschaft verbunden?
Wie bereits weiter oben beschrieben, übernimmst du als Erb:in alle Rechte und Pflichten der verstorbenen Person. So können neben der Erbschaftssteuer auch Kosten für die Testamentseröffnung, Beerdigungskosten, Anwalts- und Notarkosten sowie eventuelle Pflichtteilsansprüche anfallen. Als Erb:in haftest du zudem für die Nachlassverbindlichkeiten, also Schulden der erblassenden Person, und musst diese mit deinem eigenen Vermögen begleichen. Es ist außerdem auch eine letzte Einkommensteuererklärung für die verstorbenen Person einzureichen und zwar für das Jahr in dem sie gestorben ist. Ist die Person beispielsweise 2026 gestorben und hat die Erklärung für 2025 noch nicht eingereicht sind unter Umständen sogar noch 2 Erklärungen einzureichen.

Erbschaft annehmen: Wann ist Vorsicht geboten und wann solltest du eher ablehnen?
Im Falle einer Erbschaft erhältst du nicht nur das Vermögen, sondern auch die Schulden der verstorbenen Person. Für diese Schulden haftest du dann mit deinem Privatvermögen. Deshalb gibt es verschiedene Szenarien, in denen es sinnvoll sein kann, eine Erbschaft auszuschlagen. Wenn das Erbe nur aus Schulden besteht, die Immobilie, die du erben würdest, sanierungsbedürftig und der Rest des Erbes überschuldet ist, oder du in einer Privatinsolvenz steckst, kannst und solltest du darüber nachdenken, die Erbschaft nicht anzunehmen.
Fazit: Ein Erbe ist mehr als Besitz – es braucht Übersicht & Struktur
Die Annahme einer Erbschaft bringt sowohl Rechte als auch Pflichten mit sich. Darum ist es wichtig, sich vorab umfassend über den Nachlass zu informieren und die Konsequenzen einer Annahme oder Ausschlagung sorgfältig abzuwägen. Wenn du die Erbschaft annimmst, kann es außerdem sinnvoll sein, einen Erbschein zu beantragen. Wenn du dir unsicher bist, ob du die Erbschaft annehmen oder ausschlagen sollst, kann du eine Anwältin oder einen Anwalt für Erbrecht zu Rate ziehen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen:
Was bedeutet es, ein Erbe anzunehmen?
Du trittst in alle Rechte und Pflichten der verstorbenen Person ein.
Wie nehme ich ein Erbe an?
Automatisch – wenn du es nicht innerhalb von 6 Wochen ausschlägst.
Welche Schritte muss ich nach dem Erbfall unternehmen?
Bank informieren, Nachlass prüfen, ggf. Steuerberater:in kontaktieren. Außerdem kann sich die Beantragung eines Erbscheins lohnen.
Wann sollte ich ein Erbe besser ausschlagen?
Wenn die Schulden überwiegen oder Risiken unklar sind.
Welche Kosten können bei einer Erbschaft auf mich zukommen?
Es können Kosten unter anderem für Bestattung, eine:n Steuerberater:in, Steuern und gegebenenfalls für offene Rechnungen entstehen.




