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Erbschaft annehmen: Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch und denkt nach Pexels / Karolina Grabowska

Erbschaft annehmen Was nach dem Todesfall zu tun ist

Wenn eine angehörige Person stirbt und du als Erb:in eingesetzt wurdest, gibt es einige Dinge zu beachten. Wir verraten dir in diesem Artikel, welche Fristen gelten, welche Kosten und Pflichten auf dich zukommen, sowie welche Schritte im Falle einer Erbschaft unmittelbar erforderlich sind. 

Erbschaft annehmen: Was bedeutet das?

Wenn du eine Erbschaft annimmst, bedeutet das, dass du als Erb:in die Rechte und Pflichten der verstorbenen Person übernimmst und dadurch endgültig rechtmäßige:r Erb:in wirst. Du wirst Rechtsnachfolger:in der erblassenden Person, was bedeutet, dass du nicht nur das Vermögen, sondern auch eventuelle Schulden und Verbindlichkeiten der Erblasser:in erbst.

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Was sind die ersten Schritte nach dem Erbfall?

Wenn eine dir nahe stehende Person stirbt, sind in kurzer Zeit viele Dinge zu erledigen:

  • Sterbeurkunde besorgen

    Sobald der Todesfall im Sterberegister beurkundet wurde, kannst du eine Sterbeurkunde beim für die verstorbene Person zuständigen Standesamt beantragen. Diese wird für die Bestattung, die Nachlassabwicklung und für gewisse Versicherungsleistungen benötigt und in der Regel binnen 2-5 Tagen erteilt. In der Regel kann auch der oder die Bestatter:in die Sterbeurkunde beantragen.

  • Nachlass sichten

    Alle relevanten Unterlagen, wie beispielsweise Verträge, Versicherungen und Bankunterlagen, sollten von dir gesucht und gesichert werden. Ebenfalls sollte eine Liste des Nachlasses erstellt werden. 

  • Erbschein beantragen

    Ein Erbschein ist nicht immer notwendig, vor allem, wenn ein eröffnetes, notarielles Testament vorliegt. Bei einem handgeschriebenen Testament kann ein Erbschein als amtliches Dokument allerdings sehr hilfreich sein, um deine Erbenstellung nachzuweisen.

  • Verträge überprüfen

    Laufende Verträge sollten von dir überprüft werden. Dabei sollten weder unnütz gewordene Verträge unnötig weiterlaufen, noch sollten alle Verträge sofort gekündigt werden. Dabei sind beispielsweise bei Mietverträgen kurze Fristen von nur einem Monat zu beachten. Außerdem ist es ratsam, eine Hausratversicherung, Rechtsschutzversicherung oder Wohngebäudeversicherung weiterlaufen zu lassen, da die Risiken mit dem Tod auf die Erb:innen übergehen.

  • Weitere Stellen informieren

    Es ist ratsam, die Krankenkasse, Rentenversicherung, Banken und gegebenenfalls auch den Arbeitgeber der verstorbenen Person zu informieren. Zudem bietet es sich oftmals an, eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater hinzuzuziehen. 

Erbschaft annehmen: Welche Fristen gelten und was passiert bei Untätigkeit?

Binnen einer Frist von nur 6 Wochen nach Kenntnis über deine Berufung als Erb:in, hast du die Möglichkeit, das Erbe auszuschlagen. Ist ein Testament vorhanden, so beginnt die Frist mit Kenntnis des Todesfalls und des Inhaltes des Testaments. Eine Ausschlagung hat weitreichende Folgen und sollte wohlüberlegt sein. Deshalb ist es in jedem Fall auch ratsam, einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin zu Rate zu ziehen. Wenn du die Erbschaft nicht ausschlägst, zählt das automatisch als Annahme, es ist kein aktiver Schritt nötig. 

Welche Kosten und Pflichten sind mit der Annahme einer Erbschaft verbunden?

Wie bereits weiter oben beschrieben, übernimmst du als Erb:in alle Rechte und Pflichten der verstorbenen Person. So können neben der Erbschaftssteuer auch Kosten für die Testamentseröffnung, Beerdigungskosten, Anwalts- und Notarkosten sowie eventuelle Pflichtteilsansprüche anfallen. Als Erb:in haftest du zudem für die Nachlassverbindlichkeiten, also Schulden der erblassenden Person, und musst diese mit deinem eigenen Vermögen begleichen. Es ist außerdem auch eine letzte Einkommensteuererklärung für die verstorbenen Person einzureichen und zwar für das Jahr in dem sie gestorben ist. Ist die Person beispielsweise 2026 gestorben und hat die Erklärung für 2025 noch nicht eingereicht sind unter Umständen sogar noch 2 Erklärungen einzureichen.

Erbschaft annehmen: eine Frau sitzt an einem Schreibtisch
Pexels / Peter Olexa

Erbschaft annehmen: Wann ist Vorsicht geboten und wann solltest du eher ablehnen?

Im Falle einer Erbschaft erhältst du nicht nur das Vermögen, sondern auch die Schulden der verstorbenen Person. Für diese Schulden haftest du dann mit deinem Privatvermögen. Deshalb gibt es verschiedene Szenarien, in denen es sinnvoll sein kann, eine Erbschaft auszuschlagen. Wenn das Erbe nur aus Schulden besteht, die Immobilie, die du erben würdest, sanierungsbedürftig und der Rest des Erbes überschuldet ist, oder du in einer Privatinsolvenz steckst, kannst und solltest du darüber nachdenken, die Erbschaft nicht anzunehmen.

Fazit: Ein Erbe ist mehr als Besitz – es braucht Übersicht & Struktur

Die Annahme einer Erbschaft bringt sowohl Rechte als auch Pflichten mit sich. Darum ist es wichtig, sich vorab umfassend über den Nachlass zu informieren und die Konsequenzen einer Annahme oder Ausschlagung sorgfältig abzuwägen. Wenn du die Erbschaft annimmst, kann es außerdem sinnvoll sein, einen Erbschein zu beantragen. Wenn du dir unsicher bist, ob du die Erbschaft annehmen oder ausschlagen sollst, kann du eine Anwältin oder einen Anwalt für Erbrecht zu Rate ziehen. 

FAQ – Häufig gestellte Fragen:

Was bedeutet es, ein Erbe anzunehmen?

Du trittst in alle Rechte und Pflichten der verstorbenen Person ein.

Wie nehme ich ein Erbe an?

Automatisch – wenn du es nicht innerhalb von 6 Wochen ausschlägst.

Welche Schritte muss ich nach dem Erbfall unternehmen?

Bank informieren, Nachlass prüfen, ggf. Steuerberater:in kontaktieren. Außerdem kann sich die Beantragung eines Erbscheins lohnen.

Wann sollte ich ein Erbe besser ausschlagen?

Wenn die Schulden überwiegen oder Risiken unklar sind.

Welche Kosten können bei einer Erbschaft auf mich zukommen?


Es können Kosten unter anderem für Bestattung, eine:n Steuerberater:in, Steuern und gegebenenfalls für offene Rechnungen entstehen.