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Steuerbegriffe: 2 Frauen und ein Mann schauen auf einen Laptop Pexels / Moose Photos

Das 1x1 der Steuerbegriffe Die wichtigsten Fachbegriffe einfach erklärt!

Steuern sind ein unliebsames Thema. Nicht nur, dass wir durch sie weniger Netto vom Brutto haben, darüber hinaus kann das ganze Thema stellenweise schnell sehr kompliziert sein. In unserem Steuerlexikon erklären wir dir deshalb auf verständliche Art und Weise die wichtigsten Steuerbegriffe von Abgeltungsteuer bis Solidaritätszuschlag. 

Abgeltungsteuer

Einer der bekanntesten Steuerbegriffe ist die Abgeltungsteuer. Das ist quasi die Flatrate des Finanzamts auf deine Gewinne aus Aktien, Zinsen oder Dividenden, die pauschal bei 25 % (zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer) liegt. Da deine Bank die Steuer meist direkt einbehält und abführt, ist die Sache für dich damit „abgegolten“ und du musst die Erträge normalerweise nicht mehr mühsam in der Steuererklärung angeben.

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Betriebsprüfer:in

Betriebsprüfer:innen kontrollieren im Auftrag des Finanzamts, ob die gemeldeten Umsätze und Ausgaben mit der Realität der Belege übereinstimmen. Das Ziel ist die Sicherstellung der Steuergerechtigkeit, indem der oder die Prüfer:in rückwirkend die Bilanzen der letzten Jahre scannt, um Fehlbeträge oder Unstimmigkeiten aufzudecken. 


Doppelbesteuerungsabkommen

Ein zwischenstaatlicher Vertrag, der verhindert, dass du auf dasselbe Einkommen, wie beispielsweise wenn du im Ausland arbeitest, in 2 Ländern gleichzeitig Steuern zahlen musst. 


Einkommensteuer

Die Einkommensteuer wird auf dein weltweites Einkommen erhoben, sei es aus deinem Gehalt, Vermietung oder auch deiner Rente. Die Steuer steigt mit höherem Einkommen, weshalb Gutverdiener:innen eine höhere Last tragen, als Geringverdiener:innen. 

Erbschaftsteuer

Greift dann, wenn Vermögenswerte durch einen Todesfall den Besitzer oder die Besitzerin wechseln und an die Hinterbliebenen übergehen. Da enge Verwandte großzügige Freibeträge erhalten entscheidet letztlich die Kombination aus deinem Verwandtschaftsgrad und der Höhe des Erbes darüber, wie viel vom Nachlass tatsächlich auf deinem Konto landet.


Freibetrag

Ein Freibetrag ist so etwas wie dein persönliches Schutzschild beim Finanzamt. Er beschreibt die Summe, bis zu der du Einnahmen erzielen kannst, ohne darauf Steuern zahlen zu müssen. Bei einer Überschreitung muss lediglich der Teil versteuert werden, der über dieser Grenze liegt.


Grundfreibetrag

Bis zu dieser jährlichen Grenze – die regelmäßig an die Inflation angepasst wird – zahlst du keinen einzigen Cent Einkommensteuer auf dein Einkommen. Erst wenn dein Verdienst diesen Betrag übersteigt, beginnt das Finanzamt überhaupt erst mit der Berechnung deiner Steuerlast, wobei lediglich der Teil besteuert wird, der über der Grenze liegt.


Kapitalertragsteuer

Wird auf alle Gewinne aus deinem Geldvermögen, wie beispielsweise Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne fällig. In der Regel greift hier der pauschale Satz von 25 %, den Banken meist direkt einbehalten, was die Kapitalertragsteuer für dich im Alltag deckungsgleich mit der Abgeltungsteuer macht. Dank des Sparer-Pauschbetrags bleibt ein Teil deiner Erträge jedoch steuerfrei, sofern du deiner Bank einen entsprechenden Freistellungsauftrag erteilt hast.

Kirchensteuer

Wird vom Finanzamt direkt von den Mitgliedern der Kirche eingezogen. Die Steuer beträgt je nach Bundesland 8 oder 9 % der Einkommensteuer. Wenn du also keine Steuern zahlst, zahlst du auch keinen Kirchenbeitrag. 


Lohnsteuer

Ist eigentlich das Gleiche wie die Einkommensteuer und wird monatlich von deinem Arbeitgeber von deinem Bruttogehalt einbehalten. Die Lohnsteuer fungiert quasi als laufende Vorrauszahlung auf deine jährliche Steuerschuld.


Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer ist die Steuer, die wir alle täglich beim Einkaufen zahlen, da sie bereits in den Ladenpreisen für fast alle Waren und Dienstleistungen enthalten ist. Dieser Kostenfaktor liegt für Verbraucher:innen meist bei 19 % oder – etwa bei Lebensmitteln und Büchern – beim ermäßigten Satz von 7 %.


Nebeneinkünfte

Dazu zählen alle Einnahmen, die du zusätzlich zu deinem Hauptjob erzielst. Das kann durch einen kleinen Online-Shop, Vorträge oder durch Vermietung kommen. Geringfügige Nebeneinkünfte bis zu einer Grenze von 410 € im Jahr sind steuerfrei, Beträge darüber hinaus müssen in der Steuererklärung angegeben werden.


Progressiver Steuersatz

Sorgt dafür, dass je mehr du verdienst, auch der prozentuale Anteil der Steuer steigt. So werden Geringverdiener:innen durch niedrige Sätze entlastet und Gutverdiener:innen müssen nach dem Sozialstaatprinzip einen größeren Teil des Einkommens abgeben.


Solidaritätszuschlag

Der „Soli“ ist eine Ergänzungsabgabe von 5,5 % auf deine Einkommensteuer, die ursprünglich zur Bewältigung der Kosten der deutschen Einheit eingeführt wurde. Seit der Reform im Jahr 2021 ist er für die überwiegende Mehrheit der Steuerzahler:innen faktisch Geschichte, da er nur noch bei sehr hohen Einkommen sowie auf die Körperschaft- und Kapitalertragsteuer fällig wird.

Sonderausgaben

Darunter versteht man private Aufwendungen wie beispielsweise Versicherungsbeiträge zur Vorsorge oder auch Spenden, die vom Finanzamt steuermindern anerkannt werden. Diese Ausgaben werden von deinem Gesamteinkommen abgezogen, bevor die eigentliche Steuer berechnet wird, wodurch sich deine Steuerlast direkt verringert.

Steuer-ID 

Die Steueridentifikationsnummer ist dein lebenslanger digitaler Fingerabdruck im deutschen Steuersystem, der dir bereits bei der Geburt dauerhaft zugeordnet wird. Diese elfstellige ID bleibt ein Leben lang unverändert – egal ob du umziehst, heiratest oder den Job wechselst. Sie ist mittlerweile unverzichtbar für fast alle steuerlichen Belange, vom Einreichen der Steuererklärung bis hin zur Eröffnung eines Bankkontos oder dem Antrag auf Kindergeld.

Steuerberater:in

Steuerberater:innen können dich nicht nur bei der Erstellung deiner Steuererklärung unterstützen, sondern dich auch bei der strategischen Gestaltung deiner Finanzen beraten. Sie sind Expert:innen dafür, alle legalen Sparpotenziale auszuschöpfen und keine wichtigen Fristen beim Finanzamt zu versäumen. 

Steuerbescheid

Ist so etwas wie das offizielle Abschlussdokument deiner Steuererklärung in dem das Finanzamt verbindlich festlegt, ob du eine Rückerstattung erhältst oder eine Nachzahlung leisten musst. Nach Erhalt bleibt dir meist nur ein Monat Zeit, um mit einem Einspruch gegen etwaige Fehler vorzugehen.

Steuererklärung

In der Steuererklärung legst du einmal im Jahr dem Finanzamt detailliert deine Einnahmen und Ausgaben offen, damit deine exakte Steuerlast berechnet werden kann. Sie ist für dich eine lohnenswerte Chance, dir zu viel gezahlte Steuern vom Staat zurückzuholen.

Steuerfreibetrag

Ist ein festgelegter Betrag, der deine steuerpflichtigen Einnahmen direkt mindert und somit komplett steuerfrei bleibt. Anders als bei einer Freigrenze musst du bei einer Überschreitung lediglich den Anteil versteuern, der über dem Freibetrag liegt. Der Steuerfreibetrag dient dem Staat als Werkzeug, um bestimmte Lebensumstände – wie etwa die Erziehung von Kindern oder ehrenamtliches Engagement – finanziell zu entlasten und zu belohnen.

Steuerhinterziehung

Darunter versteht man eine Straftat bei der dem Finanzamt vorsätzlich falsche oder unvollständige Angaben gemacht werden, um die eigene Steuerlast illegal zu senken. Wer dabei erwischt wird, muss nicht nur mit saftigen Nachzahlungen und Zinsen rechnen, sondern riskiert im schlimmsten Fall empfindliche Geldstrafen oder sogar eine Freiheitsstrafe.

Steuerklasse

Die Steuerklasse legt für Arbeitnehmer:innen basierend auf dem Familienstand fest, wie viel Lohnsteuer der Arbeitgeber direkt von deinem Gehalt abzieht. Singles sind meist in Steuerklasse 1 eingruppiert, Ehepaare und Alleinerziehende können durch spezielle Klassen die monatlichen Abzüge optimieren. 

Steuerliche Absetzbarkeit

Dank der steuerlichen Absetzbarkeit kannst du dein zu versteuerndes Einkommen durch anerkannte Ausgaben wie Arbeitsmittel, Fortbildungen oder Spenden reduzieren. So sinkt deine effektive Steuerlast, was zu einer höheren Rückerstattung oder einer geringeren Nachzahlung führen kann.

Steueroase

Unter Steueroasen versteht man Länder, die durch extrem niedrige Steuersätze versuchen, gezielt ausländisches Kapital und Firmenzentralen anzulocken. Während dies für Unternehmen oft attraktiv ist, um die heimische Steuerlast zu drücken, steht dieses Modell international massiv unter Druck, da globale Abkommen und Mindeststeuern versuchen, diesen unfairen Wettbewerb der Finanzämter zu beenden.

Steuervergünstigungen

Mit Steuervergünstigungen setzt der Staat gezielt Anreize für gesellschaftlich oder wirtschaftlich erwünschtes Verhalten. Das kann zum Beispiel beim Bau von bezahlbaren Wohnraum oder Investitionen in den Klimaschutz so sein. 

Steuervorauszahlung

Die Steuervorauszahlung ist eine quartalsweise Zahlung an das Finanzamt, die sicherstellt, dass deine voraussichtliche Steuerschuld bereits während des laufenden Jahres schrittweise beglichen wird. Das Finanzamt legt die Höhe meist auf Basis deines Vorjahresergebnisses fest, um sowohl den staatlichen Haushalt stabil zu halten als auch dich vor einer erdrückenden Einmalzahlung nach Erhalt des Steuerbescheids zu bewahren.


Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer ist die zentrale Verbrauchssteuer auf fast alle Waren und Dienstleistungen, die für uns Endverbraucher:innen meist als „Mehrwertsteuer“ auf dem Kassenbon sichtbar wird. In Deutschland liegt der Regelsatz bei 19 %, wobei für Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel oft der ermäßigte Satz von 7 % greift.


Verlustrücktrag

Ein Verlustrücktrag funktioniert wie eine Zeitmaschine für deine Finanzen. Durch ihn kannst du aktuelle Verluste mit Gewinnen aus dem vorherigen Jahr verrechnen. Das Finanzamt berechnet die Steuer für das Vorjahr dann neu, was meist zu einer Steuererstattung führt. 

Verlustvortrag

Wenn du in einem Jahr mehr Ausgaben als Einnahmen hast – was oft bei Studierenden, Gründer:innen oder durch hohe Investitionen vorkommt –, kannst du dieses Minus als „Guthaben“ in die Zukunft mitnehmen. In späteren Jahren, wenn du dann Gewinne erzielst, wird dieser Vortrag mit deinem Einkommen verrechnet, wodurch deine Steuerlast in den lukrativen Zeiten spürbar sinkt.

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Werbungskosten

Werbungskosten sind all die Ausgaben die du tätigst, um Geld zu verdienen. Für Angestellte sind das Kosten, die durch die berufliche Tätigkeit entstehen und die das zu versteuernde Einkommen senken. Zu Werbungskosten zählen unter anderem Fahrtkosten, Kosten für Arbeitsmittel wie Werkzeuge und Fachliteratur, Fortbildungen und Beiträge für Gewerkschaften.

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