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Elterngeld Plus oder Basiselterngeld: Ein junges Elternpaar mit Kind Pexels / pavel danilyuk

Elterngeld Plus oder Basiselterngeld Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Um die Elternzeit zu finanzieren, haben junge Familien Anspruch auf Elterngeld. Dabei kann zwischen Elterngeld Plus und Basiselterngeld gewählt werden. Wie sich die beiden Formen unterscheiden und worauf du bei der Auswahl der für dich passenden Variante achten solltest, verraten wir dir in unserem Artikel.

Elterngeld Plus oder Basiselterngeld: Short Facts im Überblick

  • Verschiedene Varianten: Um deine Elternzeit zu finanzieren kannst du zwischen Elterngeld Plus und Basiselterngeld wählen. Die beiden Varianten unterscheiden sich vor allem in der Höhe und der Laufzeit.
  • Antrag: Du kannst Elterngeld erst nach der Geburt deines Kindes beantragen. Der Antrag kann komplett digital eingereicht werden.
  • Partnerschaftsbonus: Wenn beide Elternteile parallel in Teilzeit arbeiten möchten, ermöglicht dee Staat bis zu 4 zusätzliche Monate Elterngeld Plus.
  • Berechnung: Grundsätzlich werden circa 65 % deines bisherigen Nettoeinkommens durch das Elterngeld ersetzt, der Betrag ist allerdings auf maximal 1.800 € monatlich gedeckelt.

Elterngeld: Das steckt dahinter

Das Elterngeld ist eine der wichtigsten Sozialleistungen für Familien in Deutschland. Als Einkommensersatzleistung soll es den finanziellen Druck abmildern, der entsteht, wenn Eltern nach der Geburt ihres Kindes beruflich pausieren oder die Arbeitszeit reduzieren. Der Staat möchte es Eltern auf diese Weise ermöglichen, Zeit für die Betreuung und Erziehung des Nachwuchses zu haben, ohne dabei die eigene wirtschaftliche Existenz zu gefährden. Das Elterngeld wird aus Steuermitteln finanziert, weshalb es egal ist, ob du gesetzlich oder privat versichert bist.

Seit einer Modernisierung des Konzeptes kannst du außerdem zwischen Elterngeld Plus oder Basiselterngeld wählen. Damit wird vor allem denjenigen entgegengekommen, die Beruf und Familie schon frühzeitig durch ein Teilzeitmodell miteinander vereinen wollen.

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So kannst du Elterngeld Plus oder Basiselterngeld beantragen

Den Antrag auf Elterngeld kannst du erst offiziell stellen, wenn dein Kind auf der Welt ist, da du die Geburtsbescheinigung im Original einreichen musst. Dennoch kann es sich lohnen, den Prozess schon während der Schwangerschaft vorzubereiten. Der bequemste Weg führt heute über das Portal ElterngeldDigital des Bundesfamilienministeriums. Dort wirst du Schritt für Schritt durch einen Online-Assistenten geleitet, der prüft, welche Angaben für deine individuelle Situation relevant sind. Besonders praktisch: Du kannst deine Daten zwischenspeichern und den Antrag in Ruhe vorbereiten, sodass du nach der Geburt nur noch das Geburtsdatum und die fehlenden Dokumente ergänzen musst.

Je nach Bundesland kannst du den Antrag mittlerweile oft komplett digital mit der Online-Ausweisfunktion deines Personalausweises übermitteln. In einigen Regionen ist jedoch noch ein postalischer Versand des unterschriebenen Antragsdokuments erforderlich. Achte darauf, dass bei Paaren beide Elternteile unterschreiben müssen, auch wenn nur einer von beiden das Geld bezieht. Da das Elterngeld maximal 3 Monate rückwirkend gezahlt wird, solltest du den Antrag idealerweise innerhalb der ersten 3 Lebensmonate deines Kindes abschicken, um keine Zahlungen zu verlieren. Sobald der Antrag bei deiner zuständigen Elterngeldstelle eingegangen ist, erhältst du meist nach einigen Wochen den Bewilligungsbescheid.

Das brauchst du für deinen Elterngeld-Antrag

Damit dein Antrag auf Elterngeld ohne unnötige Rückfragen bearbeitet werden kann und das Geld auch pünktlich fließt, solltest du dir ein paar Unterlagen bereits vor der Geburt bereitlegen oder direkt danach organisieren.

  • Geburtsurkunde

    Du brauchst die originale Geburtsbescheinigung mit dem Verwendungszweck „für Elterngeld“.

  • Einkommensnachweis

    Wenn du angestellt bist, benötigst du die Lohnabrechnungen der letzten 12 Monate vor der Geburt. Wenn du selbstständig bist kannst du einfach deinen letzten Steuerbescheid einreichen.

  • Bescheinigung der Krankenkasse

    Du benötigst einen Nachweis über das gezahlte Mutterschaftsgeld nach der Entbindung.

  • Arbeitgeber-Bestätigung

    Wenn du Elterngeld Plus oder den Partnerschaftsbonus nutzt, benötigst du eine Bestätigung deines Arbeitgebers über deine vereinbarte Teilzeit-Arbeitszeit.

  • Identitätsnachweis

    Dafür brauchst du eine Kopie deines Personalausweises und deine Steuer-Identifikationsnummer.

Wie lange kann ich Elterngeld Plus oder Basiselterngeld erhalten?

Einer der größten Vorteile vonElterngeld Plus ist die Bezugsdauer. Denn grundsätzlich gilt, dass ein Monat Basiselterngeld in 2 Monate Elterngeld Plus umgewandelt werden kann. Während das Basiselterngeld meist nur bis zum 14. Lebensmonat des Kindes gezahlt wird, ermöglicht die Plus-Variante eine deutlich längere finanzielle Unterstützung. Ein Elternteil allein kann das Elterngeld Plus für bis zu 24 Monate beziehen. 

Partnerschaftsbonus beim Elterngeld: Das Extra für Teamplayer

Wenn du die Zeit mit deinem Nachwuchs noch weiter ausdehnen möchtest, solltest du einen Blick auf den Partnerschaftsbonus werfen. Dieser funktioniert vereinfacht gesagt wie  ein zeitlicher Joker: Wenn sich beide Elternteile dazu entscheiden, gleichzeitig in Teilzeit zu arbeiten, schenkt ihnen der Staat jeweils bis zu 4 zusätzliche Monate Elterngeld Plus. Voraussetzung dafür ist, dass beide Eltern in 4 aufeinanderfolgenden Lebensmonaten des Kindes parallel zwischen 24 und 32 Stunden pro Woche erwerbstätig sind.

Dieser Bonus ist besonders attraktiv für Paare, die sich die Erwerbs- und Familienarbeit von Anfang an partnerschaftlich teilen möchten. Er sorgt nicht nur für ein doppeltes Einkommen plus staatlichen Zuschuss, sondern verhindert auch den harten Schnitt nach der regulären Elterngeldzeit. Auch Alleinerziehende gehen hier nicht leer aus: Sie können den vollen Partnerschaftsbonus für sich allein beanspruchen, sofern sie die entsprechenden Arbeitszeitvorgaben erfüllen. So lässt sich die finanzielle Unterstützung auf eine Gesamtdauer von bis zu 32 Monaten strecken, was ein entscheidender Vorteil für die langfristige Familienplanung ist.

So kannst du Elterngeld berechnen

Die Berechnung des Elterngelds folgt einer klaren Logik: Maßgeblich ist dein durchschnittliches Nettoeinkommen in den 12 Monaten vor der Geburt. Von diesem Bruttobetrag werden pauschal Steuern, Sozialabgaben und der Arbeitnehmer-Pauschbetrag abgezogen, um das für das Elterngeld relevante „Elterngeld-Netto“ zu ermitteln. Als Faustformel gilt: Je geringer dein vorheriges Einkommen war, desto höher ist der Prozentsatz, den der Staat ersetzt. Dieser liegt in der Regel bei 65 %, kann aber bei Geringverdienenden auf bis zu 100 % steigen.

Wenn du dich für das Basiselterngeld entscheidest, erhältst du diesen berechneten Betrag, der bei mindestens 300 € und maximal 1.800 € monatlich liegt, ausgezahlt. Wählst du hingegen Elterngeld Plus, wird dieser Betrag schlicht halbiert und liegt dann bei maximal 900 €, wird dafür aber doppelt so lange gezahlt. Eine Besonderheit tritt ein, wenn du während des Bezugs in Teilzeit arbeitest: In diesem Fall wird nicht dein gesamtes früheres Einkommen ersetzt, sondern nur die Differenz zwischen deinem Netto vor der Geburt und deinem neuen Teilzeit-Netto. Um böse Überraschungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, den offiziellen Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums zu nutzen. Dort kannst du verschiedene Szenarien durchspielen und genau sehen, wie sich ein Zuverdienst auf deine monatliche Auszahlung auswirkt.

Elterngeld Plus oder Basiselterngeld: Ein Mann und eine Frau mit ihrem Kind
Pexels / pnw prod

Elterngeld Plus oder Basiselterngeld: Das sind die Vor- und Nachteile

Wenn du dich zwischen Basiselterngeld oder Elterngeld Plus entscheiden musst, gilt es, einige Aspekte zu beachten. Das Basiselterngeld punktet vor allem durch die Höhe der monatlichen Auszahlung, da es den vollen berechneten Elterngeldbetrag ausschüttet. Der Nachteil liegt jedoch in der Starrheit: Wer während des Bezugs in Teilzeit arbeitet, muss oft hohe Abzüge hinnehmen, da das Einkommen direkt auf das Elterngeld angerechnet wird. Zudem endet der Anspruch vergleichsweise früh, was die Planung für das zweite Lebensjahr erschweren kann.

Das Elterngeld Plus hingegen punktet durch die Kombinierbarkeit mit Teilzeit. Da ein Monat Basiselterngeld in 2 Monate Elterngeld Plus umgewandelt wird, halbiert sich zwar die monatliche Rate, doch der Bezugszeitraum verdoppelt sich. Das ist finanziell besonders attraktiv, wenn du schon früh wieder stundenweise einsteigst, da das Elterngeld Plus in vielen Fällen trotz Teilzeitverdienst in voller Höhe, also zu 50 % des Basiswerts, erhalten bleibt. Der Nachteil ist dabei offensichtlich: Ohne begleitendes Einkommen durch Teilzeit reicht die monatliche Summe oft nicht aus, um den Lebensstandard allein zu bestreiten. Es erfordert also eine präzisere Kalkulation deines Familienbudgets über einen längeren Zeitraum.

MerkmalBasiselterngeldElterngeld Plus
Vorteile• Höchstmögliche monatliche Auszahlung
• Ideal für komplette Erwerbspause
• Einfache Kalkulation im 1. Jahr
• Lange Bezugsdauer (bis zu 28 Monate + Bonus)
• Sehr attraktiv bei Teilzeit-Einstieg
• Weniger Abzüge bei Zuverdienst
Nachteile• Kurze Bezugsdauer (max. 14 Monate)
• Hohe Abzüge bei Nebenverdienst
• Finanzieller „Cut“ nach ca. einem Jahr
• Monatliche Summe nur halb so hoch
• Erfordert längerfristige Finanzplanung
• Ohne Teilzeitjob oft zu wenig Budget
Beste Wahl für…Eltern, die im ersten Jahr voll zu Hause bleiben.Eltern, die früh in Teilzeit zurückkehren möchten.

Fazit: Ist Elterngeld Plus oder Basiselterngeld besser?

Welches der beiden Konzepte für dich das passende ist, hängt vor allem von deinen individuellen Plänen für den Wiedereinstieg in den Beruf ab. Das Basiselterngeld ist grundsätzlich das Kraftpaket für das erste Lebensjahr. Es bietet die höchste monatliche Unterstützung und ist ideal für Eltern, die in der ersten Zeit nach der Geburt vollständig aus dem Job aussteigen möchten, um sich der Betreuung des Neugeborenen zu widmen. Da der Bezug jedoch meist nach 12 bis 14 Monaten endet, ist die finanzielle Unterstützung zwar intensiv, aber kurzlebig.

Das Elterngeld Plus hingegen ist das Modell der Wahl für alle, die Flexibilität suchen und schon während des Elterngeldbezugs in Teilzeit arbeiten möchten. Das Besondere dabei: Während ein Zuverdienst beim Basiselterngeld die staatliche Leistung oft merklich kürzt, ist das Elterngeld Plus genau auf diese Kombination ausgelegt. Zwar fällt die monatliche Zahlung hier nur halb so hoch aus wie beim Basiselterngeld, dafür wird sie doppelt so lange gezahlt. Das ist besonders für Eltern attraktiv, die ihr Budget über einen längeren Zeitraum von bis zu 2 Jahren oder länger strecken wollen.

Es gibt also kein Besser oder Schlechter im absoluten Sinne. Wenn du maximale Zeit zu Hause ohne Job priorisierst, ist das Basismodell für dich passend. Wenn du frühzeitig mit reduzierten Stunden ins Berufsleben zurückkehren möchtest und langfristige Planungssicherheit schätzt, profitierst massiv von Elterngeld Plus.

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FAQ- Häufige Fragen zu Elterngeld Plus oder Basiselterngeld

Kann ich Basiselterngeld und Elterngeld Plus kombinieren?

Ja, das ist möglich. Du kannst dich monatsweise entscheiden, welche Variante du nutzen möchtest. Ein Monat Basiselterngeld kann jederzeit in 2 Monate Elterngeld Plus umgewandelt werden sofern das Kind noch keine 15 Monate alt ist. Ein Wechsel von Elterngeld Plus zurück zum Basiselterngeld ist ebenfalls möglich, solange der betreffende Monat noch nicht ausgezahlt wurde.

Was passiert, wenn ich während des Elterngeld-Bezugs wieder schwanger werde?

Eine erneute Schwangerschaft hat keinen direkten Einfluss auf das laufende Elterngeld. Für die Berechnung des Elterngelds für das nächste Kind werden jedoch wieder die 12 Monate vor der neuen Geburt herangezogen. Monate, in denen du Elterngeld für das erste Kind bezogen hast, werden bei der Berechnung oft übersprungen, damit sich dein Anspruch nicht durch die Erwerbspause verringert.

Wie viel darf ich beim Elterngeld dazuverdienen?

Seit der Reform dürfen Eltern während des Elterngeldbezugs bis zu 32 Stunden pro Woche im Monatsdurchschnitt arbeiten. Das Einkommen aus dieser Teilzeitbeschäftigung wird auf das Elterngeld angerechnet. Beim Elterngeld Plus ist der Vorteil jedoch, dass der Zuverdienst die monatliche Zahlung oft gar nicht mindert, solange das Teilzeit-Netto plus Elterngeld Plus nicht höher ist als das Nettoeinkommen vor der Geburt.

Muss ich Elterngeld versteuern?

Elterngeld selbst ist steuerfrei, unterliegt aber dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass das Elterngeld am Jahresende zu deinem restlichen zu versteuernden Einkommen addiert wird, um deinen persönlichen Steuersatz zu ermitteln. Dadurch kann es vorkommen, dass du im Folgejahr eine Steuernachzahlung leisten musst. Es ist daher ratsam, monatlich eine kleine Rücklage für das Finanzamt zu bilden.