Finanzwissen für Anfänger: Short Facts im Überblick
- Girokonto: Dein wichtigstes Konto, mit dem du jederzeit bargeldlos bezahlen, sowie Überweisungen tätigen und Daueraufträge einrichten kannst.
- Dispokredit: Wird dir von deiner Bank bei Überziehung deines Kontos gewährt, ist aber mit hohen Kosten verbunden.
- Budgetieren: Ein festes Budget lässt dich die Oberhand über deine Finanzen behalten und schafft Raum für finanzielle Wünsche.
- SCHUFA: Gibt Auskunft über deine Bonität. Der Score wird dabei unter anderem von deinem Kauf- und Zahlungsverhalten beeinflusst.
- Inkasso: Wenn du eine Mahnung von einem Inkassobüro erhältst, hast du wahrscheinlich eine Zahlungsfrist verstreichen lassen. Deshalb ist es wichtig, Rechnungen etwas länger aufzubewahren.
Inhalte im Überblick
Finanzwissen für Anfänger: Die wichtigste Grundlage ist das Girokonto
Dein wichtigstes Finanztool ist in der Regel dein Girokonto. Denn damit kannst du jederzeit fast überall bargeldlos bezahlen, sei es im Supermarkt oder beim Online-Händler. Außerdem kannst du Dauerauftrag oder Lastschrift einrichten oder eine Überweisung tätigen. Doch nicht nur du zahlst über dein Girokonto Geld an andere Personen und Institutionen, du erhältst auf diesem Wege auch regelmäßige Zahlungen, wie beispielsweise dein Gehalt. Mit einem Girokonto kannst du deine Einnahmen und Ausgaben komfortabel im Blick behalten und überprüfen. Denn alle Kontobewegungen werden aufgezeichnet und sind per Kontoauszug oder Online-Banking für dich nachvollziehbar dargestellt.
Finanzwissen aneignen: Welche Themen sollte ich zuerst lernen?
Wenn du verstanden hast, wie dein Girokonto als dein wichtigstes Finanzinstrument funktioniert, kannst du dir weiteres Finanzwissen aneignen.
Brutto und Netto verstehen
Ein häufiges Missverständnis im Bereich der Finanzen ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto. Der Begriff „Brutto“ meint immer den Betrag, von dem noch nichts abgezogen wurde. Vereinfacht gesagt bedeutet Brutto die Erfassung aller Teilwerte einer Zahlung, inklusive Steuern und Abgaben. Im Gegensatz dazu beschreibt „Netto“ den Betrag, von dem bereits etwas weggenommen oder abgezogen wurde. Es handelt sich also um den bereinigten Betrag nach Abzug von Steuern und Abgaben. Als Eselsbrücke kannst du dir merken, dass Brutto „brutal viel“ und Netto eben „net so viel“ ist.
Chancen und Risiko des Dispositionskredites
Jede:r von uns ist bestimmt schon mal in den sogenannten Dispo gerutscht. Es ist allerdings wichtig, dass du den Dispo nicht einfach als monatlichen Finanzpuffer für Konsumausgaben betrachtest, sondern auch wirklich verstehst, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Bei einem Dispositionskredit räumt dir deine Bank eine Überziehung deines Girokontos ein. Wie bei vielen Kreditformen ist das allerdings schnell mit steigenden Kosten verbunden. Im Jahr 2025 liegt der Durchschnittszinssatz für Dispokredite bei gut 12 % im Jahr. Es ist also wichtig, den Dispo zu verstehen, um unnötige Kosten zu vermeiden.
Einen Dispokredit zu beantragen kann sich aber vor allem dann lohnen, wenn du beim Kauf von einem hohen Preisnachlass profitieren kannst, oder du im Notfall eine Rechnung unverzüglich bezahlen musst.
Einstieg ins Budgetieren
Sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen, kann schnell abschreckend und langweilig wirken. Der Aufwand kann sich aber lohnen! Denn ein festes Budget schafft Klarheit in deinen Finanzen, kann dich beim Schulden abbauen unterstützen und hilft dir, deine Sparziele, wie zum Beispiel das Anlegen eines Notgroschens, deutlich schneller zu erreichen. Mit einem festgesetzten Budget bestimmst du vorher, wofür du wie viel ausgeben möchtest – ganz entspannt und basierend auf deinem monatlich verfügbaren Geld. So kannst du selbst agieren, anstatt dich von deinen Finanzen treiben zu lassen.
Notgroschen-Rechner
Berechne, wie viel Notgroschen du für 3-6 Monatsausgaben brauchst und wie lange du dafür sparen musst.
* Berechnung ohne Zinsen. Sicherheitsziel ist flexibel einstellbar.
Finanzwissen: Die Relevanz des Kleingedruckten
Beim Lesen eines Vertrags kann schnell mal das Gefühl aufkommen, einen Geheimcode knacken zu müssen. Denn im Kleingedruckten verstecken sich oft viele sperrige Begriffe, die gar nicht so leicht zu deuten sind. Deshalb ist es für dich wichtig, die gängigen Vertragsklauseln zu verstehen, damit nach Vertragsabschluss keine unliebsamen Überraschungen auf dich lauern. So sind zum Beispiel Zusatzgebühren nur dann zulässig, wenn du vertraglich auch wirklich darüber informiert wurdest. Außerdem sind einseitige Kündigungsrechte meistens unwirksam.
Finanzwissen für Anfänger lernen: Was ist besser, Debitkarte oder Kreditkarte?
Eine weitere Frage, die im Kontext der Finanzbildung häufig aufkommt, ist die nach dem Unterschied zwischen Debitkarte und Kreditkarte. Während Kreditkarten durchaus praktisch sein können, um dir einen schnellen finanziellen Spielraum zu bieten, können sie dich auch schnell in eine Schuldenfalle locken. Vermeide daher nach Möglichkeit die Nutzung von Kreditkarten und setze stattdessen auf Giro- oder Debitkarten (EC-Karten), um unnötige Verschuldung zu verhindern. Denn mit einer EC-Karte gibst du nur das aus, was du wirklich besitzt. Das ist vor allem in Hinblick auf ein schuldenfreies Leben ein wichtiger Aspekt.

Gutes Finanzwissen ist gut für die SCHUFA
Wenn es in deinem Alltag um Wohnungssuche oder eine Kreditvergabe geht, hast du bestimmt schon mal die Erfahrung mit der SCHUFA gemacht. Hinter der „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ steckt die Schufa Holding AG, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Informationen über die Kreditwürdigkeit von Kund:innen zu geben und so Vertragspartner:innen vor etwaigen Verlusten, zum Beispiel durch Zahlungsausfälle, zu schützen.
Deine Bonität wird dabei in dem sogenannten SCHUFA-Score gemessen, der von verschiedenen Dingen beeinflusst wird. So sind unter anderem die Anzahl und Laufzeit deiner Konten und Kreditkarten, das pünktliche Begleichen deiner Rechnungen, die Anzahl von Mobilfunkverträgen und wie oft du deinen Wohnort wechselst wichtige Einflussfaktoren auf den Score. Durch einen achtsamen Umgang mit deinen Finanzen kannst du also aktiv die Bilanz deiner SCHUFA und damit auch die Chancen auf eine Mietwohnung oder einen Kredit beeinflussen.
Finanzwissen und Inkasso: So vermeidest du Mahngebühren
Jede:r von uns ist bestimmt schon einmal in die Situation gekommen, eine Mahnung von einem Inkassobüro im Briefkasten finden zu müssen. Solch ein Schreiben markiert in den meisten Fällen den Beginn des Inkassoverfahrens, bei dem das Inkassobüro versucht, eine außergerichtliche Einigung mit dir zu erzielen, wie beispielsweise eine Ratenzahlung. Grund dafür ist meistens eine von dir nicht im Rahmen der Zahlungsfrist beglichene Rechnung.
Wenn du eine Mahnung erhältst überprüfe zuerst, ob die Forderung korrekt ist. Die Mahnung sollte alle wichtigen Informationen enthalten, also Namen der ursprünglichen Gläubiger:innen, sowie den Grund der Forderung. Um das zu überprüfen, ist es auch ratsam, über einen längeren Zeitraum deine Rechnungen aufzubewahren. Wenn die Forderung berechtigt ist, solltest du diese zeitnah begleichen, um weitere Kosten zu vermeiden. Wenn du die Forderung allerdings nicht anerkennst, solltest du schriftlich und nachweisbar Widerspruch einlegen. Dies solltest du unbedingt tun, bevor ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet wird.
FAQ – Häufige Fragen rund ums Thema Finanzwissen für Anfänger
Welche Finanztipps gibt es für junge Leute?
Gerade für junge Menschen ist es wichtig, die Finanzbasics, wie zum Beispiel das Girokonto und den Dispokredit zu verstehen. Außerdem ist der frühzeitige Vermögensaufbau durch regelmäßiges Sparen empfehlenswert. Generell ist der goldene Tipp: Gib nicht mehr Geld aus, als du hast!
Was sind die ersten Schritte zum Sparen für Anfänger?
Um deine langfristigen Sparziele zu erreichen, solltest du dir zuerst einen Überblick über deine Ein- und Ausgaben machen, dir ein Haushaltsbudget erstellen und dir einen Notgroschen in der Höhe von circa 3 Monatsausgaben aufbauen. Auch das Streichen von unnötigen Ausgaben ist empfehlenswert.
Wie kann ich finanziell unabhängiger werden?
Um finanziell unabhängiger zu werden, solltest du versuchen deine Schulden abzubauen, dein Einkommen durch beispielsweise einen Nebenjob zu erhöhen und durch einen seriösen Budgetplan deine Sparquote zu maximieren.





