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Haustiere in der Mietwohnung: Was du beachten musst

Haustiere in der Mietwohnung: Ein Junge und ein MĂ€dchen sitzen mit einem Hundewelpen auf einer grauen Couch Pixabay/Pexels

Ob Singles, Paare oder Familien: FĂŒr viele ist ein Haushalt ohne ein eigenes Haustier nicht vollstĂ€ndig. Wir zeigen, was du bei der Haustierhaltung in der Mietwohnung beachten solltest.

Mensch und Tier gehören auch fĂŒr viele Hamburger:innen zusammen. Egal ob im Haus mit Garten oder der Etagenwohnung: das Halten eines Haustiers ist fĂŒr viele Menschen nicht nur Hobby, sondern auch Ausdruck und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Doch was ist zu beachten, wenn man nicht im Eigentum lebt, sondern Haustiere in der Mietwohnung oder im angemieteten Einfamilienhaus halten möchte?

Kleintierhaltung in der Mietwohnung: Was ist erlaubt?

Die Frage, ob Mieter:innen dazu berechtigt sind, Haustiere in der Mietwohnung zu halten, lĂ€sst sich – erwartungsgemĂ€ĂŸ – nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten. Die gute Nachricht vorab: Auch wenn man bei der Wohnungssuche in Hamburg immer wieder auf entsprechende Formulierungen trifft – Vermieter:innen dĂŒrfen die Haustierhaltung in Haus und Wohnung nicht pauschal verbieten.

Insbesondere bei der Haltung von Kleintieren sind Mieter:innen zumeist im Recht. Ob Kaninchen, Hamster oder Meerschweinchen: Tiere, die die meiste Zeit im KĂ€fig verbringen, lassen sich von Vermieter:innen so gut wie kaum verbieten. Denn durch Kleintiere besteht weder die Gefahr der unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen Abnutzung des Mietobjekts noch der Störung von Nachbar:innen der Hausgemeinschaft. Gleiches gilt fĂŒr Vögel, Fische oder Tiere in Terrarien – allerdings nicht ganz uneingeschrĂ€nkt.

Bei bestimmten Kleintierarten sind Konflikte nĂ€mlich vorprogrammiert: Laute Papageien oder „miefende“ Frettchen beispielsweise können nachbarschaftliche VerhĂ€ltnisse auf die Probe stellen und sollten nicht ohne weiteres angeschafft werden – gleiches gilt fĂŒr gefĂ€hrliche Kleintiere wie Skorpione oder Giftschlangen. Auch wenn unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig viele Tiere in einer Wohnung gehalten werden, dĂŒrfen Vermieter:innen einschreiten.

Hund und Katze in der Mietwohnung: Pauschale Verbote meist ungĂŒltig

Die Haltung von Katzen und insbesondere Hunde fĂ€llt nicht unter die gesetzlichen Regelungen fĂŒr Kleintiere. Das heißt: Mieter:innen, die ein solches Tier ohne RĂŒcksprache mit ihren Vermieter:innen anschaffen, riskieren eine Abmahnung – und schlimmstenfalls eine fristlose KĂŒndigung. Umgekehrt gilt jedoch: Die Haltung von Hunden und Katzen darf nicht mit pauschalen Formulierungen im Mietvertrag ausgeschlossen werden. Mieter:innen haben ein Recht auf die PrĂŒfung ihres Wunsches – und tatsĂ€chlich stehen die Chancen gut, dass diesem stattgegeben wird. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Erfolgte mit dir beim Einzug eine individuelle Vereinbarung, in der du dem Verbot zur Haustierhaltung ausdrĂŒcklich zustimmst, ist dies meist leider rechtlich bindend.

Haustiere in der Mietwohnung: Graue Katze schlÀft auf hellem Teppich
Pixabay/richipixa

In der Regel mĂŒssen Vermieter:innen aber triftige GrĂŒnde benennen, warum die Haltung von Hund oder Katze untersagt wird. Oft ist dies mit einer zu geringen GrĂ¶ĂŸe des Mietobjekts und einer daraus resultierenden „Überbelegung“ durchaus zu rechtfertigen. Aber auch die BeeintrĂ€chtigung von Nachbar:innen kann eine Rolle spielen: Planst du, einen Wach- oder Jagdhund anzuschaffen, der sich naturgemĂ€ĂŸ durch regelmĂ€ĂŸiges und lautstarkes Bellen bemerkbar macht? Oder hat ein Mitglied deiner Hausgemeinschaft eine schwere Tierhaarallergie? Dann sitzen Vermieter:innen oftmals am lĂ€ngeren Hebel. 

Verbieten dĂŒrfen Vermieter:innen auch gefĂ€hrliche Hunderassen, die je nach Bundesland unterschiedlich definiert werden. In Hamburg zĂ€hlen dazu unter anderem American Pitbull Terrier oder Staffordshire Bullterrier. Zudem darf fĂŒr alle Hunderassen zum Beispiel eine generelle Anleinungspflicht auf dem gemeinsam mit anderen Parteien genutzten GrundstĂŒck ausgesprochen werden.

Besondere Rechte fĂŒr Mieter:innen wiederum gelten fĂŒr Blinden- und Therapiehunde: Bist du auf das Zusammenleben mit einem solchen Tier angewiesen, um deinen Alltag bewĂ€ltigen zu können, stehen deine Interessen in diesem Fall ĂŒber denen von Vermieter:innen.

Tierversicherung: Hund und Katze schlafen auf dem Boden

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Haustiere in der Mietwohnung: Miteinander reden ist unerlÀsslich

Es zeigt sich: Möchtest du einen Hund, eine Katze oder ein besonders exotisches Kleintier halten, ist die Kommunikation mit deinem Vermieter oder deiner Vermieterin unerlĂ€sslich. Der Versuch, es „einfach mal drauf ankommen zu lassen“, erhöht nicht nur das Konfliktpotential – du setzt dich damit selbst sogar unfreiwillig an den kĂŒrzeren Hebel.

Denn passt das von dir ausgewĂ€hlte Tier zu deiner WohnungsgrĂ¶ĂŸe, der Hausgemeinschaft sowie deinem Lebensmodell und Alltagsrhythmus, wird dein Vermieter oder deine Vermieterin deinem Wunsch – wenn auch manchmal zĂ€hneknirschend – zustimmen (mĂŒssen). Und tatsĂ€chlich wurden von verschiedensten Gerichten schon sehr interessante und auch ĂŒberraschende Urteile zugunsten von Mieter:innen gefĂ€llt.

In jedem Fall gilt, dass du dir eine Erlaubnis zur Haltung von Hund und Katze immer schriftlich geben lassen solltest – allein schon, weil Mietobjekte in der Stadt nicht selten den Besitzer oder die Besitzerin wechseln. Und: Wenn du vor dem Vermieter:innen-GesprĂ€ch ein ungutes GefĂŒhl hast, hole dir gegebenenfalls eine:n Freund:in als Zeug:in dazu.

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