Krimifestival Hamburg 2026: Short Facts im Überblick
- Das Krimifestival Hamburg läuft 2026 vom 10. bis 14. November.
- Wegen des Umbaus der Kulturfabrik Kampnagel stehen in diesem Jahr nur zwei Hallen für Lesungen zur Verfügung.
- Das Krimifestival wird am 10. November mit einer Live-Show des NDR-Bücher-Podcast „eat.READ.sleep“ und dem Schriftsteller Till Raether als Gast eröffnet.
- Bis einschließlich zum 14. November gibt es jeden Tag Lesungen von verschiedenen Krimi- und Thriller-Autor:innen.
- (Nicht nur) Für Kinder und Jugendliche wird am 14. November zum ersten Mal das „TKKG Junior“-Hörspiel „Die Geisterjagd“ live aufgeführt.
Inhalte im Überblick
Bereits zum 19. Mal gibt es das Krimifestival Hamburg in diesem Jahr. Normalerweise Anfang November, dieses Mal ein wenig später. Auch sonst ist – bedingt durch den Umbau auf dem Gelände der Kampnagel-Fabrik – manches anders als sonst, denn es stehen nur zwei Hallen (K6 und KX) zur Verfügung. Aber wie jedes Jahr ermitteln prominente Kommissare und Kommissarinnen 5 Tage lang in Hamburg.
Für Krimi-Fans (nicht nur) aus Norddeutschland ist der Bühnenkomplex an der Jarrestraße 20 jedes Jahr im Herbst eine Pilgerstätte. Die Buchhandlung Heymann, das Hamburger Abendblatt und die gastgebende Kulturfabrik Kampnagel haben das Krimifestival Hamburg vom 10. bis 14. November 2026 organisiert. Die Haspa unterstützt den Lesemarathon als Sponsor. Auch wenn einzelne Lesungen schnell ausverkauft sein werden, gibt es für viele andere noch Karten. Schnell sein lohnt sich also, wie auch ein Blick ins Programm zeigt.
Wenn du uns auf Instagram und Facebook folgst, konntest du mit etwas Glück Tickets für verschiedene Lesungen gewinnen – sogar für ausverkaufte. Wir wünschen den Gewinner:innen viel Spaß und einen spannenden Abend. Allen anderen drücken wir die Daumen, dass sie noch Karten für ihre favorisierte Lesung ergattern.
Live-Podcast: Krimifestival-Eröffnung mal anders
Der Bücher-Podcast des NDR „eat.READ.sleep“ ist mit einer Live-Show längst zu einem festen Bestandteil des Krimifestivals geworden. In diesem Jahr wird das Format den spannenden Reigen an Lesungen sogar eröffnen. Was ist neu auf dem Markt? Welches Buch raubt einem den Schlaf und bei welchem schläft man ein? Welcher Stoff hat das Zeug zum Bestseller und was wird eher ein Ladenhüter? Die beiden Podcast-Hosts Katharina Mahrenholtz und Daniel Kaiser beschäftigen sich und das Publikum mit der Frage „How to Krimi?“. Bei einem Quiz kann sogar etwas gewonnen werden.
Auf der Bühne ist der preisgekrönte Autor und Kolumnist Till Raether. Er wurde vor allem durch seine Krimi-Reihe um den hypersensiblen Kommissar Adam Danowski bekannt, von denen zwei im ZDF mit Milan Peschel in der Hauptrolle verfilmt wurden. Mit „Meeresdunkel“ hat er seinen ersten Psycho-Thriller geschrieben. Kollegin Simone Buchholz urteilte, der Roman sei „wie Stephen King zu lesen, nur in der Variante der Hamburger“. Es wird also eine spannende Eröffnung am 10. November um 19.30 Uhr in Halle K6.
Norddeutscher Abend mit drei Damen
Einen Abend später, am 11. November, sind drei Damen auf der Bühne der Halle K6. Drei „Crime-Ladies“ bestreiten den Norddeutschen Abend.
Eine große Fangemeinde hat Annette Hinrichs mit ihrer „Nordlicht“-Reihe um das deutsch-dänische Duo Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg von der Sondereinheit GZ Padborg erobert, wozu übrigens auch echte Ermittler:innen des Gemeinsamen Zentrums (GZ) für Polizei- und Zoll-Zusammenarbeit in Padborg (DK) gehören. Regelmäßig ist sie damit in den Bestseller-Listen. Im neuesten Band „Nordlicht. Das fremde Gesicht“ gibt es in Nordfriesland und Dänemark mehrere Tote. Sie alle haben Gemeinsamkeiten: qualvoll erstickt und in den zugeklebten Mündern stecken Fotos mit fremden Gesichtern.
Die ersten drei Krimis von Romy Fölck spielten in Dresden, wo sie Jura studiert hatte. Nach ihrem Umzug in die Haseldorfer Marsch wurde in Norddeutschland ermittelt. Ihre „Elbmarsch-Krimis“ sind Bestseller. „Ich liebe es, alte und neue Kriminalfälle miteinander zu verknüpfen. Ungeklärte Morde oder vor Jahren verschwundene Menschen faszinieren mich auch im wirklichen Leben“, sagte sie in einem Interview. Daraus entstünden die Ideen für die Elbmarsch-Reihe mit dem Duo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn.
Ihr neuestes Werk „Fünf Fremde“ gehört nicht in diese Reihe, auch wenn es hier ebenfalls um zwei vor 30 Jahren verschwundene Menschen geht. Der Thriller spielt auf der Hamburger Elbinsel Neuwerk. Schüler:innen von damals begegnen sich heute wieder.
Falls du auch mal nach Neuwerk möchtest, schau doch in unsere Ausflugstipps.
Die Hamburgerin Nora Luttmer hat bereits viele Krimis geschrieben, die in ihrer Heimatstadt spielen. Ihr neuestes Werk, „Elbschatten“, erscheint offiziell erst am 13. November, aber sie stellt es beim Krimifestival Hamburg bereits zwei Tage früher vor. Darin geht es um zwei gegensätzliche Schwester: eine Polizistin und eine Türsteherin mit Kontakten ins Milieu. Nur gemeinsam können sie ihren Bruder retten. Er scheint in Not geraten zu sein – oder ist er ein Mörder?
Selbstmord oder Mord im Moor?
Eine Faszination für True Crime gab es für Vanessa Boldt aus Glinde schon lange und sie liebt Podcasts zum Thema. Nun hat die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Hamburg ihren ersten eigenen Kriminalroman geschrieben – und dabei auch Erinnerung an ihre Kindheit zwischen Nord- und Ostsee verarbeitet. Mit „Das Dorf im Moor“ hat sie sich scheinbar bereits eine große Fangemeinde erobert, denn die Lesung beim Krimifestival Hamburg am 11. November war sehr schnell ausverkauft.
Eigentlich wollte Kriminalkommissar Jakob Seidel nie in sein norddeutsches Heimatdorf Zarrenmoor zurückkehren. Und die Anweisung seines Chefs war eigentlich klar: Der tote Junge im dortigen Kutschenschuppen sei Selbstmord und deshalb solle er sich da raushalten. Doch der Fallanalytiker entdeckt beim Besuch in seiner alten Heimat, dass etwas nicht stimmt. Auch Nelli Grimm, die gerade vor Ort für ihren True-Crime-Podcast zu einer ungelösten Mordserie aus den 1930er Jahren recherchiert, glaubt an ein Verbrechen.
Nele Neuhaus auf den Spuren von Tech-Milliardär und KI-Chatbot
Seit vielen Jahren begeistern die Taunus-Krimis von Nele Neuhaus ein wachsendes Publikum – in Buchform, als Hörbücher und Fernsehserie im ZDF. Mit „Alles wird Asche“ hat die Bestseller-Autorin Band 12 der Reihe um das Kripo-Duo Oliver von Bodenstein und Pia Sander (geschiedene Kirchhoff) vorgelegt. Darin entpuppt sich eine Reihe von Unfällen als Mordserie im Umfeld eines Tech-Milliardärs. Wer mehr über die Verstrickungen im Umfeld des KI-Chatbot-Erfinders erfahren möchte, besorgt sich Karten für den 11. November.

Reeperbahn-Thriller beim Krimifestival Hamburg
Ebenfalls am 11. November ist Tim Sohr auf Kampnagel zu Gast – die Lesung ist aber bereits ausverkauft. Der Journalist und Schriftsteller hat lange auf St. Pauli gelebt und beobachtet, wie sich der Stadtteil im Laufe der Jahre verändert hat. Darum ging es auch in seinem Roman „KiezBlues“, in dem Realität und Fiktion eng beieinander liegen.
In den 1970er Jahren war Tom „Katze“ Katzenberger jüngster Polizeireporter eines Boulevardblattes, mit den Jahren wird er zum KIez-Chronisten. Als ein Mann aus seiner Vergangenheit auftaucht, ist „Katze“ nicht mehr nur Beobachter. Denn es steht viel auf dem Spiel. Wem kann er trauen?
Housesitterin zwischen Traumjob und Psychokrieg auf einer Ostseeinsel
Jedes Jahr legt Emily Rudolf seit 2024 einen Thriller vor – und landet damit meist auf den Bestseller-Listen. Nach „Die Auszeit“ und „Das Dinner“ folgt als dritter „Die Housesitterin“, den sie am 12. November beim Krimivestival Hamburg vorstellt.
Cecilia hält sich mehr schlecht als recht als Housesitterin über Wasser. „Wow“ entfährt es ihr, als sie die Villa auf einer kleinen Ostseeinsel erblickt, die sie demnächst übergangsweise bewohnen wird. Sie freut sich auf das heimliche Treffen mit dem Sohn der Eigentümerfamilie, weiß aber nicht, dass noch weitere Menschen auf dem Weg zur Insel sind.
Übrigens: Der nächste Thriller von Emily Rudolf ist bereits angekündigt. „Can You Keep a Secret?” erscheint am 27. Januar 2027.
Hamburger Newcomerin lässt in der Uckermark ermitteln
Die ehemalige Journalistin und heutige Kommunikationsberaterin Sandra Beckedahl hat ihren ersten Krimi geschrieben – zumindest unter ihrem eigenen Namen. Den „Schorfheiden-Mord“ stellt die Hamburger Newcomerin am 12. November beim Krimifestival Hamburg auf Kampnagel vor. Scheinbar hat sie mit ihrem Uckermark-Krimi mit Kommissar Paul Montgomery bereits eine große Fan-Gemeinde gefunden.
Dies könnte aber auch an ihren früheren Büchern liegen. Denn unter dem Pseudonym Tuva Brø hat sie mit „Polarblut – Tödliches Leuchten“ bereits einen skandinavischen Krimi geschrieben. Zudem war sie unter ihrem Namen Co-Autorin von Sportler-Autobiografien (Turner Fabian Hambüchen, Handballer Stefan Kretzschmar).
Frauen, die das Hamburger Hotel Reichshof prägten, beschreibt sie unter dem Pseudonym Ines Villinger: „Die Direktorinnen vom Reichshof. Stürmische Zeiten an der Alster“ erscheint am 27. Oktober 2026. Der zweite Band „Die Direktorinnen vom Reichshof. Goldene Zeiten in der Hansestadt“ ist für den 22. Juni 2027 angekündigt.
Ökologische Katastrophe droht: Piero Manzano ist zurück
Mit seinem Thriller „C – Celsius“ eröffnete Marc Elsberg das Hamburger Krimifestival 2023. Mit seinem neuen Buch „EDEN – Wenn das Sterben beginnt“ ist er am 12. November beim Krimifestival Hamburg 2026 zu Gast. Darin erzählt er von einer drohenden Katastrophe und schildert dabei, wie zerbrechlich die moderne Welt ist.
Überall auf der Erde spielt die Umwelt verrückt. Das neue KI-Programm des IT-Experten Piero Manzano (den Elsberg-Fans bereits aus seinem Bestseller „Blackout“ kennen), schlägt Alarm: Binnen weniger Monate droht eine globale Umweltkrise bisher ungeahnten Ausmaßes. Gemeinsam mit einem Influencer und einer Meeresbiologin macht er diese Warnung öffentlich – und sie alle werden damit zur Zielscheibe.
Kein Platz mehr bei „Vier Flaschen Wein“
Auch in diesem Jahr ist die Live-Version des Hamburger-Abendblatt-Podcats „Vier Flaschen Wein“ ausverkauft. Chefredakteur Lars Haider, Michael Kutej (geschäftsführender Gesellschafter der Hanse Lounge) und Axel Leonhard (Videoredakteur beim Abendblatt) werden mit Rechtsanwalt Dr. Ingo Bott Wein trinken und über schwere Rotweine sowie über Krimis sprechen. Denn Bott ist nicht nur Strafverteidiger von Christina Block im Entführungsprozess vor dem Landgericht Hamburg, sondern hat selbst schon mehrere Krimis geschrieben.
Wer keine Karten mehr für den 12. November ergattern konnte, kann sich ja später den Podcast auf abendblatt.de anhören.
Zweimal nach New Adult zum Thriller
Viele Jahre galten Bücher als vom Aussterben bedroht. „Die Jugend liest nicht mehr. Stattdessen schaut sie Videos auf TikTok“, hieß es. Doch spätestens durch die neu gewonnene Freizeit zu Hause kamen auch junge Menschen mehr zum Lesen – und tauschten sich auf TikTok darüber aus. So entwickelte sich #BookTok. Heute ist dieser digitale Buchklub für viele Verlage ein wichtiges Medium, um ein junges Publikum zu erreichen. Am 13. November sind zwei Autorinnen in Halle K6 zu Gast, die vor allem für junge Erwachsene schreiben.
Seit 2020 besprechen Josi Wismar und Sarah Grund in ihrem Buch-Podcast #Ausgelesen wöchentlich über Bücher. Wismar schreibt seit Jahren mit großem Erfolg auch selbst romantische Liebesromane für junge Erwachsene – „New Adult“ wird das Genre genannt. Ihre zwei- bis dreibändigen Reihen „Amber Falls“, „Wild Hearts“ und „Fallen Grace“ sind Bestseller. 2024 wurde sie BookTok-Autorin des Jahres.
In diesem Jahr hat Wismar mit „Dead Air“ nun ihren ersten Thriller vorgelegt. Darin rollt True-Crime-Podcasterin Sophie einen alten Fall neu auf und will ihn bei einem Live-Event mit Gästen lösen. Was ist dem vor Jahren verschwundenen Bestseller- Autor passiert und woher kommt ein neues Manuskript aus seiner Feder?
Auch Linda Schipp, die hauptberuflich in der PR-Branche arbeitet, hat mit Romance und New Adult angefangen und nun ihren ersten „Next-Generation-Psychothriller“ geschrieben: „Guilty Pleasure“ heißt das Werk. Darin geht es um ein abgelegenes Luxus-Resort, in dem fünf Gäste Verbrechen begehen – ohne zu wissen, dass sie dabei ständig gefilmt und gestreamt werden, womit ihre Taten weltweit sichtbar sind.
Von Hamburg auf die Färöer-Inseln
Warum die ehemalige Präsidentin des Autorinnenverbandes Mörderische Schwestern e.V. im Programm des Krimifestivals Hamburg als „Newcomerin“ tituliert wird, ist nicht nachvollziehbar. Schließlich erschien das erste eigene Buch von Carola Christiansen bereits 2018. Darin klärt Hauptkommissar Siegfried Adam Verbrechen in Hamburg auf. Nach drei Bänden fand die Autorin entferntere Tatorte und einen neuen Ermittler: „Mord auf den Färöern“ heißt ihre Reihe, aus der sie am 13. November auf Kampnagel den zweiten Band vorstellt: „Der Kommissar und der Dänenprinz“.
Kommissar Revur soll für die Sicherheit des Hauptdarstellers einer Hamlet-Inszenierung auf den Färöern-Inseln sorgen. Hinter den Kulissen sind Spannungen spürbar, es gibt anonyme Drohungen. Als ein Mitglied der Produktion tot aufgefunden wird, muss Revur zusammen mit seiner Kopenhagener Kollegin nicht nur schützen, sondern auch ermitteln.
Die Sörensen-Lesung – natürlich sofort ausverkauft
Was Wacken für Metal-Fans ist, sind die Lesungen von Autor Sven Stricker mit Schauspieler Bjarne Mädel für Krimi-Fans. Und die am 13. November ist – wie jedes Jahr – umgehend ausverkauft.
Der sechste Fall des nordfriesischen Kommissars Sörensen ist natürlich ein Bestseller. Und im Juli 2026 wurde das Hörspiel „Sörensen geht aufs Haus“ von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste als „Hörspiel des Monats“ ausgezeichnet. Stricker führt hier Regie, Mädel spricht die Hauptrolle. In den ARD-Verfilmungen, die es auch auf DVD gibt, übernimmt der Schauspieler zudem die Regie. Unvergessen sind auch seine Rollen als „Ernie“ in Stromberg, Polizist Diemar Schäffer in „Mord mit Aussicht“ und vor allem als „Schotty“ in „Der Tatortreiniger“. Den Hamburger ist er natürlich auch als Fußballer beim Benefiz-Event „Kicken mit Herz“ bekannt.
So bleibt denn für Fans nur der Kauf des Buches, das Hörspiel des Deutschlandfunks oder das Fernsehen: Am 31. Oktober 2026 zeigt der NDR im dritten Programm „Sörensen fängt Feuer“ (21:45 Uhr).
Streifzug durch die Krimi-Literatur, das Schreiben und Leben eines großen Autoren
Frank Göhre ist einer der ältesten und bekanntesten deutschen Krimiautoren. Ungezählte Romane, Hörspiele und Drehbücher entstammen seiner Feder. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Am 13. November stellt er sein autobiografisches Buch „Sterne im Staub. Vom Lesen, Leben und Schreiben“ auf Kampnagel vor. Darin blickt er auf Bücher, Figuren und Schauplätze zurück, die sein eigenes Schreiben geprägt haben.
Premiere: TKKG-Hörspiel „Die Geisterjagd“ live
Ein Live-Hörspiel gehört einfach zum Krimifestival Hamburg dazu. Das ist auch eine Art Nachwuchsförderung für die Krimi-Branche. Am 14. November wird zum ersten Mal der 29. Fall für die jungen Ermittler von „TKKG Junior“ live aufgeführt.
Die Synchronsprecher Sebastian Fitzner (Tim), Felix Strüven (Karl) und Julian Greis (Klößchen) sowie -sprecherin Liza Ohm (Gaby) gehen „Die Geisterjagd“ von Frank Gustavus dubiosen Vorgängen im Haus einer Freundin von Karls Mutter nach. Bei einem Wochenendbesuch wollen die Juniordetektive den Geräuschen und Gespenstertreiben auf den Grund gehen.

Immer wieder spannend: Französischer Abend mit Trio
Bei jedem Krimifestival Hamburg gibt es einen französischen Abend, häufig mit ähnlichen Protagonisten. Das ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass unser Nachbarland häufig als Tatort und Schauplatz von Krimis fingiert – insbesondere von deutschen Autor:innen. So gibt es denn am 14. November eine illustre Runde auf der Bühne.
Die Hamburgerin mit dem bekannten Pseudonym Sophie Bonnet stellt den 12. Band mit ihrem in der Provence ermittelnden Helden Pierre Durand vor, dem sie auch schon ein Kochbuch gewidmet hat. „Provenzalische Kälte“ erschien am 7. Oktober, ist also quasi druckfrisch.
In der winterlichen Provence gibt es einen Einbruch in ein verlassenes Ferienhaus, bei dem die Leiche des Leiters einer Thermalklinik gefunden wird. Warum wurde er ermordet und warum besaß er eine unregistrierte Waffe? Die Ermittlungen führen Ex-Kommissar und Dorfpolizist Pierre Durand zu einem kriminellen Netzwerk, das auch ihm nahestehende Personen bedroht.
Kalt und schneereich ist es auch an der „Silberküste“, dem 11. Band der Aquitaine-Krimireihe von Alexander Oetker. Im Untertitel heißt es deshalb auch, dass es der „winterlichster Fall“ von Commissaire Luc Verlain sei.
Als auf einem entlegenen Waldweg eine Krankenschwester angefahren und dabei getötet wird, gerät ihr gewalttätiger Ehemann in Verdacht. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass die Frau zu verdächtigen Todesfällen von alten Menschen entlang der Côte d’Argent, der Silberküste, recherchiert hatte. Wurde sie deshalb zum Schweigen gebracht?
Der ehemalige Journalist und Geo-Redakteur Cay Rademacher hatte bereits Sachbücher und historische Krimis geschrieben. 2013 zog er mit seiner Familie in die Provence. Ein Jahr später erschien der erste Fall von Capitaine Roger Blanc, der vor Ort ermittelt – und seitdem wird die wachsende Fangemeinde jedes Jahr mit einem neuen Buch erfreut.
Im 13. Band „Bedrohliche Alpilles“ wird Capitaine Roger Blanc versetzt, um rätselhafte Cold Cases aufzuklären. Sein erster Fall ist ein Mord, bei dem vor sechs Jahren eine Familie ausgelöscht wurde und ein Radfahrer starb, der scheinbar nichts mit den anderen Opfern zu tun hatte. Der Ermittler stößt auf ein Netz aus Lügen, Täuschungen und Illusionen.
Großinquisitor ermittelt 1627 in Italien
Marcello Simoni gilt als Meister des italienischen historischen Thrillers. Seine werke wurden in 15 Sprachen übersetzt. Nach seinem Literaturstudium arbeitete er rund zehn Jahre in der Bibliothek des Erzbischöflichen Priesterseminars in Ferrara. Der Ort ist auch Schauplatz seines neuesten Buches „Der Engel aus Stein“, das er am 14. November vorstellt. Die deutsche Stimme übernimmt dabei Schauspielerin und Sprecherin Jule Nero.
Im Ferrara des Jahres 1627 berichten junge Frauen über Albträume und einen schattenhaften nächtlichen Besucher, bevor sie erwürgt aufgefunden werden. Großinquisitor Girolamo Svampa stellt an den Tatorten einen intensiven Blumenduft fest. Da er nicht an Geister und Dämonen, geht er der Sache nach und stößt bei seinen Ermittlungen auf einen Nebel aus religiösen Aberglaubens und innerkirchlicher Intrigen.
Machtkampf im Römischen Reich
Ebenfalls um einen historischen Thriller geht es 14. November 2026 etwas später nebenan in Halle K6. Dort stellt Robert Harris sein neuestes Buch vor. Viele Werke des Journalisten und Schriftstellers wurden als Hörbücher veröffentlicht und verfilmt: z. B. „Konklave“ mit Ralph Fiennes und Isabella Rossellini, „Der Ghostwriter“ mit Ewan McGregor und Pierce Brosnan (Regie: Roman Polanski), „Enigma“ mit Dougray Scott und Kate Winslet.
In seinem am 4. November erscheinenden historischen Thriller „Agrippa“ geht es um den römischen Feldherrn und Politiker Marcus Vipsanius Agrippa (64/63 – 12 v. Chr.). Er war der engste Freund von Octavian, dem Neffen Julius Caesars, der mit 17 Jahren zu dessen Erben erkoren war. Gemeinsam kämpfen Agrippa und Octavian gegen die Intrigen der Mächtigen im Römischen Reich. Als Octavian zu Kaiser Augustus wird, bleibt Agrippa sein engster Vertrauter. 20 Jahre später schreibt Agrippa seine Memoiren: über seine Begegnung mit Julius Caesar, den Konflikt mit Marcus Antonius und Kleopatra, große Schlachten und endlose Kriege, seine zeit als Flottenbefehlshaber und als Statthalter in Gallien . . .

Deutsche Stimme übernimmt Schauspieler und Sprecher Stephan Benson. Er ist Anfang Oktober bei der Daily-Soap „Alles was zählt“ auf RTL in die Rolle des obdachlosen Lebemannes Leopold „Leo“ Reichenbach eingestiegen. Außerdem ist er Ende Oktober bei den sieben Konzerten des Fantasy-Projekts „Dämmerland“ von Malte Hoyer („Versengold“) und Hannes Braun („Kissin’ Dynamite“) als Sprecher mit unterwegs. Das Konzert in der Hamburger Laeiszhalle am 30. Oktober ist bereits ausverkauft – wie an anderen Orten auch.
Spannend wie ein Krimi: Baustellen-Führungen zum Umbau auf Kampnagel
Die internationale Kulturfabrik Kampnagel an der Jarrestraße 20, die Heimat des Krimifestivals Hamburg, ist Deutschlands größte freie Spiel- und Produktionsstätte und gilt weltweit als eine der bedeutendsten Bühnen für zeitgenössische darstellende Künste. Die ehemalige Kranfabrik in Winterhude wurde 1865 als Eisenwerk Nagel & Kaemp gegründet. 1981 wurde die Fabrik stillgelegt, die Hallen sollten abgerissen werden. Dagegen gab es Proteste. Tatsächlich werden erst 1998 Hallen am Rand abgerissen und neue Gebäude für Wohnen und Gewerbe entstehen. Die verbleibenden Hallen werden im selben Jahr umgebaut und saniert.
Seit 1982 gibt es dort Theater – im wahrsten Wortsinn. Das Deutsche Schauspielhaus, freie Theatergruppen und Festivals nutzen das Gelände. 1990 wurde ein Trägerverein gegründet, der drei Jahre später in die bis heute bestehende Kampnagel Internationale Kulturfabrik GmbH umgewandelt wurde.
Seit 2007 leitet Amelie Deuflhard Kampnagel als künstlerische Leiterin und Intendantin. Sie machte das Haus bekannt und erfolgreich, wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet. Kein Wunder, dass der Vertrag der erfolgreichen Intendantin mehrfach verlängert wurde, zuletzt 2025 bis Juli 2030. Dann sollen die in diesem Jahr gestarteten Umbau- und Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein. Der Umbau erfolgt bei laufendem Betrieb. Deshalb werden auch während des Krimifestivals „Baustellen-Führungen“ mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten angeboten.
Am 10. November führt Intendantin Amelie Deuflhard persönlich über das Gelände. Sie zeichnet den Weg von der Kranfabrik zur internationalen Bühne nach, berichtet von Utopien, politischem Widerstand und Zukunftsvisionen.
Am 12. November zeigt Jörn Walter als technischer Leiter normalerweise verschlossene Bühnenräume, Werkstätten und großen Lager. Die teilnehmenden erfahren, welche komplexen Abläufe es gibt, wie diese ineinandergreifen, wie selbst spektakuläre Bühnenanpassungen in Rekordzeit gelingen und wie das Kampnagel-Team die Herausforderungen von Umbau und Sanierung der historischen Hallen bei laufendem Betrieb meistert.
Am 13. November erläutert Jonas Zipf, der seit 2022 kaufmännischer Geschäftsführer ist, was sich nach den Plänen des französischen Architekturbüros von Anne Lacaton und Jean-Philippe Vassal ändert und was – nach dem Motto „Transformation statt Abriss“ – bleibt.
Am 14. November lädt Telse Wohlgehagen, Leiterin Vermietung, auf eine „Zeitreise von der Geschichte ins Morgen“ ein. Sie verbindet Meilenseine der traditionsreichen Geschichte des Geländes mit dem heutigen Arbeitsalltag auf den Bühnen und wirft dabei auch einen Blick in die Zukunft.
Karten für jeweils 14 € können über die Webseite des Krimifestivals Hamburg gebucht werden.
Krimi-Lesungen außerhalb des Festivals in Haspa-Filialen
Martin Niemeier, Filialleiter der benachbarten Haspa an der Jarrestraße 28, hat noch einen Tipp für Krimi- und Lesefans: „Wir sponsern nicht nur seit Jahren das Krimifestival, sondern bieten auch Autorinnen und Autoren in unseren Filialen die Möglichkeit, ihre Bücher zu präsentieren.“ Wer unter dem Stichwort „Lesung“ auf haspa-veranstaltungen.de sucht, findet noch viel mehr Lesungen für Erwachsene und Kinder. Die Zahl der Plätze ist begrenzt, deshalb ist eine Anmeldung notwendig, die schnell und einfach auf der Webseite vorgenommen werden kann. Auch wenn viele Veranstaltungen kostenfrei sind, kann es sein, dass für einzelne Events ein kostenpflichtiges Ticket erworben werden muss. Hier folgt eine Auswahl:
„(K)Ein perfektes Verbrechen“ in Lurup
Stephan Funke hat viele Talente: Der Bankkaufmann und Bankbetriebswirt berät nicht nur zu Finanzthemen, er lässt auch Verbrechen aufklären. Denn sieben Krimis hat er inzwischen geschrieben. Am 16. November liest er in der Haspa Lurup aus seinem neuesten Werk mit hanseatischem Flair. In „(K)Ein perfektes Verbrechen“ geht es um eine bis zur Unkenntlichkeit entstellte Frauenleiche, einen pensionierten Kommissar, eine ehrgeizige Krimiautorin sowie einen Journalisten, der als Influencer durchstarten möchte. Jasmin Franke, leitende Ermittlerin der Mordkommission des LKA Hamburg, muss Licht ins Dunkel eines mörderischen Spiels bringen.
Krimi und Cocktails in Geesthacht
Die Reinbekerin Lisa Lenardi hat bereits zahlreiche Bücher, insbesondere Krimis geschrieben. Nach „Cocktail Mafia“ (2019 erschienen und 2024 in die 2. Auflage gegangen) hat sie im September 2026 mit „Cocktail Sucht“ einen weiteren Hamburg-Krimi geschrieben, bei dem es um besondere Getränke geht. Bei ihrer Lesung am 17. November in der Haspa Geesthacht gibt es deshalb nicht nur Spannung, sondern auch Genuss: Denn es werden passende Cocktails ausgeschenkt.
Kriminalkomödie aus Eimsbüttel
Am 25. November liest Autorin Christi Beck in der Haspa am Schulterblatt aus ihrem Debüt-Roman „Die fünf Gebote des Konstantin K.“ Die Eimsbüttelerin lässt quasi vor ihrer Haustür ermitteln.
Konstantin Kröger, Inhaber eines Eimsbütteler Fahrradladens, wird erwürgt aufgefunden. Es gibt zahlreiche Verdächtige aus seinem persönlichen Umfeld. Wer die Tat beging, müssen Kommissarin Lydia von Livonius und ihr wortkarger Kollege Bodo Beckmann ermitteln.
Neuer Mord in Ahrensburg
Nils Meyer‑Selbach und Bernhard Behrendsen lesen am 4. Dezember in der Haspa Ahrensburg aus dem Krimi „Ahrensblut“. Wer dabei sein möchte, muss vorab ein Ticket für 12 € bei der Haspa am Rathausplatz 8 erwerben, denn es wird keine Abendkasse geben!
Nach den von Meyer‑Selbach herausgegebenen Stormarner Kriminalgeschichten „Ahrensmord“ und Ahrensmord 2“ ist „Ahrensblut“ ein „Hamburg-Ahrensburg-Krimi“. Darin wird der Hamburger Journalist Robert Kuhn, der aus Ahrensburg berichtet, von einem Zug überfahren. Nach der Obduktion wird aus dem vermeintlichen Suizid eine Mordermittlung. Gibt es einen Zusammenhang mit einem in der Kritik stehenden Neubauprojekt? Kommissarin Marie Stahlmann muss es herausfinden und sich dabei durch ein Netz von Korruption, Intrigen und Lügen kämpfen.
Wann ist das Krimifestival Hamburg?
LorJedes Jahr gibt es Anfang November in den Hallen der Kulturfabrik Kampnagel an der Jarrestraße das Krimifestival Hamburg. In diesem Jahr läuft es vom 10. bis 14. November 2026.
Wie komme ich zum Krimifestival Hamburg?
Die Kampnagel-Fabrik erreichst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln z. B. mit der U3 bis Borgweg und einem etwa 10-minütigem Fußmarsch oder mit der U3 bis Barmbek und dann nutzt du die Buslinie 17/172 bis Jarrestraße (Kampnagel).
Für die Anreise mit dem eigenen Fahrrad stehen auf dem Gelände Abstellmöglichkeiten zur Verfügung. Außerdem gibt es vor der Tür an der Jarrestraße eine StadtRad-Station (Jarrestraße/Rambatzweg, Standort-Nummer 20811). Auf diese Weise kannst da auch schnell und bequem zum Krimifestival Hamburg kommen.
Für die Anreise per Pkw gibt es eine Parkgarage (soweit noch Stellplätze vorhanden).
Wo gibt es Tickets für das Krimifestival Hamburg?
Tickets für das Krimifestival gibt es u. a. in allen Heymann-Buchhandlungen, in der Hamburger Abendblatt-Geschäftsstelle, Großer Burstah 18–32, sowie online auf der jeweiligen Unterseite zur jeweiligen Lesung auf der Webseite des Krimifestival Hamburg. Ohne Umweg kannst du dir Eintrittskarten auf der Ticket-Seite sichern.
Was kosten Karten für das Krimifestival Hamburg?
Die Höhe der Eintrittspreise variiert von Lesung zu Lesung bzw. ist abhängig von dem/der jeweiligen Autor:in. Los geht’s ab 16 €.
Baustellen-Führungen kosten 14 €.
Die konkreten Preise für Eintrittskarten und ob es noch welche für die gewünschte Lesung gibt, erfährst du auf der Ticket-Seite.
Mehr Veranstaltungen
Auf dem Veranstaltungsportal der Hamburger Sparkasse gibt es noch viele weitere Veranstaltungen zu verschiedenen Themen in zahlreichen Filialen. Schau doch mal vorbei. Wenn du keine Veranstaltung in deinem Stadtteil oder zu deinen Themen verpassen möchtest, kannst du dich dort auch für einen Newsletter anmelden.





