Verbrenner oder Elektroauto: Short Facts im Überblick
- Der TCO-Effekt: Ein Elektroauto ist beim Kauf teurer, gleicht diesen Nachteil durch spürbar geringere Lauf-, Steuer- und Wartungskosten über die Jahre jedoch meist wieder aus.
- Wartungsvorteil: E-Autos benötigen keinen Ölwechsel, keine Auspuffanlage und haben keinen Verschleiß an Zündkerzen oder Keilriemen – das spart bis zu 30 bis 40 % bei Inspektionen.
- Der Break-Even-Punkt: Je höher die jährliche Kilometerleistung und je häufiger zu Hause geladen wird, desto schneller überholt das E-Auto den Verbrenner finanziell.
Inhalte im Überblick
Verbrenner oder Elektroauto: Was ist günstiger?
Spätestens seit dem für das Jahr 2035 beschlossene Verbrenner-Aus ist klar, dass früher oder später E-Autos den Ton auf den Straßen angeben werden. Doch lohnt es sich heute schon, auf ein Elektroauto zu setzen? Schließlich wurde das Gesetz zum Verbrenner-Aus mittlerweile wieder etwas aufgelockert. Aber vor allem in Zeiten von steigenden Benzinpreisen befassen sich viele potenzielle Käufer:innen mit der Option eines Elektrofahrzeugs und fragen sich, ob ein Verbrenner oder Elektroauto günstiger ist.
Es entscheiden nicht nur Strom- und Benzinpreise darüber, welches Auto sich in der jeweiligen Lebenssituation für die Fahrer:innen lohnt, sondern auch die Anschaffungs-, Instandhaltungs- und Nebenkosten.
Verbrenner oder Elektroauto: Das sind die Anschaffungskosten
Wie bei vielen anderen Produkten verhält es sich auch bei Autos so: Neueste Technik hat ihren Preis. Deshalb ist derzeit beim Kauf eines Elektroautos mit einem Aufpreis von mehreren Tausend Euros im Vergleich zu einem gleichwertigen Verbrenner zu rechnen.
Dieser erhebliche Preisunterschied liegt vor allem an der riesigen Batterie des E-Autos. Sie alleine macht etwa ein Drittel des Kaufpreises aus. Der Elektromotor ist dafür etwas günstiger als der Verbrennermotor, da er mit weniger Teilen auskommt. Durch sinkende Preise für Akkus und Batterien rechnen Expert:innen allerdings damit, dass die Preise für neue Elektroautos schon im Jahr 2027 auf einem Niveau mit gleichwertigen Verbrennern liegen werden.
Verbrenner oder Elektroauto: Die 5 Hauptfaktoren im direkten TCO-Kostenvergleich
Die Total Cost of Ownership (TCO) erfasst alle finanziellen Belastungen von der Zulassung bis zum Weiterverkauf. Folgende Posten fließen in den direkten Vergleich ein:
| Kostenkategorie | Elektroauto | Verbrenner (Benzin / Diesel) | Finanzieller Sieger |
| Anschaffungskosten | Höherer Listenpreis (Akkukosten wirken preistreibend, keine staatliche Förderung mehr). | Niedrigerer Einstiegspreis im Kompakt- und Kleinwagensegment. | Verbrenner |
| Treibstoff & Energie | ca. 5–8 € / 100 km (Heimladen) bzw. 10–13 € (Schnellladen). | ca. 11–14 € / 100 km (bei regulären Kraftstoffpreisen). | Elektroauto |
| Kfz-Steuer | 0 € / Jahr (Befreiung für Reinelektrofahrzeuge bis mind. 2030). | ca. 80–300 € / Jahr (abhängig von Hubraum & CO₂-Ausstoß). | Elektroauto |
| Wartung & Inspektion | Weniger bewegliche Teile, kein Ölwechsel, geringerer Bremsenverschleiß. | Regelmäßiger Ölwechsel, Zündkerzen, Auspuff, Zahnriemen fällig. | Elektroauto |
| Kfz-Versicherung | Vollkasko teils etwas teurer (Akkuschutz), Haftpflicht vergleichbar. | Ähnliches Niveau; Einstufung hängt stark von der Typklasse ab. | ⚖️ Unentschieden |
Kfz-Versicherung im Check: Zahlen E-Autos höhere Prämien?
Beim Thema Versicherung hält sich hartnäckig der Mythos, Elektroautos seien extrem teuer in der Einstufung. In der Praxis bewegen sich Haftpflicht- und Kaskoprämien für Elektrofahrzeuge auf einem sehr vergleichbaren Niveau wie bei ähnlichen Verbrennermodellen.
Zwar verlangen manche Versicherer für die Vollkaskoversicherung einen kleinen Aufpreis, um die teure Traktionsbatterie über Spezialbausteine (z. B. gegen Akkudefekte, Überspannungsschäden oder Entsorgungskosten) abzusichern. Gleichzeitig belohnen jedoch viele Anbieter die Umweltfreundlichkeit von Stromern mit speziellen Öko-Rabatten von 10 bis 20 % auf die Grundprämie, was die Zusatzkosten im Alltag oft komplett ausgleicht.
Rechnung: Kompaktwagen über 5 Jahre und 75.000 km
Um die Theorie greifbar zu machen, vergleichen wir einen typischen Kompaktwagen als Stromer und als Benziner bei einer Haltedauer von 5 Jahren und 15.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr:
Praxis-Rechnung: Gesamtkosten nach 5 Jahren (75.000 km)
Beispielrechnung für einen Kompaktwagen bei 15.000 km Fahrleistung pro Jahr und überwiegender Ladung zu Hause.
* Modellhafte Beispielrechnung. Tatsächliche Werte hängen vom individuellen Fahrverhalten, Versicherungseinstufungen, Strom- und Kraftstoffpreisen sowie dem Ladeort ab.
Ergebnis im Beispiel: Trotz des um 7.000 € höheren Anschaffungspreises spart das Elektroauto über 5 Jahre Nutzungsdauer durch günstigere Energie-, Steuer- und Wartungskosten in der Gesamtrechnung über 4.000 €.
Der Break-Even-Rechner: Ab wann überholt das E-Auto den Verbrenner?
Der Zeitpunkt, ab dem ein Elektroauto unterm Strich günstiger fährt als ein Verbrenner, hängt primär von deiner jährlichen Kilometerleistung und deinen Ladegewohnheiten ab.
Die magische Kilometerschwelle
Bei durchschnittlichen Strompreisen für das Laden zu Hause (ca. 30 Cent/kWh) und üblichen Benzinpreisen liegt der Break-Even-Punkt meist bei ca. 10.000 bis 12.000 Kilometern pro Jahr. Ab diesem Fahrpensum amortisiert sich der höhere Anschaffungspreis innerhalb von 3 bis 4 Jahren.

Wertverlust & Wiederverkauf: Ist das E-Auto ein finanzieles Risiko?
Die Sorge vor einem überdurchschnittlichen Wertverlust hält viele Autokäufer:innen vom Stromer ab. Tatsächlich unterlagen gebrauchte Elektroautos durch den rasanten technologischen Fortschritt, schwankende Rohstoffpreise und Preissenkungen der Hersteller in den letzten Jahren stärkeren Wertsprüngen als etablierte Verbrennungsmotoren.
Gleichzeitig steigt jedoch der Druck auf Benziner und Diesel: Künftig weiter steigende CO₂-Bepreisungen beim Tanken und schärfere Umweltzonen-Regelungen könnten den Wiederverkaufswert von älteren Verbrennern in den kommenden Jahren spürbar belasten. Wer beim Elektroauto das Restwertrisiko komplett ausschließen möchte, entscheidet sich für ein Leasingmodell, bei dem das Verwertungsrisiko voll beim Hersteller verbleibt.
FAQ: Häufige Fragen zum Thema Verbrenner oder Elektro
Ist ein Elektroauto im monatlichen Unterhalt günstiger als ein Verbrenner?
Ja, ein Elektroauto ist im monatlichen Unterhalt in der Regel spürbar günstiger als ein vergleichbarer Verbrenner. Verantwortlich dafür sind die Befreiung von der Kfz-Steuer, um ca. 30 bis 40 % niedrigere Wartungskosten sowie deutlich günstigere Energiekosten beim Laden an der heimischen Steckdose oder Wallbox.
Was kosten 100 Kilometer Fahrt mit dem E-Auto im Vergleich zum Verbrenner?
100 Kilometer mit dem E-Auto kosten beim Laden zu Hause ca. 5 bis 8 €, während ein Benziner auf derselben Strecke ca. 11 bis 14 € verbraucht. Wer ausschließlich teure öffentliche Schnellladesäulen nutzt, zahlt für 100 Kilometer Elektro-Fahrt allerdings ebenfalls ca. 10 bis 13 €.
Ab wie vielen Kilometern rechnet sich der Aufpreis für ein Elektroauto?
Ein Elektroauto rechnet sich bei überwiegender Heimladung meist ab einer Fahrleistung von ca. 10.000 bis 12.000 Kilometern pro Jahr. Ab dieser Schwelle gleichen die täglichen Ersparnisse bei Strom, Steuer und Inspektionen den höheren Anschaffungspreis innerhalb von 3 bis 5 Haltedauern aus.
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