Short Facts: Zentrale Warmwasserversorgung vs. dezentrale Versorgung
| Merkmal | Zentrale Versorgung | Dezentrale Versorgung |
| Technik | Ein Speicher für das ganze Haus | Geräte direkt an der Zapfstelle |
| Energieträger | Gas, Öl, Wärmepumpe, Solar | Meist elektrisch (Strom) |
| Anschaffung | Hoch (Leitungsbau nötig) | Gering (einfache Montage) |
| Betriebskosten | Niedriger (günstigere Energieträger) | Höher (wegen Strompreisen) |
| Platzbedarf | Platz im Keller erforderlich | Platz in Bad/Küche nötig |
| Hygiene | 60 °C Regel (Legionellenschutz) | Sehr hoch (keine Stagnation) |
Inhalte im Überblick
Was bedeutet zentrale und dezentrale Warmwasserversorgung?
Bevor wir und die Details anschauen, klären wir die Begriffe. Der Unterschied zwischen zentraler und dezentraler Warmwasserversorgung liegt primär im Ort der Erwärmung und dem Weg, den das warme Wasser zurücklegen muss.

Funktionsweise der zentralen Warmwasserbereitung
Bei der zentralen Warmwasserbereitung ist das System direkt an die Heizungsanlage gekoppelt. Ein zentraler Warmwasserspeicher im Keller oder Technikraum hält das Wasser auf Temperatur und verteilt es über ein Rohrnetz im ganzen Haus. Oft kommt hier eine Umwälzpumpe (Zirkulationspumpe) zum Einsatz, damit an jeder Entnahmestelle sofort warmes Wasser fließt.
Dezentrale Systeme: Elektrische Durchlauferhitzer und Boiler
Die dezentrale Warmwasserbereitung bedeutet, dass das Wasser in unmittelbarer Nähe zur Entnahmestelle erwärmt wird. Hierbei ist das System von der Heizung entkoppelt. Das kalte Wasser fließt in das Gerät (z. B. einen Durchlauferhitzer oder einen Kleinspeicher) und wird genau dann erhitzt, wenn du den Warmwasserhahn aufdrehst.
Zentrale Warmwasserbereitung: Vorteile und Nachteile im Überblick
Ein zentrales System ist der Standard im modernen Neubau und bei Kernsanierungen. Es bietet einen hohen Komfort, da mehrere Zapfstellen gleichzeitig ohne Temperaturabfall bedient werden können.
Die Vorteile der zentralen Versorgung
- Kostengünstige Energieträger: Du nutzt die Energiequelle deiner Heizung. Ob Wärmepumpe, Gas oder Pellets; diese sind pro Kilowattstunde meist deutlich günstiger als Haushaltsstrom.
- Erneuerbare Energien: Eine zentrale Anlage lässt sich hervorragend mit einer thermischen Solaranlage (Solarthermie) kombinieren. Bildlich gesprochen heizt dann die Sonne dein Duschwasser auf.
- Hohe Schüttmenge: Ideal für Familien. Während oben jemand ausgiebig duschen oder baden möchte, kann in der Küche problemlos abgewaschen werden.
Nachteile: Wärmeverluste und Hygiene
- Wärmeverluste: Auf dem Weg durch die Leitung vom Keller bis ins Dachgeschoss geht Energie verloren. Je nach Dämmung der Rohre bis zu 30 %.
- Legionellenschutz: In zentralen Speichern besteht bei zu niedrigen Temperaturen die Gefahr von Legionellen. Daher muss das Wasser im Speicher dauerhaft auf mindestens 60 °C gehalten werden, was wiederum Energie kostet.
- Hoher Installationsaufwand: Es müssen Warmwasserleitungen durch das gesamte Gebäude verlegt werden.
Nachteile und Stärken der dezentralen Warmwasserbereitung
Wenn keine zentralen Leitungen vorhanden sind oder nur einzelne Räume (wie das Gäste-WC) versorgt werden sollen, können dezentrale Geräte eine mögliche Alternative bilden.
Boiler oder Durchlauferhitzer: Sofort warmes Wasser zur Verfügung
Da die Geräte direkt an der Zapfstelle sitzen, entfällt die Wartezeit. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch wertvolles Trinkwasser, da nicht erst literweise kaltes Wasser ungenutzt in den Abfluss läuft.
Elektronische Durchlauferhitzer vs. hydraulische Modelle
Wenn du dich für eine dezentrale Lösung entscheidest, solltest du auf elektronische Durchlauferhitzer setzen. Im Gegensatz zu alten hydraulischen Modellen arbeiten sie gradgenau. Das verhindert Temperaturschwankungen und kann bis zu 20 % Energie sparen, da kein kaltes Wasser beigemischt werden muss.
Kleinspeicher und Boiler
Für die Spüle oder das Waschbecken im WC reichen oftmals Kleinspeicher oder Boiler. Diese halten eine geringe Menge Wasser (5 – 15 Liter) ständig warm. Elektrisch betriebene Kleinspeicher sind in der Anschaffung unschlagbar günstig, verursachen aber durch die ständige Warmhaltung leichte Standby-Verluste.
Frischwasserstation: Die hygienische Alternative
Neben der klassischen zentralen und dezentralen Lösung gibt es eine dritte Option: die Frischwasserstation. Sie kombiniert die Vorteile beider Systeme und löst dabei das größte Problem zentraler Speicher: die Legionellengefahr.
Das Prinzip: Ein zentraler Pufferspeicher hält Heizungswasser auf Temperatur. Das Trinkwasser wird erst im Moment des Zapfens über einen Wärmetauscher erhitzt – im Durchlaufprinzip, nicht auf Vorrat. So steht kein warmes Trinkwasser im Speicher, in dem sich Keime vermehren könnten.
Vorteile der Frischwasserstation
- Maximale Hygiene: Kein stehendes Warmwasser bedeutet kein Legionellenrisiko. Die aufwendige 60-°C-Regel entfällt.
- Günstige Energieträger: Du nutzt die Wärme deiner Heizung – ob Wärmepumpe, Gas oder Pellets.
- Unbegrenzte Warmwassermenge: Solange der Pufferspeicher Wärme liefert, fließt warmes Wasser.
- Ideal für Solarthermie: Die solare Warmwasserbereitung funktioniert mit Frischwasserstationen besonders effizient.
Nachteile
- Höhere Anschaffungskosten: Eine Frischwasserstation kostet mehr als ein klassischer Warmwasserspeicher.
- Begrenzte Zapfleistung: Bei mehreren gleichzeitigen Entnahmen (z. B. 2 Duschen parallel) kann die Temperatur schwanken.
Warmwasserbereitung im Mehrfamilienhaus: Besonderheiten
In Hamburger Mehrfamilienhäusern ist die Entscheidung oft baulich vorgegeben. Während Altbauten häufig auf eine dezentrale Versorgung setzen, verfügen moderne Neubauten meist über zentrale Systeme.
Das solltest du beachten:
- Abrechnung: Bei der dezentralen Lösung (z. B. über einen Durchlauferhitzer mit Strom) zahlst du direkt über deinen Stromzähler. Das sorgt für maximale Transparenz. Bei zentralen Systemen wird der Verbrauch über Wärmemengenzähler in der Warmwasserleitung und Heizkostenverteiler an den Heizkörpern erfasst.
- Hygiene und Sicherheit: In großen Häusern mit zentralem Speicher ist die Legionellenprüfung gesetzlich vorgeschrieben. Das Wasser muss im System dauerhaft auf hohen Temperaturen gehalten werden. Eine dezentrale Warmwasserbereitung im Mehrfamilienhaus umgeht dieses Problem, da das Wasser erst direkt bei Bedarf erhitzt wird.
- Platzersparnis: Zentrale Systeme benötigen Steigleitungen durch alle Stockwerke. Fällt diese Infrastruktur weg, gewinnst du in der Wohnung Platz, musst aber Raum für den Boiler oder Durchlauferhitzer in Bad oder Küche einplanen.
Kosten-Check: Wie hoch sind die Kosten für eine zentrale Warmwasserbereitung?
Die Frage zentral oder dezentral ist immer auch eine finanzielle Abwägung.
- Anschaffungskosten: Ein dezentraler Durchlauferhitzer kostet inklusive Montage im Schnitt wenige hundert Euro. Ein zentrales System inklusive Verrohrung und Speicher kann im Einfamilienhaus schnell 5.000 € bis 10.000 € extra kosten.
- Betriebskosten: Hier wendet sich das Blatt. Da Strom als Energieträger teuer ist, liegen die Kosten pro m³ Warmwasser bei dezentralen Systemen oft beim Doppelten bis Dreifachen im Vergleich zu einer zentralen Lösung mit Wärmepumpe oder Gas.
| Merkmal | Zentrale Versorgung | Dezentrale Versorgung |
| Anschaffung | Hoch | Gering |
| Betriebskosten | Niedrig | Hoch (da Strom) |
| Hygiene | 60 °C Regel beachten | Sicher (Frischwasser) |
| Platzbedarf | Platz im Keller nötig | Platz in Bad/Küche nötig |
Expert:innen-Tipp: Für Single-Haushalte mit geringem Wasserverbrauch kann eine dezentrale Versorgung günstiger sein, da die hohen Investitionskosten einer zentralen Anlage sich nie amortisieren würden. Für Familien ist zentral fast immer die wirtschaftlichere Wahl.
Sanierung und Neubau: Welches System lohnt sich wann?
Beantworte die folgenden 6 kurzen Fragen und finde heraus, ob eine zentrale oder dezentrale Warmwasserversorgung für dich sinnvoller ist. Beachte bitte: Dies dient lediglich einer ersten Orientierung.
Welches Warmwassersystem passt zu dir?
- Oft niedrigere Betriebskosten durch günstigere Energieträger
- Möglichkeit zur Einbindung erneuerbarer Energien
- Komfort an mehreren Zapfstellen gleichzeitig
- In der Regel geringere Anschaffungskosten
- Keine Leitungsverluste – Wasser wird direkt an der Zapfstelle erhitzt
- Oft einfachere Installation ohne aufwendigen Leitungsbau
- Zentral für Bereiche mit hohem Verbrauch (z. B. Bad, Küche)
- Dezentral für entfernte Zapfstellen (z. B. Gäste-WC)
- Kein stehendes Warmwasser – dadurch in der Regel kein Legionellenrisiko
- Nutzung günstiger Energieträger möglich (z. B. Wärmepumpe, Solar)
- Kann Vorteile von zentralen und dezentralen Systemen verbinden
* Diese Empfehlung dient als erste Orientierung. Die optimale Lösung hängt von weiteren Faktoren ab.
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Tipps zum Energie sparen bei der Warmwasserversorgung
Egal welches System du nutzt, so kannst du deine Kosten senken:
- Spar-Duschköpfe können den Wasserverbrauch um bis zu 30 bis 50 % reduzieren
- Temperatur anpassen: 60 °C im zentralen Speicher sind Pflicht (Legionellen), aber am Durchlauferhitzer reichen oft 42 °C zum Duschen völlig aus
- Leitungen dämmen: Bei zentralen Systemen sollten alle frei zugänglichen Rohre im Keller dick isoliert sein.
Warmwasser mit Photovoltaik: Lohnt sich das?
Mit einer eigenen PV-Anlage auf dem Dach wird auch die dezentrale Warmwasserbereitung finanziell interessanter. Denn selbst erzeugter Strom kostet im Schnitt nur etwa 8 bis 12 Cent pro kWh (deutlich weniger als die 25 bis 35 Cent für Netzstrom).
So funktioniert’s
Ein elektronischer Durchlauferhitzer oder ein elektrischer Warmwasserspeicher nutzt den Solarstrom direkt. Smarte Steuerungen (Smart Meter) erkennen automatisch, wann überschüssiger PV-Strom verfügbar ist, und heizen dann das Wasser auf.
Das solltest du beachten
- Durchlauferhitzer & PV: Ein Durchlauferhitzer zieht kurzzeitig 18 bis 27 kW Leistung. Das schafft keine normale Dachanlage allein; hier springt das Stromnetz ein. Der PV-Anteil bleibt gering.
- Warmwasserspeicher & PV: Besser geeignet. Der Speicher nimmt den Solarstrom über mehrere Stunden auf und heizt das Wasser langsam auf. So nutzt du mehr Eigenstrom.
- Heizstab im Pufferspeicher: Die cleverste Lösung für zentrale Systeme. Ein elektrischer Heizstab im Speicher wandelt überschüssigen PV-Strom in Wärme um; quasi eine thermische Batterie.
Fazit: PV-Strom für Warmwasser lohnt sich vor allem mit Speicherlösungen. Wer ohnehin Solarthermie plant, sollte die Kosten beider Systeme vergleichen. Manchmal ist die Kombination aus PV und Wärmepumpe günstiger als klassische Solarkollektoren.
Fazit: Wann lohnt sich welches System?
Ob zentral oder dezentral, es gibt kein pauschales „Besser“. In modernen Neubauten dominiert in der Regel die zentrale Versorgung, auch wegen der Einbindung von erneuerbarer Energie. Im Bestand und bei der schnellen Sanierung bleibt der dezentrale Durchlauferhitzer derzeit aufgrund der geringen Installationskosten eine wichtige Alternative.
FAQ: Häufige Fragen zum Thema Warmwasser zentral oder dezentral
Was ist effizienter: Boiler oder Durchlauferhitzer?
Durchlauferhitzer sind effizienter, da sie nur dann Energie verbrauchen, wenn Wasser fließt. Ein Boiler hält Wasser auf Vorrat warm, was zu Speicherverlusten führen kann.
Wie hoch sind die Kosten für eine zentrale Warmwasserbereitung?
Die Betriebskosten sind gering (ca. 7 – 12 Cent pro kWh je nach Energieträger; z.B. Gas, Pellets, Wärmepumpe), die Anschaffung ist jedoch teuer (mehrere tausend Euro für Speicher und Leitungen).
Wann ist eine dezentrale Warmwasserversorgung sinnvoll?
Sie ist ideal bei unregelmäßigem Bedarf, langen Leitungswegen oder wenn die Nachrüstung einer zentralen Leitung baulich zu aufwendig wäre.
Was tun gegen Legionellen bei zentralen Systemen?
Das Wasser muss im Speicher regelmäßig auf hohe Temperaturen (mindestens 60 °C) erhitzt werden. Zudem sollte das Wasser in den Leitungen nicht stagnieren.
Kann ich eine thermische Solaranlage mit dezentralen Geräten kombinieren?
Das ist schwierig, da dezentrale Geräte meist rein elektrisch arbeiten. Eine Solarthermieanlage benötigt zwingend einen zentralen Speicher.





