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Arbeitsrechtliche Begriffe, Männer die in Arbeitskleidung eine Wand entlang klettern Unsplash / Dean Bennett

Arbeitsrechtliche Begriffe, die du definitiv kennen solltest

Arbeitsrecht kann manchmal verwirrend sein, besonders wenn viele Begriffe auf einmal auftauchen. Wir erklären die wichtigsten Begriffe einfach und praxisnah, damit du sofort verstehst, was sie bedeuten. Scrolle nach unten oder nutze die Navigation, um direkt zu deinem gewünschten Begriff zu springen.

Abfindung

Eine Abfindung ist ein arbeitsrechtlicher Begriff für eine einmalige Zahlung des Arbeitgebers, die meist im Zusammenhang mit einer Kündigung erfolgt. Einen automatischen Anspruch darauf hast du nicht. Häufig wird eine Abfindung gezahlt, um eine Kündigung einvernehmlich zu regeln oder einen Rechtsstreit zu vermeiden. Die Höhe der Abfindung ist Verhandlungssache und hängt oft von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab.

Abmahnung

Mit einer Abmahnung weist der Arbeitgeber auf ein Fehlverhalten hin und fordert dich auf, dieses künftig zu unterlassen. Sie ist meist die Vorstufe zu einer Kündigung und muss das beanstandete Verhalten klar benennen. Gleichzeitig dient sie als Warnsignal, denn erst wenn sich das Verhalten wiederholt, kann eine Kündigung rechtlich leichter durchsetzbar sein.

Arbeitslosengeld

Arbeitslosengeld ist eine finanzielle Unterstützung, wenn du deinen Job verlierst. Höhe und Dauer hängen unter anderem von deinem bisherigen Einkommen und deiner Beschäftigungszeit ab. Voraussetzung für den Erhalt ist, dass du bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet bist und wichtig ist auch, dass du aktiv bei der Jobsuche mitwirkst.

Arbeitsvertrag

Der Arbeitsvertrag regelt die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmer:in und Arbeitgeber. Darin stehen zum Beispiel Gehalt, Arbeitszeit, Urlaubstage und Kündigungsfristen. Er bildet die rechtliche Grundlage deines Arbeitsverhältnisses. Änderungen oder Zusatzvereinbarungen sollten immer schriftlich festgehalten werden, um spätere Missverständnisse zu vermeiden, denn ein klar formulierter Arbeitsvertrag gibt Sicherheit und schützt sowohl den oder die Arbeitnehmer:in als auch Arbeitgeber.

Arbeitszeit

Die Arbeitszeit beschreibt, wie viele Stunden du täglich oder wöchentlich arbeitest. Sie ist im Arbeitsvertrag geregelt und unterliegt gesetzlichen Vorgaben. Auch Überstunden, Pausen und Ruhezeiten zählen dazu. Wie flexibel deine Arbeitszeit ist, hängt oft von Branche und Unternehmen ab.

Arbeitszeitgesetz

Das Arbeitszeitgesetz schützt Arbeitnehmer:innen vor zu langen Arbeitszeiten. Es legt unter anderem fest, wie viele Stunden pro Tag gearbeitet werden darf und wann Pausen vorgeschrieben sind. Darin ist auch Sonn- und Feiertagsarbeit geregelt. Ziel ist es, deine Gesundheit langfristig zu schützen.

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Befristeter Vertrag

Ein befristeter Arbeitsvertrag endet automatisch zu einem bestimmten Zeitpunkt oder nach Erreichen eines vereinbarten Ziels. Eine ordentliche Kündigung ist oft nur eingeschränkt möglich. Befristungen dürfen nicht unbegrenzt verlängert werden. Liegt kein sachlicher Grund für eine Befristung vor, darf ein neues Arbeitsverhältnis höchstens auf 2 Jahre befristet sein. Danach wird daraus ein unbefristeter Vertrag.

Betriebsrat

Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmer:innen im Unternehmen. Er wirkt bei vielen Entscheidungen mit, zum Beispiel bei Kündigungen oder Arbeitszeiten. Beschäftigte können sich bei Konflikten oder Unsicherheiten an ihn wenden.

Brutto / Netto

Brutto bezeichnet dein Gehalt vor Abzügen. Davon gehen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge ab. Das Netto ist der Betrag, der am Ende tatsächlich auf deinem Konto landet. Wie groß der Unterschied zwischen Brutto und Netto ist, hängt unter anderem von Steuerklasse und Einkommen ab.


Elternzeit

Elternzeit ermöglicht es dir, nach der Geburt eines Kindes eine berufliche Auszeit zu nehmen. Dein Arbeitsplatz bleibt in dieser Zeit geschützt, auch wenn du kein Gehalt erhältst. Die Elternzeit kann flexibel aufgeteilt werden, auch zwischen Mutter und Vater. Während dieser Zeit hast du Anspruch auf Elterngeld, das einen Teil des vorherigen Einkommens ersetzt, und kannst so Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren.

Entgeltfortzahlung

Die Entgeltfortzahlung sorgt dafür, dass du bei Krankheit weiterhin dein Gehalt bekommst. In der Regel gilt das für bis zu 6 Wochen. Voraussetzung ist eine ärztliche Krankschreibung. Danach übernimmt meist die Krankenkasse mit dem Krankengeld.


Gehalt

Das Gehalt ist die regelmäßige Bezahlung für deine Arbeit, meist monatlich. Es bleibt in der Regel gleich, auch wenn die tatsächliche Arbeitszeit leicht schwankt. Im Arbeitsvertrag ist festgelegt, wie hoch dein Gehalt ist. Zusätzlich beinhaltet das Gehalt oft Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Boni, die je nach Unternehmen unterschiedlich ausfallen können.


Kündigung

Eine Kündigung beendet das Arbeitsverhältnis. Sie kann vom Arbeitgeber oder von Arbeitnehmer:innen ausgesprochen werden. Dabei müssen formale Vorgaben eingehalten werden, zum Beispiel die Schriftform oder die Fristen, die im Arbeitsvertrag festgelegt sind.

Kündigungsfrist

Die Kündigungsfrist legt fest, wie viel Zeit zwischen der Kündigung und dem Ende des Arbeitsverhältnisses liegt. Je länger du im Unternehmen bist, desto länger ist oft auch die Frist. Für Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber können allerdings unterschiedliche Fristen gelten. Die Kündigungsfrist gibt beiden Seiten Zeit, sich auf die Veränderung einzustellen und gegebenenfalls eine neue Stelle oder eine:n Nachfolger:in zu organisieren.

Kündigungsschutz

Der Kündigungsschutz soll Arbeitnehmer:innen vor ungerechtfertigten Kündigungen schützen. Er greift in der Regel nach 6 Monaten Betriebszugehörigkeit. Zusätzlich muss der Betrieb eine bestimmte Mindestgröße haben. Dann braucht der Arbeitgeber einen sachlichen Kündigungsgrund.


Lohn

Der Lohn ist ein arbeitsrechtlicher Begriff für die Bezahlung von geleisteter Arbeit, die häufig auf Stundenbasis erfolgt. Anders als beim Gehalt kann der Lohn von Monat zu Monat variieren, je nachdem, wie viele Stunden gearbeitet wurden oder ob Zuschläge anfallen. In der Praxis werden die Begriffe Lohn und Gehalt jedoch oft gleichbedeutend verwendet.


Mindestlohn

Der Mindestlohn ist der gesetzlich festgelegte Lohn pro Arbeitsstunde und soll sicherstellen, dass Arbeit fair bezahlt wird. Er gilt für die meisten Beschäftigten, egal ob Vollzeit, Teilzeit oder Minijob. Die Höhe des Mindestlohns wird regelmäßig angepasst, um Inflation und Lebenshaltungskosten zu berücksichtigen. Arbeitgeber, die den Mindestlohn unterschreiten, verstoßen gegen das Gesetz und riskieren Bußgelder.

Mutterschutz

Der Mutterschutz schützt werdende Mütter vor und nach der Geburt ihres Kindes. In dieser Zeit gelten besondere Beschäftigungsverbote und ein besonderer Kündigungsschutz. Gleichzeitig wird das Einkommen finanziell abgesichert. Ziel ist es, die Gesundheit von Mutter und Kind zu schützen.


Nebenjob

Ein Nebenjob ist eine zusätzliche Beschäftigung neben dem Hauptjob. Grundsätzlich ist er erlaubt, muss aber häufig dem Arbeitgeber gemeldet oder von ihm genehmigt werden. Wichtig ist, dass der Nebenjob deine Haupttätigkeit nicht beeinträchtigt. Hier müssen auch gesetzliche Arbeitszeitgrenzen eingehalten werden.


Probezeit

Die Probezeit ist eine Kennenlernphase zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses, die meist bis zu 6 Monate dauert. In dieser Zeit gelten verkürzte Kündigungsfristen, sodass beide Seiten unkomplizierter prüfen können, ob das Arbeitsverhältnis passt. Die Probezeit gibt Arbeitnehmer:innen die Möglichkeit, das Unternehmen, die Aufgaben und das Team kennenzulernen. Gleichzeitig kann der Arbeitgeber sehen, ob die Fähigkeiten und Leistungen den Erwartungen entsprechen. Sie ist also eine praktische Orientierungshilfe, bevor das Arbeitsverhältnis langfristig fortgeführt wird.


Rentenversicherung

Die Rentenversicherung ist Teil der gesetzlichen Sozialversicherung. Sie sorgt dafür, dass du im Alter oder bei Erwerbsminderung finanziell abgesichert bist. Die Beiträge werden direkt vom Bruttogehalt abgezogen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer:innen teilen sich dabei die Kosten.


Sozialversicherung

Zur Sozialversicherung zählen die Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Die Beiträge für diese Versicherungen werden direkt vom Bruttogehalt abgezogen und stellen sicher, dass du in unterschiedlichen Lebenssituationen finanziell abgesichert bist. Sie greifen zum Beispiel, wenn du krank oder pflegebedürftig wirst, in Rente gehst, deine Arbeit verlierst oder einen Unfall hast.


Tarifvertrag

Ein Tarifvertrag wird zwischen Gewerkschaften auf der einen Seite und Arbeitgebern oder Arbeitgeberverbänden auf der anderen Seite ausgehandelt. In diesen Verträgen werden wichtige Arbeitsbedingungen festgelegt, wie zum Beispiel das Gehalt, die wöchentliche Arbeitszeit, Urlaubstage, Sonderzahlungen oder Regelungen zu Überstunden. Tarifverträge gelten oft nicht nur für einzelne Unternehmen, sondern für ganze Branchen, sodass sie eine einheitliche Grundlage für viele Beschäftigte schaffen.

Teilzeit

Teilzeit bedeutet, dass du weniger Stunden pro Woche arbeitest als bei einer Vollzeitstelle. Die genaue Anzahl der Arbeitsstunden wird im Arbeitsvertrag festgelegt, damit sowohl du als auch dein Arbeitgeber Klarheit haben. Auch wenn du in Teilzeit arbeitest, hast du Anspruch auf Urlaub und bist sozialversichert, genau wie Vollzeitbeschäftigte. Das bedeutet, dass Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung weiterhin gezahlt werden. Dein Gehalt fällt in der Regel niedriger aus, weil es anteilig zu deiner reduzierten Arbeitszeit berechnet wird.


Urlaubstage

Urlaubstage sind bezahlte freie Tage, die dir zur Erholung zustehen. Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 20 Tage bei einer Fünf-Tage-Woche. Viele Arbeitgeber gewähren darüber hinaus zusätzliche Urlaubstage, zum Beispiel für Betriebszugehörigkeit oder Tarifverträge.

Überstunden

Überstunden entstehen, wenn du mehr arbeitest als im Arbeitsvertrag vereinbart. Ob und wie sie ausgeglichen werden, ist unterschiedlich geregelt. Sie können entweder bezahlt oder durch Freizeit ausgeglichen werden. Oft findest du dazu Regelungen im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag.

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Zeitarbeit

Bei Zeitarbeit bist du bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt und arbeitest vorübergehend in anderen Unternehmen. Dein Vertrag besteht mit der Zeitarbeitsfirma, nicht mit dem Einsatzbetrieb. Zeitarbeit wird häufig genutzt, um kurzfristigen Personalbedarf zu decken. Aber auch hier gelten arbeitsrechtliche Schutzvorschriften.

Zeugnis

Ein Arbeitszeugnis oder Zwischenzeugnis fasst deine Tätigkeiten und Leistungen zusammen. Es wird dir entweder auf Nachfrage oder beim Ende eines Arbeitsverhältnisses ausgestellt. Die Formulierungen folgen oft einem festen „Zeugniscodex“.

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