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Der Begriff DINK steht für „Double Income No Kids“ – zu Deutsch: doppeltes Einkommen, keine Kinder. Was in den 1980er-Jahren in der ambitionierten Yuppie-Kultur (young urban professional) entstand, ist heute ein fester Trend in unserer Gesellschaft. Dabei fällt vor allem eines auf: DINKs haben deutlich mehr finanziellen Spielraum. Während andere Paare große Teile ihres Budgets in Kinderzimmer, Betreuung oder Schulgebühren stecken, investieren DINKs in ihre eigenen Ziele. Selbst in der Generation Z schwindet der Wunsch nach Kindern zunehmend zugunsten von bewusster finanzieller Unabhängigkeit.
Die finanzielle Power: 2 Einkommen, 0 Windelstress
Zwei volle Gehälter fließen auf die eigenen Konten, ohne dass die enormen Kosten für die Kindererziehung davon abgehen. Wie kostenintensiv Kinder wirklich sind, zeigt ein Blick in die USA: Dort geben Eltern laut Business Insider bis zu 26.000 $ pro Jahr für den Nachwuchs aus. Dieses Geld sparst du als DINK komplett und kannst es direkt in deinen Vermögensaufbau stecken. Wie teuer der Nachwuchs in Deutschland wirklich ist, belegen auch Daten des Statistischen Bundesamtes: Im Jahr 2021 hatten Paare hierzulande durchschnittlich monatliche Kosten für ein Kind in Höhe von 763 €. Bis zum 18. Geburtstag summiert sich das auf stolze 165.000 €. Mit steigender Inflation und Lebenshaltungskosten kann man heute allerdings mit einer Gesamtsumme von 190.000 € rechnen.
DINK-Sparrechner
Erfahre, welches Sparpotenzial du ohne die durchschnittlichen Kosten für ein Kind hättest.
* Die Berechnung basiert auf aktuellen Durchschnittswerten (ca. 190.000 € bis zum 18. Geburtstag). Individuelle Kosten können je nach Lebensstandard stark variieren.
Ein weiterer großer Vorteil ist das gemeinsame Wirtschaften. Angenommen, du benötigst als Single 2.000 € im Monat für ein angenehmes Leben. Zieht dein:e Partner:in mit ein, verdoppeln sich eure Kosten nicht einfach auf 4.000 €. Ein Paar braucht schließlich keine 2 Einbauküchen und keine 2 Wohnzimmer. Ihr teilt euch die Miete, den Internetanschluss und viele weitere Fixkosten.
Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) benötigt ein Paar deshalb nicht das doppelte Einkommen, sondern lediglich das 1,5-Fache des Einkommens eines Singles, um einen vergleichbaren Lebensstandard zu erreichen. In unserem Beispiel reichen euch gemeinsam also 3.000 € völlig aus. Da ihr als DINK-Paar aber 2 volle Gehälter nach Hause bringt, bleibt durch diesen Spareffekt jeden Monat eine beachtliche Summe frei verfügbar. Das spiegelt sich ebenso eindrucksvoll in den Zahlen der IW wider:
- Die Elite: Ab einem gemeinsamen Nettoeinkommen von 5.550 € im Monat zählt ein kinderloses Paar in Deutschland bereits zu den oberen 10 %. Ab 10.790 € netto gehört ihr sogar zum absoluten Top-1-Prozent der Bevölkerung.
- Pro-Kopf-Sieg: Im Jahr 2018 kamen DINKs im Schnitt auf ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen von 3.085 € pro Kopf. Paare mit Kindern hatten vergleichsweise nur 2.330 € zur Verfügung.
Zwischen Karriere und Fernreise: So leben DINKs
Was fangen diese Paare mit ihrer Zeit und ihrem Geld an? Für DINKs stehen in der Regel eine glückliche Partnerschaft, der Erfolg im Beruf und das Kennenlernen fremder Kulturen auf Reisen im absoluten Mittelpunkt. Paare ohne Kinder genießen eine enorme Flexibilität bei ihrer Lebensplanung und können bei Interesse ihre Karrieren ungestört vorantreiben, da sie keine Elternzeiten oder feste Betreuungszeiten am Nachmittag berücksichtigen müssen. Die eingesparten Beträge wandern dann oft direkt in teure Hobbys, ausgiebige Wellness-Urlaube oder auch in den Aufbau einer privaten Altersvorsorge.
Wusstest du schon? Es gibt noch mehr als DINKs!
DINKY: Double Income, No Kids Yet sind Paare, die nur temporär kinderlos sind und später definitiv eine Familie planen.
GINK: Green Inclinations, No Kids beschreibt Menschen, die aus Gründen des Umweltschutzes bewusst auf Kinder verzichten.
DINKWAD: Double Income, No Kids, With A Dog bezieht sich auf Doppelverdiener:innen ohne Kinder, die jedoch einen geliebten Hund im Haushalt haben.
Kinderlose Paare bereits die Mehrheit
Wer glaubt, kinderlose Paare seien eine kleine Nische, irrt gewaltig. Die aktuellsten Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen eine überraschende gesellschaftliche Realität: In Deutschland leben mittlerweile rund 11,6 Millionen Paare in Haushalten ohne Kinder. Das sind deutlich mehr als die etwa 9,2 Millionen Paare mit Nachwuchs. Statistisch gesehen ist das Leben ohne Kinder im eigenen Haushalt – sei es gewollt oder weil die Kinder bereits ausgezogen sind – längst zur neuen Normalität geworden. Diese riesige, kaufkräftige Gruppe prägt dabei auch den Konsum, den Immobilienmarkt in Städten wie Hamburg und die Zukunft der privaten Altersvorsorge massiv.

Warum du trotzdem ein Testament brauchst
Die große finanzielle Freiheit birgt jedoch tückische Fallstricke, die viele Paare übersehen. Wenn du in einer kinderlosen Ehe lebst, gehst du vielleicht davon aus, dass dein:e Partner:in nach deinem Tod automatisch dein gesamtes Vermögen erbt. Doch ohne ein notarielles Testament greift die gesetzliche Erbfolge.
In diesem Fall erbt der oder die hinterbliebene Ehepartner:in nicht allein, sondern Eltern erben plötzlich mit. Sind die Eltern bereits verstorben, rücken deren weitere Kinder, also Geschwister oder sogar Nichten und Neffen, an ihre Stelle. Das kann auch Folgendes bedeuten: Jede Überweisung aus dem Erbe sowie Entscheidungen, etwa zu Immobilien, müssen mit der Verwandtschaft abgestimmt werden.
Unser Tipp: Lass dich beraten und verfasse frühzeitig ein Testament, um deinen Nachlass zu regeln. So kannst du dein:e Partner:in, wenn gewünscht, als Alleinerb:in einsetzen und vor dem finanziellen Zugriff Dritter schützen. Denk auch an den Worst Case: Was passiert, wenn euch gleichzeitig etwas zustößt? Ohne Vorsorge entscheidet hier wieder die gesetzliche Erbfolge getrennt für jeden von euch. Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich, jeweils eine:n Schlusserb:in zu benennen.
Fazit: Maximale Freiheit durch smarte Planung
Der DINK-Lifestyle bietet Paaren einzigartige Chancen: Ein gemeinsames Vermögen lässt sich deutlich schneller aufbauen, während die persönliche Flexibilität eine dynamische Lebensgestaltung ermöglicht. Ob spontane Reisen, berufliche Neuanfänge oder die Verwirklichung lang ersehnter Träume – das Leben ohne Kinder erlaubt eine Gestaltung nach ganz eigenen Regeln. Damit diese Unabhängigkeit jedoch auch in Krisenzeiten oder im Alter Bestand hat, ist eine vorausschauende Planung unerlässlich. Eine kluge Ordnung der Finanzen und die frühzeitige Regelung des Nachlasses stellen sicher, dass dieses Lebensmodell nicht nur kurzfristigen Genuss bietet, sondern auch langfristig maximale Sicherheit für beide garantiert.
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