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Vorsicht bei Kartenzahlung, Mann bezahlt mit Karte an der Kasse Pexels / Kampus Production

Vorsicht bei Kartenzahlung Schutz vor Betrugsmethoden

„Kartenzahlungen sind nach dem Bargeld das für Handel und Dienstleistungen bedeutendste Zahlungsinstrument“, heißt es bei der Deutschen Bundesbank. 2024 gab es rund 13 Milliarden Transaktionen, eine Steigerung von 11 % gegenüber dem Vorjahr. Kartenzahlung ist schnell und bequem. Kein Wunder also, dass die Nutzungszahlen seit Jahren stetig steigen. Allerdings sollte immer darauf geachtet werden, dass der korrekte Betrag mit der Karte bezahlt wird und dies auch bei den Abrechnungen bzw. Kontoauszügen kontrollieren. Hier erfährst du, warum.

Short Facts zu Gefahren bei Kartenzahlungen

  • Ein aufmerksames Auge ist das wirksamste Mittel gegen Fehler, Manipulation und Betrug: Prüfe das Terminal‑Display, verdecke die PIN‑Eingabe, kontrolliere den Beleg sofort nach der Zahlung und überprüfe regelmäßig deine Kontoumsätze.
  • Ein kleiner Zahlendreher, ein falsches Komma oder ein voreingestelltes Trinkgeld können leicht zu Fehlbuchungen führen; deshalb sollte der angezeigte Betrag immer vor Eingabe der PIN genau geprüft werden.
  • Möglich sind auch Manipulationen und Doppelbuchungen (wenn das Terminal zweimal „OK“ registriert).
  • Die Haspa bietet mit den Funktionen „Kontowecker“ und „Card Control“ praktische Werkzeuge, um benachrichtigt zu werden, wenn es Kontobewegungen gibt, um Verfügungsgrenzen anzupassen oder die Karte zu sperren.
  • Im Ausland sollte bei Kartenzahlungen immer die lokale Währung gewählt werden – die Nutzung von Dynamic Currency Conversion (DCC) kann die Kosten um bis zu 10 % erhöhen.
  • Vorsicht bei voreingestellten Trinkgeld‑Prozentzahlen. Trinkgeld ist freiwillig, lasse dich nicht zu höheren Beträgen drängen, die du nicht zahlen willst.
  • Bewahre die Belege der Kartentransaktionen gut auf. Dies gilt insbesondere für abgebrochene Transaktionen!

Warum die Betragskontrolle wichtig ist

Damit du den richtigen Betrag mit deiner Karte begleichst, ist eine Kontrolle wichtig. Es muss keine böse Absicht sein, wenn die Verkäuferin oder der Kellner einen falschen Betrag ins Zahlungsterminal eintippt. Doch ein Zahlendreher, ein falsch gesetztes Komma, eine Null zu viel oder ähnliche Fehler können dich (viel) Geld kosten. Auch voreingestellte Trinkgeld-Höhen, die nicht abgesprochen wurden, können zu Irritationen und Unmut führen. Deshalb ist beim Bezahlen mit Karte das genaue Prüfen des angezeigten Betrags ein ganz wichtiger Schritt, um Fehlbuchungen und Betrug zu vermeiden.

„Schon ein kleiner Unterschied zwischen dem erwarteten und dem angezeigten Betrag kann ein Hinweis auf Fehlbedienung oder Manipulation sein. Deshalb kann die sofortige Kontrolle hier davor schützen, dass ein falscher Betrag eingezogen wird“, sagt Julia Kühl vom Landeskriminalamt Hamburg (LKA).

Tipp: Card Control und Kontowecker

Myra Adeniyi vom Kompetenzcenter Betrugsprävention der Hamburger Sparkasse (Haspa) empfiehlt, die Tools Kontowecker und Card Control zu nutzen. Über die verschiedenen Einstellungen des Kontoweckers kannst du z. B. eine Mitteilung erhalten, wenn sich bei deinen Kontoumsätzen ab einem bestimmten Betrag etwas tut, wenn Überweisungen getätigt werden oder du in den Dispo rutschst. Über die Funktion Card Control kannst du schnell und einfach die Einsatzmöglichkeiten deiner HaspaCard und Kreditkarte verwalten, Verfügungsgrenzen ändern, die Karte sperren und vieles mehr.

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Welche Gefahren können bei Kartenzahlung drohen?

Neben der unbeabsichtigten Fehleingabe kann es auch durch andere Gründe zu falschen Abbuchungen oder Manipulationen kommen. Viele Betrugsversuche beginnen mit einer kleinen Abweichung, die beim genauen Hinsehen sofort auffällt.

GefahrBeschreibungHinweis für dich
Man‑in‑the‑middle – auch Machine-in-the-middle (MITM)Der Begriff bezeichnet eigentlich eine Angriffsform von Rechnernetzwerken. In diesem Fall geht es darum, dass der Betrag nach der (korrekten) Eingabe manipuliert wird, bevor er vom Zahlungsterminal an den Server des Zahlungsdienstleisters gesendet wird.Kontrolliere immer unmittelbar den Endbetrag, bevor du die Transaktion bestätigst. Sei misstrauisch, falls zusätzliche Daten abgefragt werden, die sonst nicht üblich sind.
DoppelbuchungenDas Terminal wird versehentlich zweimal ausgelöst oder die Person am Terminal drückt zweimal „OK“.Achte darauf, dass nach dem ersten „OK“ keine weitere Eingabe erfolgt.
Falscher Betrag wegen falscher Konfiguration des TerminalsEs kann beim Konfigurieren des Terminals ein Fehler gemacht worden sein (z. B. falsche Währung, Cent und Euro vertauscht), weshalb ein falscher Betrag angezeigt wird.Das Terminal muss geprüft und evtl. neu gestartet werden. Gib eine Zahlung nur dann frei, wenn der korrekte Betrag angezeigt wird.

Kartenbetrug: So kannst du dich schützen

Polizistin Julia Kühl hat folgende Tipps:

  • „Vor jeder Eingabe der PIN sollte das Display des Terminals aufmerksam betrachtet und der angezeigte Betrag geprüft werden. Dabei sollte besonders auf die Dezimalstellen und das Währungssymbol geachtet werden.“
  • „Falls der Betrag nicht korrekt ist, weisen Sie darauf hin und bestehen Sie auf eine Änderung. Bezahlen Sie nur den korrekten Betrag.“
  • „Geben Sie Ihre Karte nicht aus der Hand und lassen Sie die Transaktion nur in Ihrer Anwesenheit und vor Ihren Augen durchführen.“
  • „Seien Sie aufmerksam bei der Eingabe der PIN. Verhindern Sie durch das Abdecken mit der anderen Hand oder dem Portemonnaie, dass jemand die PIN-Eingabe beobachten kann.“

Myra Adeniyi vom Kompetenzcenter Betrugsprävention der Hamburger Sparkasse (Haspa) ergänzt:

  • „Lassen Sie sich nach Abschluss der Transaktion den Beleg ausdrucken und kontrollieren Sie, ob der dort angezeigte Betrag korrekt ist. Falls nicht, reklamieren Sie sofort vor Ort.“
  • „Bewahren Sie solche Belege auf, insbesondere, wenn eine erste Transaktion am Terminal abgebrochen wurde und eine neue Eingabe des zu zahlenden Betrags erfolgte. Dies ist im Schadensfall ein wichtiges Beweismittel, wenn es Manipulationen gab.“
  • „Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen und Abrechnungen. Sollte es eine Doppelbuchung oder eine nicht nachvollziehbare Abbuchung gegeben haben, wenden Sie sich an die Ansprechperson bei Ihrer Bank oder Sparkasse oder das zuständige Kartenunternehmen.“
  • „Falls es zu verdächtigen Abbuchungen über Ihre Karte gekommen ist, lassen Sie die Karte sofort sperren. Der zentrale Sperr-Notruf ist unter 116 116 gebührenfrei aus dem deutschen Festnetz rund um die Uhr zu erreichen. Vom Handy oder aus dem Ausland können Gebühren anfallen, die Sie beim jeweiligen Netzbetreiber erfragen können.“
  • „Wer seine Karte vom Ausland aus sperren lassen möchte, wählt +49 116 116 oder erreicht den Sperr-Notruf alternativ über die Telefonnummer +49 30 4050 4050.“
  • „Wenn Sie digitale Karten haben, lassen Sie diese im Schadensfall löschen.“

Über den Sperr-Notruf kann übrigens auch das Online-Banking gesperrt werden.

Nicht in die Währungsfalle tappen

Bei Kartenzahlungen im Ausland außerhalb der Euro-Zone wird an Kassenterminals und Geldautomaten oft gefragt: „In Euro oder in Landeswährung abrechnen?“ Wer jetzt glaubt, „wenn ich in Euro zahle ist es für mich transparenter und günstiger“, irrt sich leider und tappt in die „Währungsfalle“.

„Wählen Sie immer die Landeswährung! Bei Abrechnung in Euro drohen durch schlechte Wechselkurse und Zusatzgebühren oft hohe zusätzliche Aufschläge“, empfiehlt Myra Adeniyi von der Haspa. Denn der sofortige Umrechnungsservice, der Dynamic Currency Conversion (DCC), wird nicht vom Kartenunternehmen oder der Hausbank angeboten, sondern richtet sich nach den Konditionen der örtlichen Dienstleister.

Selbst wenn dort „Garantierte Abrechnung in Euro“ oder „Fester Wechselkurs“ versprochen wird, erfolgt die Umrechnung meist mit intransparenten und willkürlich hohen Wechselkurs-Aufschlägen und/oder zusätzlichen Servicegebühren. Deshalb rät auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), davon ab, außerhalb des Euro-Raumes Kartenzahlungen in Euro vorzunehmen.

Das Bezahlen in der lokalen Währung ist günstiger, weil das Kartenunternehmen bzw. die Hausbank zum echten, offiziellen Interbankenkurs umrechnet. Wenn außerhalb des Euro-Raumes mit der (Kredit-) Karte bezahlt wird, fällt pro Zahlung eine Fremdwährungsgebühr als Auslandseinsatzentgelt von etwa 1,5 bis 2 % an. Laut einer Studie kann das Bezahlen per Karte in Euro außerhalb des Euro-Raumes aber bis zu 10 % teurer sein.

Vorsicht bei Kartenzahlung, Symbolbild eines Zahlungsterminals mit Trinkgeld-Abfrage
Zahlungsterminal mit Trinkgeld-Abfrage | Bilderstellung unterstützt durch KI

Die „Trinkgeld-Falle“

In Deutschland ist das Geben von Trinkgeld freiwillig, ein „Dankeschön für guten Service“. Meist werden 5 bis 10 % des Betrages gewährt. Manche geben bei sehr gutem Service auch mehr, andere runden Beträge auf. In immer mehr Gastronomiebetrieben wird bei Kartenzahlung bereits Trinkgeld voreingestellt. Laut einer Umfrage fühlen sich viele Kund:innen davon genervt bzw. gedrängt, mehr „Tip“ zu geben als eigentlich geplant.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband sprach im September 2025 in einem Bericht sogar von Nudging. Der Begriff stammt vom englischen Wort nudge, was anstupsen oder schubsen bedeutet. Mit dem Begriff wird eine Methode aus der Verhaltensökonomie bezeichnet, bei der das Verhalten von Menschen durch die Art, wie ein Produkt gestaltet wird, gezielt in eine gewünschte Richtung gelenkt werden soll. So hätten Verbraucher:innen in einer Umfrage bemängelt, dass sie „durch die Produktgestaltung zu Trinkgeldzahlungen genötigt wurden“, während andere beklagten, dass sich die Voreinstellungen für Trinkgeld – aus ihrer Sicht – „nur in unangemessenen Höhen auswählen ließen“.

Zu ähnlichen Feststellungen kam auch die Verbraucherzentrale Brandenburg. Sie kritisierte anlässlich des Welttrinkgeldtages am 21.5.26, dass Dark Patterns inzwischen Einzug in die Gastronomie gefunden haben. Mit dem Begriff werden manipulative Designs oder Prozesse einer Website oder App bezeichnet, die Nutzende zu Handlungen verleiten, die sie eigentlich gar nicht wollen. Dazu gehören z. B. das länger als nötige Verweilen auf einer Webseite, die Preisgabe persönlicher Daten, der Kauf eines teuren oder zusätzlichen Produkts, der Abschluss oder die Verlängerung eines Abonnements. Viele Restaurants und Cafés würden an ihren Kartenterminals „zunehmend mit voreingestellten Prozentwerten“ von 15 oder sogar 30 % gezielt zu höheren Trinkgeld-Zahlungen verleiten.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat die Firma AmRest Coffee Deutschland Sp. z o.o. & Co. KG erfolgreich abgemahnt. Die Firma kennst du nicht? Es ist die deutsche Tochter des spanischen Konzerns AmRest Holdings SE, der die meisten Starbucks-Filialen in Europa in Franchise betreibt. Zum Konzern gehören übrigens auch Systemgastronomie-Filialen von KFC, Pizza Hut und Burger King.

Nach Feststellungen der Verbraucherzentrale habe es bei dem deutschen Unternehmen in den von ihm betriebenen Starbucks-Filialen an den Zahlungsterminals „keine unmittelbar auswählbare Möglichkeit (gegeben), Trinkgeld abzulehnen. Stattdessen wurden ausschließlich voreingestellte Prozentwerte und eine nicht spezifizierte Zeichenfolge angezeigt“. Das Unternehmen habe sich nach der Abmahnung verpflichtet, „eine solche irreführende Gestaltung der Trinkgeldabfrage künftig zu unterlassen und die Darstellung zu ändern“, so die Verbraucherschützer:innen.

Du möchtest weitere Tipps zur Betrugsprävention?

Gern, schau dich auf unseren Seiten um. Hier erfährst du z. B. woran du falsche Bankmitarbeitende erkennst, wie du nicht auf Fake-Shops, Anlagebetrug beim Cybertrading oder Hotline-Betrug bei Reise- und Flugbuchungen hereinfällst und warum eine Tätigkeit als Finanzagent:in keine gute Idee ist.

FAQ: Vorsicht bei Kartenzahlungen

Warum ist die Betragskontrolle beim Bezahlen so wichtig?

Schon kleine Fehler wie ein Zahlendreher, ein falsches Komma oder ein voreingestelltes Trinkgeld können zu Fehlbuchungen und unnötigen Kosten führen. Durch das sofortige Prüfen des angezeigten Betrags vor der PIN‑Eingabe lassen sich solche Fehler frühzeitig erkennen und verhindern.

Welche Betrugsformen können bei Kartenzahlungen auftreten?

Manipulationen und Doppelbuchungen sind sehr verbreitet.

Was ist der beste Schutz gegen Betrug bei Kartenzahlungen?

Ein wachsames Auge: Prüfe das Terminal‑Display genau, bestätige den Betrag erst nach Kontrolle, nutze nur vertrauenswürdige Kartenlesegeräte, prüfe anhand des Belegs die korrekte Zahlung und überprüfe regelmäßig deine Kontobewegungen. So reduzierst du das Risiko von Fehlbuchungen und Betrug erheblich.

Was ist die „Trinkgeld‑Falle“ und wie erkenne ich sie?

Viele Terminals zeigen voreingestellte Trinkgeld‑Prozentsätze (z. B. 15 bis 30 %) an, die Kund:innen ungewollt zu höheren Zahlungen verleiten. In Deutschland ist Trinkgeld freiwillig und üblich zwischen 5  und 10 % des Rechnungsbetrags.

Wie behalte ich meine Kontobewegungen besser im Blick?

Die Haspa bietet u. a. die Tools Kontowecker (benachrichtigt bei Kontobewegungen und Überweisungen) und Card Control (ermöglicht das Anpassen von Verfügungsgrenzen, das Sperren der Karte und die Verwaltung von Karteneinstellungen).

Was soll ich tun, wenn ich einen falschen Betrag am Terminal sehe?

Weise das Personal sofort auf den Fehler hin und bestehe darauf, dass der korrekte Betrag angezeigt und bestätigt wird, bevor du die Zahlung abschließt.

Wie verhalte ich mich bei verdächtigen Abbuchungen?

Kontrolliere regelmäßig die Kontobewegungen und Abrechnungen, melde dich bei Unstimmigkeiten sofort bei deiner Bank oder Sparkasse und sperre die Karte im Notfall über die kostenfreie Sperr‑Hotline 116 116 (oder +49 116 116 aus dem Ausland).

Was ist die „Währungsfalle“?

Die Wahl der falschen Währung (Bezahlung in Euro statt in der lokalen Währung) kann durch Dynamic Currency Conversion (DCC) zu Wechselkursgebühren, Aufschlägen und/oder zusätzlichen Servicekosten führen.

Wie schütze ich meine PIN bei der Eingabe?

Decke das PIN‑Feld mit der Hand oder dem Portemonnaie ab, sodass niemand die Eingabe der Zahlen beobachten kann.

Wie häufig werden Kartenzahlungen in Deutschland genutzt?

Im Jahr 2024 wurden nach Angaben der Deutschen Bundesbank rund 13 Milliarden Kartentransaktionen durchgeführt – das entspricht einem Anstieg von 11 % gegenüber dem Vorjahr.