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HASPA und MOPO suchen die "Bessermacher": Hier: Maria Wendler, Gründerin von Zeitleben e.V., hier mit Eliabeth Keßeböhmer(re, Haspa) Foto: Florian Quandt

Zeitleben Sie helfen, wenn das Leben leise kippt

Der Verein „Zeitleben“ bietet Menschen kostenlose psychologische Hilfe ohne Wartezeiten.

Manchmal kippt das Leben leise. Nicht mit einem Knall, sondern mit schlaflosen Nächten, Erschöpfung und dem Gefühl, allein nicht mehr weiterzukommen. „Dann braucht es jemanden, der einen ernst nimmt“, sagt Maria Wendeler. Sie weiß, wovon sie spricht. Seit 20 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich für Menschen, die nicht mehr weiterwissen. Maria Wendeler ist Mitgründerin von „Zeitleben“, einem Verein in Eimsbüttel, der psychologische Unterstützung anbietet – professionell, kostenlos und ohne lange Wartezeiten.

Maria lacht, als sie über ihr Alter spricht. „Ich bin 78. Nee, stimmt gar nicht, 77.“ Dann schiebt sie hinterher: „Ich habe halt gute Gene.“ Lächelnd winkt sie ab und spricht über ihr Ehrenamt. „Wenn jemand in einer Sackgasse ist, aus der er alleine nicht rauskommt, dann bieten wir ihm an, ihn ein Stück zu begleiten.“ Begleiten heißt bei „Zeitleben“: zuhören, ernst nehmen, nach Lösungen suchen.

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Schnelle Hilfe ohne Wartezeit

Die Hilfesuchende bekommen direkt Beratung – ohne lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz. Die meisten kommen wegen beruflicher Krisen: Burn-out, Mobbing, Überforderung oder Probleme beim Wiedereinstieg nach einer Krankheit. Viele arbeiten in sozialen Berufen. Häufig sind es Frauen, alleinerziehend und schlecht bezahlt. „In der Regel stellt sich heraus, dass es nicht nur das berufliche Problem ist, sondern dass es Gründe gibt, weshalb sie damit alleine nicht klar kommen. Und dann geht es ans Eingemachte.“

Rund 70 Coaches und Berater:innen arbeiten für den Verein, alle professionell ausgebildet, alle ehrenamtlich. Jedes Jahr begleiten sie etwa 100 Menschen. Besonders nahe gehen Maria familiäre Konflikte. „Mich rührt das als Mutter.“ Häufig gehe es um Frauen ohne Perspektive, mit wenig Geld, in denen aber noch „so viel Stärke und Potenzial steckt“.

Eine Begegnung ist ihr besonders in Erinnerung geblieben: eine selbstständige Mutter mit 2 kleinen Kindern, die depressive Phasen hatte. „Gemeinsam sind wir dann durch eine solche Phase gegangen und ich sie hat einen Weg gefunden.“ Der Kontakt besteht bis heute. Die Frau meldet sich, spendet für den Verein.

Haspa Bessermacher: Die Mitbegründerin von Zeitleben, Maria Wendeler, (77), engagiert sich seit über 20 Jahren für Menschen, die alleine nicht mehr weiterwissen.
HASPA und MOPO suchen die „Bessermacher“:
Hier: Maria Wendler, Gründerin von Zeitleben e.V.

Großartiges Team

Dass Maria Wendeler für diese Geschichten besonders sensibel ist, hat auch mit ihrer eigenen Biografie zu tun. Sie hat 3 Töchter. Ihr Mann starb früh. Da war sie 42 Jahre alt, die jüngste Tochter 10, die Zwillinge 12. Alleinerziehend hielt sie Familie und Beruf zusammen. Die studierte Psychologin arbeitete als Office-Managerin in einer Unternehmensberatung. „Ich glaube, ich war eine der ersten Homeoffice- Führungskräfte, wenn man so will.“

Als die Kinder erwachsen waren, machte sie sich selbstständig als Psychologin. Gemeinsam mit anderen Frauen gründete sie eine Beratungsstelle in Osdorf. Es kamen vor allem Menschen, die Beratung brauchten, sie sich aber nicht leisten konnten. „Wir konnten sie einfach nicht wegschicken. Deshalb haben wir den Verein mit 7 Kolleginnen gegründet.“ Heute sind nur noch sie und ihre Vorstandskollegin aus der Gründungszeit dabei, viele neue sind hinzugekommen.

Ebenfalls vor 20 Jahren zog der Verein in die Räume an der Eimsbütteler Chaussee. Im vergangenen Jahr wechselte der Eigentümer, die Miete sollte verdreifacht werden. Der neue Hausbesitzer ließ zwar mit sich reden, verlangte aber noch immer das Doppelte. Das wäre das Aus für „Zeitleben“ gewesen. Der Verein gab die Hälfte der Fläche auf und baute mit finanzieller Unterstützung der Haspa die übrigen Räume um.
„Wir sind sehr froh über diese Lösung“, sagt die Frau, die seit der Gründung Schatzmeisterin des Vereins ist. „Ich kann gut mit Zahlen umgehen und stehe nicht so gerne in der Öffentlichkeit.“ Und doch sitzt sie hier. Maria lacht. „Das ist okay. So lange klar wird, dass wir ein großartiges Team sind, in dem jeder gleich wichtig ist.“

Maria ist seit 10 Jahren in Rente. Doch zur Ruhe setzen – das ist nichts für sie. Sie lebt in Altona, kümmert sich viel um ihre Enkel, malt, spielt Ukulele. Und sie bleibt engagiert. Vielleicht, weil sie weiß, wie schnell sich ein Leben verändern kann. Und wie viel es bedeutet, wenn in schwierigen Momenten jemand da ist.

Haspa-Mitarbeiterin engagiert sich als Coach

Bessermacher Eine Aktion von MOPO und HASPA

Gutes verdient Unterstützung. Mit der Aktion „Die Bessermacher“ wollen wir nicht nur engagierte Menschen zeigen. Die Projekte bekommen auch finanzielle Hilfe und langfristige Unterstützung. Die Patenschaft für den Verein übernimmt Elisabeth Keßeböhmer. Sie ist Abteilungsleiterin im Personalbereich und hat zusätzlich eine Ausbildung zum systemischen Coach gemacht. Regelmäßig engagiert sich die Haspa-Mitarbeiterin ehrenamtlich bei „Zeitleben“. Für sie eine Herzensangelegenheit, Teil dieses „warmherzigen, engagierten Teams“ zu sein. „Coaching ist ein tolles Instrument, um in schwierigen Lebenssituationen zu helfen. Dass der Verein Menschen berät, die sich die Unterstützung sonst nicht leisten könnten, ist etwas ganz Besonderes.“ „Zeitleben“ wird auch finanziell unterstützt. Der Verein benötigt neue Möbel. Die Haspa hilft und kümmert sich um die Finanzierung aus den Mitteln des Haspa-Lotteriesparen.

Text: Wiebke Bromberg

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