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Unfallversicherung, Motorradfahrer in der Kurve Unsplash / Leon Andov

Private Unfallversicherung sinnvoll oder nur teurer Ballast?

Fragst du dich, ob sich eine private Unfallversicherung lohnt oder ob die gesetzliche Absicherung für dich ausreicht? Die ehrliche und direkte Antwort lautet: Sie ist kein absolutes Muss für jeden, für bestimmte Personengruppen jedoch ein extrem wichtiger finanzieller Schutz. In diesem Artikel zeigen wir dir, wann sich die zusätzliche Police auszahlt.

Unfallversicherung: Short Facts im Überblick

  • Rund 80 % aller Unfälle ereignen sich in der Freizeit, beim Sport oder im Haushalt – genau in diesen Situationen bietet die gesetzliche Unfallversicherung meist keinen Schutz.
  • Krankheit schlägt Unfall: In über 90 % der Fälle ist eine Krankheit der Auslöser für eine Schwerbehinderung oder Berufsunfähigkeit, nicht etwa ein Unfall. Die private Unfallversicherung kann eine BU deshalb nicht ersetzen.
  • Klare Zielgruppe: Für viele Angestellte ist sie verzichtbar, aber für Selbstständige, Hausfrauen und Hausmänner oder Rentner:innen kann die private Police eine wichtige finanzielle Absicherung sein.

Wann eine private Unfallversicherung sinnvoll ist

Eine private Unfallversicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn du Hausfrau oder Hausmann bist, risikoreiche Hobbys ausübst, selbstständig arbeitest oder aus gesundheitlichen Gründen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kannst. Für die meisten Angestellten ohne diese besonderen Risiken ist sie hingegen oft verzichtbar, sofern bereits eine starke Berufsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherung existiert.

Die meisten Unfälle ereignen sich in der Freizeit, im Haushalt oder beim Sport. Wenn dir genau dort etwas passiert, bist du über den Staat nicht abgesichert. Führt ein solches Missgeschick zu einer dauerhaften gesundheitlichen Einschränkung, springt die private Police ein. Sie zahlt dir eine größere Summe aus, damit du beispielsweise dein Haus barrierefrei umbauen oder spezielle Therapien finanzieren kannst. Mit diesem Geld erhältst du so die nötige finanzielle Freiheit, um dein Leben nach einem Schicksalsschlag neu zu organisieren.

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Gesetzlich vs. Privat: Die Unterschiede

Der größte Unterschied liegt im Geltungsbereich: Die gesetzliche Unfallversicherung schützt dich nur während der Arbeits- oder Ausbildungszeit sowie auf dem direkten Weg dorthin und zurück. Im Gegensatz dazu bietet dir die private Unfallversicherung einen weltweiten Rund-um-die-Uhr-Schutz, der auch in deiner Freizeit greift. Um dir den Unterschied greifbar zu machen, hilft ein einfacher Vergleich:

  • Die gesetzliche Unfallversicherung ist eine Pflichtversicherung, die dein Arbeitgeber für dich bezahlt. Sie greift bei einem Unfall im Büro oder bei Berufskrankheiten und übernimmt in erster Linie die Kosten für Reha-Maßnahmen und medizinische Versorgung. In schweren Fällen wird eine Rente gezahlt.
  • Private Unfallversicherung: Du wählst sie freiwillig aus und bezahlst sie selbst. Sie leistet, wenn du beim Skifahren stürzt oder wenn du von der Leiter fällst, während du die Fenster putzt. Ihr Fokus liegt auf der Auszahlung eines großen Kapitalbetrags bei dauerhaft bleibenden Schäden.

Ein alltagsnahes Beispiel: Du fährst nach der Arbeit nicht direkt nach Hause, sondern machst noch einen Abstecher ins Fitnessstudio. Bricht man sich dort beim Training kompliziert das Bein, ist man über die gesetzliche Unfallkasse nicht geschützt, da der direkte Arbeitsweg unterbrochen wurde. In diesem Fall bewahrt dich nur die private Unfallpolice vor den finanziellen Folgen.

Unfallversicherung als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Unfallversicherung kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung keinesfalls ersetzen. Denn die BU schützt auch vor Krankheiten, die der mit Abstand häufigste Grund für den Verlust der eigenen Arbeitskraft sind. Da die BU oft hohe monatliche Beiträge verlangt, suchen viele Menschen nach einer günstigeren Alternative.

Die Realität sieht jedoch so aus, dass in über 90 % der Fälle Krankheiten wie psychische Leiden, Rückenprobleme oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Berufsunfähigkeit führen. Nur in etwa 7 bis 10 % der Fälle ist ein Unfall der Auslöser für den beruflichen Ausfall. Bei all diesen Krankheiten zahlt die private Unfallpolice keinen einzigen Cent. Du solltest deshalb immer prüfen, ob du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kannst, da sie einen viel umfassenderen Schutz bietet!

Leistungen und Auszahlung im Ernstfall

Im Ernstfall zahlt die private Unfallversicherung als wichtigste Leistung eine einmalige, oft sechsstellige Geldsumme aus – die sogenannte Invaliditätsleistung. Die genaue Höhe dieser Auszahlung hängt von der vereinbarten Versicherungssumme, dem festgestellten Invaliditätsgrad und der gewählten Progression ab.

Wenn du dich also verletzt, prüft ein Arzt oder eine Ärztin, ob eine dauerhafte Beeinträchtigung vorliegt (in der Regel definiert als ein Schaden, der voraussichtlich länger als 3 Jahre anhält). Ist das der Fall, kommt die sogenannte Gliedertaxe ins Spiel. Das ist eine feste Tabelle in deinem Vertrag, die angibt, wie viel Prozent der Versicherungssumme du für ein geschädigtes Körperteil erhältst. Verlierst du beispielsweise durch einen Unfall ein Auge, sehen viele Gliedertaxen einen pauschalen Wert von 50 % vor.

Zusätzlich gibt es die Progression, die wie ein Turbo-Booster für deine Auszahlung wirkt. Hast du eine Grundsumme von 100.000 € und eine Progression von 350 % vereinbart, wird deine Leistung bei sehr schweren Schäden vervielfacht. Bei einer Vollinvalidität von 100 % bekommst du nicht nur 100.000 €, sondern 350.000 €. Damit hilft dir das Konzept, extrem hohe Folgekosten aufzufangen.

Unfallversicherung für Kinder

Die Frage, ob sich eine private Unfallversicherung für den Nachwuchs wirklich lohnt, lässt sich nicht mit einem klaren „Ja“ beantworten. Tatsächlich raten viele Expert:innen dazu, die Vor- und Nachteile genau abzuwägen.

Einerseits liegt der Gedanke an zusätzlichen Schutz nahe: Kinder sind sehr aktiv und die gesetzliche Unfallversicherung greift nur in der Schule, im Kindergarten und auf dem direkten Schulweg. Beim Toben im Garten, auf dem Spielplatz oder in den Ferien besteht kein Schutz durch diese Versicherung. Zwar übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung in jedem Fall die Behandlungskosten nach einem Unfall oder bei Krankheit, doch finanzielle Folgen wie eine dauerhafte Invalidität oder zusätzliche Belastungen für die Familie sind darüber kaum abgesichert.

Empfohlen wird deshalb als umfassendere Alternative eine sogenannte Kinderinvaliditätsversicherung. Diese zahlt nicht nur bei Unfällen, sondern auch, wenn das Kind durch eine schwere Krankheit dauerhafte gesundheitliche Einschränkungen erleidet. Dieser Schutz greift also in viel mehr Lebenslagen, ist dafür aber auch spürbar teurer als eine reine Unfallpolice.

Entscheidest du dich dennoch für eine private Unfallversicherung, weil sie oft schon für wenige Euro im Monat einen hohen Kapitalschutz bietet, solltest du auf starke Bedingungen achten. Empfehlenswerte Tarife bieten gerade für Kinder hilfreiche Extras. Dazu gehört das sogenannte „Rooming-in“, bei dem du als Elternteil kostenlos im Krankenhaus übernachten kannst, wenn dein Kind stationär behandelt werden muss. Auch kosmetische Operationen oder die Reparatur der teuren Zahnspange nach einem Sturz sollten in einem guten Vertrag inkludiert sein.

Für wen lohnt sich die private Unfallversicherung besonders?

Die Unfallversicherung ist zwar kein Muss für alle, kann aber für bestimmte Gruppen lebensrettend sein. Wenn du zu einer dieser Zielgruppen gehörst, solltest du also ernsthaft über einen Abschluss nachdenken:

  • Selbstständige und Freiberufler:innen

    Du hast keinen automatischen gesetzlichen Schutz und musst dich um alles selbst kümmern. Ein schwerer Freizeit- oder Arbeitsunfall kann ohne Absicherung deine finanzielle Existenz direkt vernichten, da keine automatische Lohnfortzahlung greift.

  • Hausfrauen und Hausmänner

    Die Arbeit im eigenen Heim birgt viele Risiken durch Kochen, Putzen oder Heben. Dennoch fällst du komplett durch das Raster der Berufsgenossenschaften und bist bei Unfällen im Haushalt überhaupt nicht gesetzlich abgesichert.

  • Senior:innen

    Mit zunehmendem Alter wächst leider auch das Risiko für schwere Stürze drastisch an. Etwa die Hälfte der Unfälle bei Menschen über 60 Jahren resultiert aus Stürzen im Alltag. Für Rentner:innen entfällt zudem der gesetzliche Arbeitsschutz. Eine private Police hilft deshalb, altersgerechte Umbauten im Zuhause zu finanzieren.

  • Personen mit riskanten Hobbys

    Wenn du in deiner Freizeit gerne Mountainbike fährst, reitest, kletterst oder Ski fährst, dann trägst du ein deutlich erhöhtes Unfallrisiko. Prüfe in diesem Fall aber genau, ob deine spezifische Extremsportart nicht in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen ist.

Was als Unfall gilt (Die PAUKE-Regel)

Versicherungen lieben präzise Definitionen. In der Branche gilt die sogenannte PAUKE-Regel: Ein Unfall liegt vor, wenn eine Person durch ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.

Ein klassisches Beispiel: Wenn du beim Joggen über eine Baumwurzel stolperst und dir dabei Bänder reißt, war die Wurzel das äußere Ereignis – der Versicherer zahlt. Reißen dir aber ohne Fremdeinwirkung einfach mitten im Lauf die Sehnen, fehlt das Ereignis von außen. Daher ist es wichtig, dass dein gewählter Tarif auch die Bausteine „Eigenbewegung” oder „erhöhte Kraftanstrengung” beinhaltet, damit du in solchen Fällen nicht leer ausgehst. Auch Infektionen durch Zeckenbisse oder Unfälle infolge von Herzinfarkten sollten in modernen, leistungsstarken Verträgen inkludiert sein.

Die Unfallversicherung steuerlich absetzen

Die private Unfallversicherung bietet steuerliche Vorteile und lässt sich in der Steuererklärung absetzen. Die Beiträge gelten dabei für Privatpersonen als sogenannte Vorsorgeaufwendungen (Sonderausgaben). Hier gibt es allerdings Höchstbeträge zu beachten. Für Angestellte liegt die Obergrenze für diese Vorsorgeaufwendungen bei 1.900 € pro Jahr, für Selbstständige bei 2.800 €.

Da deine Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung diesen Topf jedoch oft schon vollständig füllen, bleibt häufig kein Platz mehr für die Unfallpolice. Hast du die Versicherung jedoch aus rein beruflichen Gründen (zum Beispiel als Berufsunfallversicherung) abgeschlossen, kannst du die Kosten unbegrenzt als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen.

Fazit: Das kannst du mitnehmen

Um die Unfallversicherung sinnvoll zu nutzen, solltest du deinen Alltag genau unter die Lupe nehmen. Klar ist, dass sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung niemals ersetzen kann. Bei chronischen oder schweren Krankheiten, die meistens zu einer Invalidität führen, bietet sie dir nämlich absolut keinen Schutz. Dennoch hat die private Unfallpolice ihre Berechtigung, denn sie fängt dich finanziell auf, wenn ein schwerer Unfall in der Freizeit, im Haushalt oder beim Sport dein Leben plötzlich auf den Kopf stellt.

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FAQ: Häufige Fragen zur privaten Unfallversicherung

Was ist der Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Unfallversicherung?

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt dich als Arbeitnehmer:in oder dein Kind nur während der Arbeitszeit, in der Schule sowie auf dem direkten Hin- und Rückweg. Eine private Unfallversicherung bietet dir hingegen einen weltweiten Rund-um-die-Uhr-Schutz, der gezielt auch bei Unfällen in deiner Freizeit oder im Haushalt greift.

Kann eine private Unfallversicherung die Berufsunfähigkeitsversicherung ersetzen?

Nein, denn in über 90 % der Fälle sind Krankheiten die Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Bei diesen Fällen zahlt die Unfallpolice gar nicht. Eine private Unfallversicherung ist lediglich eine Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Alternative, falls du aus gesundheitlichen Gründen keinen bezahlbaren BU-Schutz mehr bekommst.

Wann genau zahlt die Unfallversicherung Geld aus?

Du erhältst eine finanzielle Auszahlung, wenn du durch einen Unfall eine dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung (Invalidität) davonträgst. „Dauerhaft” bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der körperliche Schaden voraussichtlich länger als 3 Jahre anhalten wird und keine Besserung in Sicht ist.

Was bedeutet „Gliedertaxe“ im Versicherungsvertrag?

Die Gliedertaxe ist eine feste Tabelle in deinem Vertrag, die angibt, welchen Invaliditätsgrad der Verlust oder die Funktionsunfähigkeit eines bestimmten Körperteils bedeutet. Anhand dieser Prozentwerte berechnet der Versicherer exakt, wie viel Geld du im Ernstfall von der vereinbarten Versicherungssumme ausgezahlt bekommst.

Schon geregelt, was wirklich zählt?

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