Budgetplanung Hausbau: Short Facts im Überblick
- Realistische Kostenplanung: Faktoren wie Fertighaus oder individueller Wohnraum, Platz für Carport, Garten und Co. oder kompakteres Grundstück und Standort in der Stadt oder auf dem Land beeinflussen die späteren Kosten und deine Budgetplanung enorm.
- Grundstückskosten: Grundstückskosten machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten aus, in Hamburg liegen sie derzeit bei 1.063 € pro Quadratmeter Bauland.
- Kosten für Roh- und Ausbau: Ohne Baunebenkosten und Sonderwünsche in der Ausstattung solltest du im mittleren Preissegment ungefähr mit 2.500 € pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen.
- Baunebenkosten: Die Baunebenkosten setzen sich aus Notar- und Grundbuchkosten, Grunderwerbssteuer, Maklerkosten, Bauantrag, Vermessung, Erschließungskosten und Ähnlichem zusammen.
- Finanzierung: Die monatlichen Raten der Finanzierung sollten maximal 40 % des verfügbaren Nettoeinkommens betragen. Deutschlandweit liegen die Bauzinsen im Jahr 2026 in einer Spanne zwischen 3,4 % und 4,0 %
Inhalte im Überblick
Budgetplanung Hausbau: Was kostet das Eigenheim eigentlich?
Hohe Bauzinsen, Rohstoff- und Handwerkerkosten, die scheinbar ins Unermessliche steigen und teure Grundstücke: Der Traum vom Eigenheim scheint derzeit aufgrund der vermeintlich hohen Kosten für die Normalbürger:innen ausgeträumt. Doch warum schießen die Preise gerade eigentlich so in die Höhe? Das liegt vor allem daran, dass beim Hausbau nicht nur die reinen Baukosten ins Gewicht, beziehungsweise ins Geld fallen, sondern sich der Preis für das neue Eigenheim aus mehreren, im wahrsten Sinne des Wortes, Bausteinen zusammensetzt. Eine gute Hausbau-Budgetplanung ist daher ein wichtiger erster Schritt.
Auch beim Hausbau ist die Budgetplanung das A und O
Dass die Entscheidung, ein Haus bauen zu wollen, nicht aus einem Impuls heraus entstehen sollte, liegt auf der Hand. Schließlich wird dich diese Immobilie im Optimalfall bis an dein Lebensende begleiten. Doch nicht nur deshalb sollte die Kaufentscheidung wohlüberlegt sein. Denn bereits bevor das eigentliche Bauvorhaben überhaupt startet, kannst du mit deinen Entscheidungen die spätere Höhe der Baukosten entscheidend beeinflussen.
Möchtest du lieber auf dem Land, oder doch eher in einer Stadt bauen? Brauchst du reichlich Platz für Garten, Pool, Carport usw. oder reicht auch ein kleineres und kompakteres Grundstück? Möchtest du ein Fertighaus aus dem Katalog bauen, oder soll ein:e Architekt:in dir deinen ganz individuellen Wohntraum entwerfen? Und wie viele Quadratmeter benötigst du überhaupt?
All diese Punkte beeinflussen die Hausbaukosten enorm. Es ist also nicht ganz leicht, eine Faustregel über die Kosten eines Hausbaus aufzustellen. Deswegen hilft es dir bei deiner Planung enorm, dir vorab einen Kostenplan für deinen Hausbau zu erstellen.
Grundstückskosten beim Hausbau
Ohne einen geeigneten Ort wird es schwer mit dem Bau eines Hauses. Deshalb ist die Wahl des richtigen Grundstücks ein erster, wichtiger Schritt auf dem Weg zu deinem neuen Wohnglück. Dabei ist es nicht nur wichtig auf eine schöne Lage und Umgebung zu achten, in der du dich wohlfühlst, du solltest außerdem auf relevante Punkte wie die Bebaubarkeit achten. Da die Grundstückskosten einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen, ist es wichtig, auch ein Auge auf den Quadratmeterpreis zu haben und verschiedene Angebote einzuholen.
Da der Quadratmeterpreis von Region zu Region stark schwankt, solltest du bei einem zu teuren Angebot nicht direkt den Kopf in den Sand stecken, da du nur ein paar Ortschaften weiter ein deutlich lukrativeres Angebot erhalten könntest. In Hamburg beispielsweise liegt der Quadratmeterpreis in mittlerer Lage derzeit bei 1.063 € pro Quadratmeter Bauland.
Kosten für den Roh- und Ausbau eines Hauses
Auch bei den Kosten für den Bau gibt es Schwankungen. Ein Doppel- oder Reihenhaus ist etwa günstiger, als ein Einfamilienhaus, das ist wiederum aber preiswerter als eine Villa. Logisch. Auch gibt es bei einem energieeffizienten Neubau oft staatliche Förderungen. Bei der Bauart kannst du zwischen einem Fertighaus und einem Massivhaus wählen. Das Fertighaus erfreut sich aufgrund seiner vergleichsweise kurzen Bauzeit und dem Fakt, dass das ganze Bauprojekt bei einer einzigen Firma liegt, immer größerer Beliebtheit. Hinzu kommt, dass du durch mögliche Festpreisgarantien eventuell Geld sparen kannst.
Während ein Fertighaus meist aus einem Holzkonstrukt besteht und auf dem Grundstück quasi wie ein Bausatz zusammengesetzt wird, wird ein Massivhaus noch klassisch Stein auf Stein gebaut. Demzufolge ist ein Massivhaus auch etwas teurer, als ein Fertighaus. Ohne Baunebenkosten und Sonderwünsche in der Ausstattung (wie zum Beispiel ein Keller, oder exklusive Bodenbeläge) solltest du aufgrund der Lohn- und Rohstoffentwicklungen der vergangenen Jahre, im mittleren Preissegment ungefähr mit 2.500 € pro Quadratmeter Wohnfläche rechnen.

Diese Baunebenkosten können anfallen
Der Hausbau geht nicht nur wegen der Baukosten und der hohen Grundstückspreise ordentlich ins Geld, auch die immer schärferen und umfangreicheren Bauvorschriften treiben die Kosten nach oben. Die sogenannten Baunebenkosten betragen in der Regel noch einmal 15 bis 20 % der Baukosten. Planst du also ein Haus mit 300.000 € Baukosten, musst du 60.000 € an Nebenkosten veranschlagen.
Was zählt zu den Baunebenkosten?
Die Nebenkosten beim Hauskauf beschreiben alle Kostenpunkte, die zusätzlich zum eigentlichen Hausbau fällig werden. Da du mit diesen Kosten in jedem Fall rechnen musst, ist es von Vorteil, dir vorher ein Bild über die verschiedenen Positionen zu machen.
Notar- und Grundbuchkosten
Der Kauf einer Immobilie findet immer mit einem oder einer Notar:in statt. Es werden also bei jeder Abwicklung Notarkosten fällig. Der oder die Notar:in übernimmt dabei unter anderem auch den Eintrag in das Grundbuch. Nachdem die Immobilie den Eigentümer oder die Eigentümerin gewechselt hat, bekommt der oder die Käufer:in eine Rechnung mit allen erbrachten Leistungen, darunter auch die Grundbuchkosten. Für Notar- und Grundbuchkosten solltest du in etwa zwischen 1,5 und 2 % des Kaufpreises einplanen.
Grunderwerbssteuer
Wenn du sogenannten Grund erwerben möchtest, wird darauf die Grunderwerbssteuer fällig. Logisch. Diese Steuer variiert von Bundesland zu Bundesland und liegt zwischen 3,5 und 6,5 % des Kaufpreises. In Hamburg liegt die Grunderwerbssteuer derzeit beispielsweise bei 5,5 %.
Maklerkosten
Die Kosten für ein:e Makler:in fallen natürlich nur dann an, wenn dich ein Maklerbüro bei der Suche nach einem Grundstück oder einer Immobilie unterstützt hat. Jede:r Makler:in hat bei der Preisgestaltung freie Hand, der Höhe der Maklerkosten sind also keine Grenzen gesetzt. Aus Wettbewerbsgründen orientieren sich Makler:innen aber natürlich auch ein wenig an der Konkurrenz, weshalb in der Regel in etwa 3 % bis 7 % des Kaufpreises veranschlagt werden.
Weitere Baunebenkosten
Zusätzlich zu Makler- und Grundbuchkosten und der Grunderwerbssteuer, kann es noch zu weiteren Nebenkosten bei der Realisierung eines Neubaus kommen. Dazu zählen zum Beispiel:
- Bauantrag: ca. 1.400 €
- Baugenehmigung: 600 € – 1.900 €
- Vermessung: 2.500 €
- Bodengutachten: 840 € – 1.400 €
- Erschließungskosten: bis zu 15.000 €
- Abriss Altbauten: Bis zu 20.000 €
- Bauherrenhaftpflicht: 100 € – 500 € jährlich
Auch die Finanzierung des Hausbaus kostet Geld
Die zentrale Frage beim Thema Hauskauf ist ja, wie viel Haus du dir überhaupt leisten kannst. Dabei geht es gar nicht darum, wie viel Geld du derzeit liquide zur Verfügung hast. Diese Rücklagen reichen wohl bei den wenigsten für einen Kauf. Sondern vielmehr, welche Art und vor allem welche Höhe der Finanzierung du dir leisten kannst.
Budget für den Hauskauf ermitteln
Bevor du dich mit der Suche nach einem Grundstück oder einer Immobilie befasst, solltest du wissen, wie viel Budget du für den Kauf eigentlich zur Verfügung hast. Dafür ermittelst du anhand deines Einkommens und deiner Ausgaben, was für eine Kreditrate du dir monatlich im Rahmen der Finanzierung leisten kannst. Denke dabei auch an alle Ausgaben für Hobbys, Einkäufe usw.
Nachdem du Einnahmen und Ausgaben gegenübergestellt hast, ergibt sich ein frei verfügbares Einkommen, das die monatliche Belastung für die Immobilie decken muss. Um finanzielle Risiken zu vermeiden, lautet die Faustregel: Die monatlichen Raten sollten maximal 40 % des verfügbaren Nettoeinkommens betragen.
Was kostet die Finanzierung eines Hauses?
Bei der Finanzierung ist vor allem die Dauer des Kredits nicht unerheblich. Eine längere Laufzeit ist zwar mit höheren Gesamtkosten verbunden, gibt dir aber auch eine bessere Planungssicherheit. Denn vor allem in Niedrigzinsphasen können sich Laufzeiten von 20, 30 oder mehr Jahren lohnen. Auch eine grüne Baufinanzierung kann sich lohnen.
Es ist allerdings auch lohnenswert, das Darlehen schnell abzubezahlen, da es dabei oft bessere Konditionen gibt. Weniger Zinsen zahlen zu müssen, bedeutet nämlich auch, mehr Geld für die eigentliche Tilgung zu haben. Deutschlandweit liegen die Bauzinsen im Jahr 2026 in einer Spanne zwischen 3,4 % und 4,0 %. Wenn du dich näher mit dem Thema auseinandersetzen möchtest, hat die Haspa weiterführende Informationen zur Baufinanzierung.
So kannst du beim Hausbau Kosten sparen
Na klar, ein Schnäppchen wird ein Hausbau nie sein. Aber mit ein paar Tipps und Tricks, kannst du dennoch ordentlich sparen.
Kleineres Grundstück wählen
Wie bereits weiter oben beschrieben, ist die Grundstücksgröße eine gute finanzielle Stellschraube. Wenn du auf Platz für Carport, Swimmingpool oder ähnliches verzichten und auch mit einem kleineren Grundstück vorliebnehmen kannst, verbirgt sich dort ordentlich Sparpotenzial. Vor allem in Regionen mit hohen Grundstückspreisen kann sich das besonders lohnen.
Doppel- oder Reihenhaus statt Einfamilienhaus wählen
Einfamilienhäuser sind vergleichsweise teuer, da bei geringer Quadratmeterzahl eine große Außenwandfläche errichtet werden muss. Bei Reihenhäusern oder Doppelhaushälften kommst du dabei deutlich günstiger weg.
Auf einen Keller verzichten
Wenn du keinen dringenden Bedarf an Hobbyraum, Waschküche oder Weinlager hast, kannst du durch den Verzicht auf einen Keller ganz schön sparen. Nämlich bis zu 24.000 €. So viel kostet der Ausbau eines Kellers ungefähr. Solltest du dich doch für einen Keller entscheiden, gibt es vor allem bei der Kellerdämmung einige Förderungen.
Nicht mehr Wohnfläche als nötig bauen
Auch wenn große Räume verlockend sind, kosten sie einiges an Geld. Bis zu 2.000 € kostet dich jeder Quadratmeter extra. Wenn du sparen möchtest, solltest du dir also noch einmal genau überlegen, an welchen Stellen du den Platz wirklich brauchst, oder wo du vielleicht doch drauf verzichten kannst.
Auf Eigenleistung setzen
Du bist handwerklich begabt? Super, dann kann dir das bares Geld sparen. Denn Handwerker:innen sind teuer. Leichte Arbeiten wie Wände streichen, oder das Verlegen von Bodenbelägen kannst du problemlos selbst durchführen. Bedenke aber, dass alle Maßnahmen, die darüber hinausgehen und nicht von Profis durchgeführt werden, sich zwar finanziell lohnen können, aber die Bauzeit sich dadurch unter Umständen arg verlängern kann.
Sparen durch Eigenkapital
Sparen durch mehr Geld? Ja, das kann man schon so sagen. Denn je mehr Eigenkapital du für den Hausbau aufbringen kannst, desto geringer sind die Gesamtkosten. Wieso? Weil du durch das höhere Eigenkapital einen geringeren Kredit aufnehmen musst. Und da die Zinsen sich ja zwischen 3,5 % und 4,5 % bewegen, wirkt es sich extrem schmälernd auf die Gesamtkosten aus, wenn du nur einen kleinen, oder im besten Falle gar keinen Kredit aufnehmen musst, um dir deinen Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.
FAQ – Häufig gestellte Frage zur Budgetplanung Hausbau
Wie plane ich das Budget für meinen Hausbau?
Um dein Budget für den Hausbau zu planen, musst du dein verfügbares Nettoeinkommen ermitteln und davon maximal 40 % für die Kreditrate einplanen. Anschließend solltest du alle Kosten für den Bau und die Erstausstattung erfassen und auch einen Puffer von 10 bis 15 % für unvorhergesehene Ausgaben einplanen. Du kannst auch einen Budgetrechner verwenden, um eine solide Grundlage für deine Finanzierung zu schaffen.
Was kostet ein Hausbau in Deutschland 2026?
Ein Hausbau in Deutschland kostet 2026 durchschnittlich ca. 2.500 € pro Quadratmeter für ein Fertighaus, aber die Gesamtkosten verdoppeln sich oft, sodass ein Einfamilienhaus schnell 500.000 € oder mehr erreichen kann, abhängig von Region, Einrichtung und Größe.
Wie hoch sollte die finanzielle Reserve beim Hausbau sein?
Für den Hausbau solltest du eine finanzielle Reserve von mindestens 10 – 15 % des Gesamtbudgets als Puffer für Unvorhergesehenes haben, zusätzlich zu 20 – 30 % Eigenkapital für Baukosten und Nebenkosten, um bessere Kreditkonditionen zu erhalten und Baunebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar:in und Makler:in zu decken. Eine gute Faustregel ist, 20 % Eigenkapital einzubringen und einen zusätzlichen Puffer von 10 – 15 % des Gesamtbudgets für unerwartete Mehrkosten einzuplanen, sowie eine monatliche Instandhaltungsrücklage zu bilden.
Welche Kostenfallen gibt es beim Hausbau und wie vermeide ich sie?
Zu den größten Kostenfallen beim Hausbau zählen vor allem unerwartete Baunebenkosten wie Steuern, Makler:in, Notar:in und Erschließung, sowie Extrawünsche wie Keller oder schlechte Planung wie zu große Räume oder eine komplizierte Architektur. Durch detaillierte Verträge, das Einholen mehrerer Angebote, den Verzicht auf unnötige Extras und die Unterstützung durch unabhängige Sachverständige kannst du diesen Problemen jedoch vorbeugen.
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