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Altersvorsorgedepot: Drei ältere Damen sitzen nebeneinander auf einer Couch und zocken Pixabay / jobert_aquino

Altersvorsorgedepot Wertpapier-Depot statt Riester

Ab 1.1.2027 gelten neue gesetzliche Regelungen für die geförderte private Altersvorsorge. Neben Produkten, die eine Auszahlung von 80 bis 100 % des eingezahlten Geldes garantieren, gibt es auch welche ohne Garantien, aber mit höheren Renditechancen. Hier erfährst du mehr.

Short Facts zur Reform der Altersvorsorge

  • Das Altersvorsorgedepot ersetzt die klassische Riester‑Rente und ermöglicht eine staatlich geförderte, wertpapierbasierte Altersvorsorge.
  •  Du kannst jährlich bis zu 1 800 € einzahlen; dafür gibt es eine Grundzulage von bis zu 540 €Kinderzulagen (max. 300 €/Kind) und einen Berufseinsteiger-Bonus von 200 €.
  •  Es stehen Garantie‑Produkte (80 % bzw. 100 % des eingezahlten Kapitals) und renditestarke Produkte ohne Garantie zur Auswahl – letzteres birgt höhere Renditechancen, aber auch das Risiko von Verlusten.
  •  Zulässig sind nur Fonds und ETFs der Risikoklassen 1‑5 (SRI); Einzelaktien, Zertifikate, Kryptowährungen und andere spekulative Anlagen sind ausgeschlossen.
  •  Die Effektivkosten sind beim Standardprodukt auf maximal 1 % p.a. begrenzt und die Ansparphase ist steuerfrei – es fällt keine Abgeltungssteuer an.
  • Du kannst zwischen einer lebenslangen Rente oder einem Auszahlplan bis zum 85. Lebensjahr wählen.
  •  Für Einsteiger:innen gibt es ein Standardprodukt mit voreingestellten Anlageoptionen, das für alle Anbieter verpflichtend ist – kostengünstig, digital zugänglich und besonders geeignet für Kund:innen, die sich nicht mit Geldanlagen am Kapitalmarkt auskennen oder unsicher sind, welches Produkt sie auswählen sollen.

Was sind die 3 Säulen der Altersvorsorge in Deutschland?

Die Altersvorsorge in Deutschland fußt auf 3 Säulen: der gesetzlichen Rente, der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Altersvorsorge. Aufgrund des demografischen Wandels (immer weniger Einzahlende, immer mehr Rentner:innen) wird die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen, um unbeschwert den Ruhestand genießen zu können. Deshalb werden die anderen beiden Säulen immer wichtiger. Um insbesondere die private Altersvorsorge wieder attraktiver zu machen, wurde sie reformiert.

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Teaser Klassik Depot, zwei Frauen unterhalten sich auf einem Sofa

Produkte mit Garantien von 80 und 100 %

Mit dem Gesetz zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge (Altersvorsorgereformgesetz), das Ende Mai 2026 in Kraft trat und ab 1.1.2027 umgesetzt wird, sollen den Bürger:innen neue Altersvorsorgeprodukte zur Verfügung stehen. Statt der bisherigen „Riester-Rente“ wird es neue, flexiblere, renditenstärkere und kostengünstigere Produkte geben.

Diese unterscheiden sich vor allem in den Garantien. Sogenannte Garantieprodukte sichern dir zum Rentenbeginn einen vertraglich definierten Mindestbetrag zu (z. B. 80 % oder 100 % der eingezahlten Beiträge). Damit es diese Garantie geben kann, muss der Anbieter das Geld sicher und damit risikoarm anlegen. Das ist auf der einen Seite gut für dich, auf der anderen Seite bringt dies aber auch nur eine geringe Rendite. Liegt diese unter der Inflationsrate kann es zu einem Kaufkraftverlust kommen.

Das bedeutet: Du hast zwar den garantierten Betrag, aber er ist weniger Wert als zum Zeitpunkt des Produktabschlusses.

Neues Produkt: Höhere Renditechancen, aber ohne jegliche Garantien

Neu ist, dass es künftig auch Produkte ohne Garantien geben wird. Hier wird dein Geld komplett am Kapitalmarkt investiert – in Fonds und ETFs. Das bietet zwar hohe Renditechancen, aber leider auch das Risiko von Kapitalverlusten. Um hier einmal ein drastisches Bild zu verwenden: Wenn es gut läuft, schleppst du einen dicken Koffer voll Geld in den Ruhestand, aber wenn du ganz viel Pech hast, kann es passieren, dass du mit leeren Taschen in Rente gehst.

Standardprodukt für Unentschlossene und Newcomer

Eine weitere Neuerung der Reform ist die Wahlfreiheit zwischen einer lebenslangen Rente und einem Entnahmeplan, der auch Auszahlplan genannt wird. Damit sollen eine höhere Flexibilität und bessere Renditechancen gegenüber der bisherigen Riester-Rente ermöglicht werden. 

Neu ist auch, dass es ein Standardprodukt mit voreingestellten Anlageoptionen geben wird, dessen Effektivkosten auf maximal 1,0 % pro Jahr begrenzt sind. Dieses richtet sich insbesondere an Personen, denen eine Entscheidung schwerfällt, weil sie sich nicht ausführlich mit dem Pro und Kontra der unterschiedlichen Produkte entscheiden können oder wollen. Ein solches Standardprodukt müssen alle Anbieter geförderter Altersvorsorgeprodukte im Angebot haben. Damit soll es auch für Menschen mit wenig Kapitalmarkterfahrung eine einfache, kostengünstige und digital zugängliche Lösung geben.

Wie geht es mit Riester-Verträgen weiter?

Wenn du bereits einen Riester-Vertrag hast, lass dich nicht zu einer voreiligen Kündigung überreden, sondern informiere dich darüber, was ab 1.1.2027 möglich ist und welche Folgen eine Kündigung für dich haben kann. Denn für vor diesem Datum abgeschlossene Verträge gibt es einen Bestandsschutz.

Hinweis: Eine Kündigung widerspricht den Vorgaben der Deutschen Rentenversicherung. Weil das angesparte Kapital nicht (mehr) für die lebenslange Altersrente genutzt wird, müssten alle bisher für den Vertrag gewährten staatlichen Zulagen inklusive der über die Jahre in Anspruch genommenen Steuerermäßigungen in den jeweiligen Steuererklärungen zurückgezahlt werden.

Riester-Verträge können auch nach der Reform weiter bespart werden. Zwar können ab 2027 keine neuen Verträge mehr abgeschlossen werden, aber es gibt für bestehende weder eine automatische Kündigung noch eine automatische Umwandlung.

  • Informiere dich über die Optionen, die ab dem 1.1.2027 gelten.
  • Nimm Kontakt zu deiner Ansprechperson bei deiner Bank oder Sparkasse auf und lasse dich beraten.
  • Wenn du den bestehenden Vertrag nicht weiter mit staatlicher Förderung besparen möchtest, kannst du ihn einmalig auf die neue Förderregelung umstellen und damit von den neuen Vorteilen profitieren.
  • Es gibt also keinen Zeitdruck.
Spielfiguren Oma und Opa umgeben von Münzen und Geldscheinen
Bild: Torsten Borchers

Was ist ein Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist eine neue, staatlich geförderte Vertragsart für die private Altersvorsorge, die zum 1.1. 2027 in Deutschland eingeführt wird und ersetzt bzw. ergänzt das bisherige System der Riester‑Rente. Zielgruppe sind alle Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind – also die große Mehrheit der Arbeitnehmer:innen, aber auch z. B. Eltern in Erziehungszeit, Selbstständige, Beamtinnen und Beamte sowie deren Ehe‑ bzw. eingetragene Lebenspartner:innen. Im Kern handelt es sich um ein Depot, in dem wertpapierbasierte Anlagen wie ETFs oder Fonds für die private Altersvorsorge gehalten werden. Der Staat unterstützt die Einzahlungen mit Zulagen und bietet darüber hinaus steuerliche Vorteile sowohl in der Anspar‑ als auch in der Auszahlungsphase.

Die Ansparphase beim Altersvorsorgedepot

In der Ansparphase kann der/die Sparer:in jährlich bis zu 1.800 € einzahlen. Für die ersten 360 € erhält er/sie für jeden eingezahlten Euro 50 Cent als Grundzulage, maximal also 180 €. Für die darüber hinausgehenden 1.440 € gibt es 25 Cent pro Euro, was weitere 360 € ergibt. Damit beträgt die maximale Grundzulage 540 € pro Jahr. Zusätzlich können Kinderzulagen von bis zu 300 € pro Kind und ein Bonus für Berufseinsteiger:innen von 200 € (bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag) gewährt werden. Das eingezahlte Geld wird in zulässige Wertpapiere investiert.

Was sind zulässige Wertpapiere? Als zulässige Wertpapiere gelten grundsätzlich Fonds und ETFs der Risikoklassen 1‑5 (siehe Kasten zum SRI). Aktien‑Einzeltitel, Zertifikate, Kryptowährungen und andere spekulative Produkte sind nicht erlaubt bzw. werden nicht gefördert. Die Effektivkosten sind auf ein Prozent pro Jahr begrenzt, was das Produkt im Vergleich zu vielen klassischen Fonds‑Depots kostengünstiger macht.

Glühbirne Emoji

Es gibt 7 Risikoklassen, die von 1 sicher (bis 0,5 %, sehr geringes Verlustrisiko) über 5 konservativ wachstumsorientiert (20 bis 30 %, mittleres bis hohes Risiko) bis zu 7 spekulativ (über 80 %, sehr hohes bzw. höchstes Verlustrisiko) reichen. Eine Risikoklasse 0 gibt es nicht, da Geldanlagen in der Regel immer ein gewisses Risiko haben.

Altersvorsorgedepot und Steuern

Während der Ansparphase fällt keine Abgeltungssteuer auf Erträge an, weil die Vorabpauschale steuerfrei bleibt. Die geleisteten Beiträge und die erhaltenen Zulagen können zudem als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Sparende können zwischen 2 Auszahlungsvarianten wählen:

  • Beim Auszahlplan wird das angesparte Vermögen vom 65. bis zum 85. Geburtstag in regelmäßigen Raten ausgezahlt.
  • Alternativ kann eine lebenslange Rente gewählt werden, bei der monatliche Zahlungen bis zum Lebensende erfolgen.

In beiden Fällen besteht die Möglichkeit, bis zu 30 % des Depotwertes als Einmalzahlung zu entnehmen. Wichtig: Diese Einmalzahlung ist steuerpflichtig!

Bedenke: Wie hoch Steuern konkret ausfallen, hängt von deinen individuellen Umständen ab. Außerdem können sich steuerrechtliche Vorschriften in Zukunft ändern. Deshalb wende dich am besten an eine Steuerberatungskanzlei oder dein Finanzamt, wenn du Genaueres wissen möchtest.

Vorteile & Nachteile des Altersvorsorgedepot

Das Altersvorsorgedepot bietet zahlreiche Vorteile:

  • Die steuerfreie Ansparphase ermöglicht ein effizienteres Wachstum des Kapitals.
  • Die staatliche Förderung erhöht durch Grund‑, Kinder‑ und Berufseinsteiger‑Zulagen das angesparte Vermögen deutlich.
  • Die Effektivkosten sind beim Standardprodukt auf ein Prozent pro Jahr begrenzt, das sorgt für günstige Konditionen.
  • Das steuerfreie Umschichten sowie Rebalancing innerhalb des Depots ermöglichen eine flexible Anpassung des Portfolios ohne steuerliche Belastungen.
  • Sparende können je nach Risikobereitschaft zwischen Garantie‑ und Nicht‑Garantie‑Produkten wählen.
  • Am Kapitalmarkt können höhere Renditechancen eröffnet werden, die oberhalb der Renditen anderer Geldanlagen liegen.

Neben den genannten Vorteilen gibt es aber auch Nachteile und Risiken:

  • Die Anlagefreiheit ist eingeschränkt: Nur bestimmte Fonds und ETFs (SRI 1‑5) sind zulässig.
  • Aktien‑Einzeltitel, Zertifikate, Kryptowährungen und andere spekulative Produkte dürfen nicht eingesetzt werden.
  • Das Geld ist bis zum Renteneintrittsalter gebunden.
  • Eine vorzeitige Entnahme führt zum Verlust von staatlichen Zulagen und erzielten Steuervorteilen, die dann zurückgezahlt werden müssen.
  • Bei Produkten ohne Garantie bestehen Risiken, die zu Verlusten führen können – höhere Renditechancen gehen stets mit höherem Risiko einher. Im allerschlimmsten Fall könnte das eingesetzte Geld weg sein.
  • Die Wahl zwischen Auszahlplan und lebenslanger Rente erfordert eine individuelle Berechnung, die von Rentenfaktor, Laufzeit und persönlicher Situation abhängt.
  • Die einmalige Teilkapitalisierung ist voll steuerpflichtig, was die Nettorendite mindern kann.
  • Die staatliche Förderung gilt nur für Einzahlungen bis 1.800 € jährlich; höhere Einzahlungen (bis zu 6.840 €) erhalten keine Zulage, obwohl sie weiterhin steuerfrei bleiben.

Wer besonders hohen Wert auf Garantien und Sicherheit legt, kann die Riester‑Rente bzw. ein Garantie‑Produkt weiterhin als sinnvolle Option betrachten. Eine individuelle Beratung durch die Berater:innen der Haspa ist empfehlenswert, um das passende Modell und die optimale Anlagestrategie zu finden. Wenn du mehr zu Haspa-Angeboten zum Thema Altersvorsorgedepot wissen möchtest, informiere dich über den Link, bei deiner direkten Ansprechperson oder in einer der 100 Haspa-Filialen.

Übrigens: Bei uns findest du noch weitere Tipps, zum Beispiel welche Möglichkeiten der Altersvorsorge es aktuell gibt, wie du deine bestehende Altersvorsorge optimieren kannst, warum eine Immobilie als Altersvorsorge eine gute Idee sein kann oder wie das Berechnen einer möglichen Rentenlücke geht. Außerdem Artikel zu vielen weiteren Themen, zum Beispiel zum Wertpapiersparplan oder wie du dein Eigenkapital für den Immobilienkauf erhöhen kannst.

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FAQ: Fragen & Antworten zum neuen Altersvorsorgedepot ab 1.1.2027

Was ist das Altersvorsorgedepot?

Das Altersvorsorgedepot ist die neue, staatlich geförderte Vertragsart, die die klassische Riester Rente ersetzt bzw. ergänzt und in einem Wertpapier Depot (ETFs/Fonds) verwaltet wird.

Für wen ist das Altersvorsorgedepot gedacht?

Es richtet sich an alle Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind – also die große Mehrheit der Arbeitnehmer:innen, aber auch Eltern in Erziehungszeit, Selbstständige, Beamte und Beamtinnen sowie deren Ehe bzw. eingetragene Lebenspartner:innen.

Wie viel Geld darf ich mit Förderung jährlich einzahlen und welche Zulagen erhalte ich?

Pro Jahr können bis zu 1.800 € eingezahlt werden. Dafür gibt es eine Grundzulage von bis zu 540 € (50 Cent pro Euro für die ersten 360 €, 25 Cent für die restlichen 1.440 €), zusätzlich Kinderzulagen von bis zu 300 € pro Kind und einen Berufseinsteiger-Bonus von 200 € (bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag).

Welche Anlagemöglichkeiten gibt es?

Es stehen Garantie Produkte (Mindestgarantie von 80 % bzw. 100 % der eingezahlten Beiträge) sowie renditestarke Produkte ohne Garantie zur Auswahl. Letztere investieren das Geld vollständig in Fonds und ETFs und bieten höhere Ertragschancen, bergen jedoch das Risiko von Kapitalverlusten.

Welche Wertpapiere sind zulässig?

Nur Fonds und ETFs der Risikoklassen 1-5 (nach dem Summary Risk Indicator) dürfen verwendet werden. Einzelaktien, Zertifikate, Kryptowährungen und andere spekulative Produkte sind ausgeschlossen.

Wie hoch sind die Kosten?

Die Effektivkosten für das Standardprodukt sind auf maximal 1 % pro Jahr begrenzt, wodurch das Produkt im Vergleich zu vielen klassischen Fonds Depots besonders kostengünstig ist.

Welche Auszahlungsvarianten stehen zur Verfügung?

Es kann zwischen einer lebenslangen Rente und einem Auszahlplan (regelmäßige Raten bis zum 85. Geburtstag) gewählt werden.

Muss ich meinen Riester Vertrag kündigen?

Nein. Bestehende Riester‑Verträge können weiterhin bespart werden; es gibt weder eine automatische Kündigung noch eine automatische Umwandlung. Vor einer Kündigung solltest du dich über die neuen Angebote ab Januar 2027 und mögliche Folgen einer Kündigung informieren. Diese kann zum Verlust von staatlichen Zulagen und bereits gewährten steuerlichen Vorteilen führen.

Was ist das Standardprodukt für Einsteiger:innen?

Alle Anbieter müssen ein Standardprodukt mit voreingestellten, kostengünstigen Anlageoptionen anbieten. Es ist digital zugänglich, hat maximal 1 % Effektivkosten und richtet sich speziell an Kund:innen, die sich nicht ausführlich mit den Vor und Nachteilen der verschiedenen Produkte auseinandersetzen möchten.