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Heizperiode Mietwohnung: Rechte & Pflichten von Mieter:innen

Heizperiode Mietwohnung: Frau in dicke Decke geh√ľllt Pexels / Karolina Grabowska

Auch wenn der Fr√ľhling bereits mit ersten Sonnenstrahlen lockt oder der Herbst seine letzten goldenen Tage so richtig auskostet: F√§llt die Au√üentemperatur unter einen gewissen Wert, ist es ohne Heizung auch in der Wohnung oft nicht mehr sonderlich gem√ľtlich. Was die Heizperiode ist, von wann bis wann sie gilt und was deine Rechte und Pflichten als Mieter:in in Bezug auf die Temperatur in deinen Wohnr√§umen sind, erf√§hrst du jetzt!

Definition Heizperiode Mietwohnung: Das versteht man unter dem Begriff

Der Begriff Heizperiode bezieht sich auf den Zeitraum, in dem die Heizungsanlage des Wohnhauses eingeschaltet ist bzw. betrieben wird, um eine angemessene Beheizung der Wohnr√§ume zu gew√§hrleisten. Dabei gibt es keine gesetzlichen Regelungen in Bezug auf die Heizperiode in Deutschland. Zwar behandelt das Mietrecht eine Vielzahl an Bestimmungen bez√ľglich dem Verh√§ltnis zwischen Vermieter:innen und Mieter:innen, dennoch wird der Aspekt einer konkret definierten Heizsaison darin nicht behandelt.

Gem√§√ü dem B√ľrgerlichen Gesetzbuch haben Mieter:innen das Recht darauf, dass ihre Wohnungen √ľber eine funktionierende Heizungsanlage verf√ľgen, sodass eine bestimmte Mindesttemperatur sicherstellt werden kann. Diese Temperatur wird √ľblicherweise durch die jeweiligen Heizk√∂rper einer Zentralheizung erreicht, doch auch der energetische Zustand der jeweiligen Immobilie kann einen Einfluss auf die Innentemperaturen haben.

Da es keine eindeutig festgelegten Regelungen gibt, k√∂nnen konkrete Bedingungen und Zeitr√§ume f√ľr die Heizperiode je nach Mietvertrag und gesetzlichen Vorgaben mitunter variieren.

Heizperiode: Thermostat auf der Stufe 3
Pixabay / ri

Wann geheizt wird: Zeitraum der Heizungsperiode

Der Zeitraum der Heizperiode in Mietwohnungen erstreckt sich in Deutschland in der Regel von Anfang Oktober bis Ende April. Dieser Zeitrahmen orientiert sich an den √ľblichen klimatischen Bedingungen. Sobald die Au√üentemperatur l√§nger als 3 Tage hintereinander unter 12 Grad Celsius f√§llt, sind Vermieter:innen verpflichtet, eine angemessene Temperatur innerhalb der Wohnr√§ume zu gew√§hrleisten und somit die Heizungsanlage des Geb√§udes einzuschalten.

Mieter:innen haben gem√§√ü Mietrecht Anspruch darauf, dass ihre Wohnung angemessen beheizt werden kann, um die vorgegebene Mindesttemperatur zu gew√§hrleisten. Demnach m√ľssen Vermieter:innen sicherstellen, dass die Heizungsanlage rechtzeitig in Betrieb genommen wird, sodass die Wohnung zu Beginn der Heizperiode warm genug ist.

Achte auf regionale Unterschiede

Das genaue Datum f√ľr den Beginn und das Ende der Heizperiode kann je nach regionalem Klima sowie Einigungen im Mietvertrag mitunter variieren. In n√∂rdlicheren Regionen wie beispielsweise Hamburg kann die Heizperiode aufgrund der oftmals niedrigeren Temperaturen fr√ľher beginnen und l√§nger andauern. Eine Heizsaison von Mitte September bis Mitte Mai ist hier nicht un√ľblich.

Heizperiode Mietwohnung: Grafik zum Zeitraum der allgemeinen Heizperiode
Haspa Insider

Schön warm: Die Mindesttemperatur

Die Mindesttemperatur in Mietwohnungen ist die Temperatur, die mindestens in bewohnten R√§umen gew√§hrleistet sein muss, um Mieter:innen in der kalten Jahreszeit angemessen zu sch√ľtzen. Dies bezieht sich sowohl auf den Schutz vor Schimmel und somit einer Sch√§digung der Bausubstanz als auch auf den Schutz vor Gesundheitsrisiken (z.‚ÄĮB. Schimmel oder K√§lte √ľber einen l√§ngeren Zeitraum).

Gem√§√ü den Vorgaben muss bei 3 aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Au√üentemperatur unter 12 Grad Celsius sichergestellt sein, dass die Innenr√§ume ausreichend beheizt werden k√∂nnen. Die Mindesttemperatur in Wohnr√§umen liegt √ľblicherweise bei 20 Grad Celsius am Tag sowie 18 Grad Celsius in der Nacht, um eine behagliche und gesunde Wohnatmosph√§re zu gew√§hrleisten.

Heizperiode Mietwohnung: Grafik zur Mindesttemperatur
Haspa Insider

Die sogenannte Heizgrenze, sprich die Außentemperatur, ab der ein Beheizen von Innenräumen notwendig wird, liegt bei 15 Grad Celsius.

In Sachen optimale Raumtemperatur ist dabei ebenfalls zu beachten, dass die Temperaturen in der Wohnung nicht √ľber eine l√§ngere Zeit unter 15 Grad Celsius fallen sollten, da dies zu Feuchtigkeitsproblemen und Schimmelbildung f√ľhren kann. Eine funktionierende Heizung und richtiges Heizen k√∂nnen dabei nicht nur helfen, in einer angenehm warmen Wohnung zu leben, sondern auch gleichzeitig Energie zu sparen. Durch gezielte Nachtabsenkung und eine optimale Regelung der Heizung w√§hrend der Wintermonate kann der Energieverbrauch reduziert werden.

Weitere Informationen haben wir dir in unserem Artikel zum Heizkosten sparen zusammengestellt.

Zudem ist es ratsam, die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zu kontrollieren und gegebenenfalls durch die richtige Kombination aus L√ľften und richtigem Heizverhalten zu senken, um Schimmelbildung vorzubeugen. Alles dar√ľber erf√§hrst du in unserem Artikel zum Thema Luftfeuchtigkeit senken.

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Heizperiode Mietwohnung: Pflichten von Vermieter:innen & Mieter:innen

Während der Heizperiode in Mietwohnungen sind jeweils beide Seiten gefragt: Sowohl Vermieter:innen als auch Mieter:innen können und sollten dazu beitragen, eine angemessene Beheizung und Wohnqualität sicherzustellen.

Pflichten von Vermieter:innen

Vermieter:innen sind gesetzlich verpflichtet, sicherzustellen, dass die Heizungsanlage ordnungsgem√§√ü funktioniert und die Mietsache ausreichend beheizt werden kann, wenn die bereits oben genannten Voraussetzungen gelten. Dazu geh√∂rt auch die M√∂glichkeit f√ľr Mieter:innen, Warmwasser in ausreichender Menge zu erhalten.

Bei Problemen wie einer zu kalten Wohnung oder einer defekten Heizung hast du als Mieter:in das Recht, deinen Vermieter oder deine Vermieterin dar√ľber zu informieren und eine zeitnahe L√∂sung zu erwarten. F√§llt beispielsweise deine Heizung im Winter aus, hat deine Vermietung ab Kenntnisnahme 3 bis 4 Tage Zeit, den Mietmangel zu beheben und die Heizung wieder in Gang zu setzen. Eine genaue Frist ist hierbei jedoch gesetzlich nicht klar definiert.

Unter Umst√§nden k√∂nnen bei solch schweren Mietm√§ngeln, bei denen die Wohnverh√§ltnisse unzumutbar sind, sogar Mietminderung oder fristlose K√ľndigung f√ľr dich infrage kommen.

Zusammengefasst hei√üt das f√ľr deine Vermietung:

  • Sicherstellung der ordnungsgem√§√üen Funktion der Heizungsanlage
  • Gew√§hrleistung ausreichender Beheizung der Mietsache
  • Bereitstellung von Warmwasser in ausreichender Menge
  • Zeitnahe L√∂sung bei Problemen wie kalter Wohnung oder defekter Heizung

Funktioniert die Heizungsanlage und weist keine M√§ngel auf, deine Heizung wird trotzdem nicht warm, k√∂nnen auch andere Gr√ľnde infrage kommen. Vom Entl√ľften der Heizk√∂rper, was auch der/die Mieter:in in vielen F√§llen selbstst√§ndig √ľbernehmen kann, bis hin zum hydraulischem Abgleich der Heizungsanlage f√ľr eine gleichm√§√üige W√§rmeverteilung in allen R√§umen ist vieles denkbar. Ein geeigneter Fachbetrieb kann hier Abhilfe schaffen. Die Kosten tr√§gt dabei in der Regel der/die Vermieter:in.

Pflichten & Rechte von Mieter:innen

Eine grundlegende Heizpflicht per Gesetz gibt es in Deutschland weder f√ľr Vermieter:innen noch Mieter:innen. Dennoch hast du als Mieter:in die Verpflichtung daf√ľr Sorge zu tragen, dass keine fahrl√§ssigen Sch√§den an der Mietsache entstehen. Dazu z√§hlt unter anderem Schimmelbildung, die etwa dadurch zustande kommt, dass eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in deinen R√§umen herrscht. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn die Innentemperaturen in deinen Wohnr√§umen f√ľr eine l√§ngere Zeit unter 15‚ÄĮ¬įC fallen.

Somit ist es f√ľr dich als Mieter:in durchaus sinnvoll, die Heizung tags√ľber auf eine angemessene Temperatur einzustellen, um eine ausreichende Beheizung der R√§ume sicherzustellen. Nachts kann die Temperatur abgesenkt werden, um Energie zu sparen, jedoch sollte die Wohnung nicht so stark abk√ľhlen, dass es zu gesundheitlichen Problemen oder Feuchtigkeitssch√§den kommt.

Zusammengefasst bedeutet das f√ľr dich als Mieter:in:

  • Tags√ľber angemessene Temperatur einstellen, um ausreichende Beheizung der R√§ume zu gew√§hrleisten
  • Nachtabsenkung zur Energieeinsparung, jedoch Vermeidung gesundheitlicher Probleme und Feuchtigkeitssch√§den
Heizperiode Mietwohnungen: Grafik zu Pflichten der Vermieter:innen
Haspa Insider

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FAQ zu Heizperiode Mietwohnung

Bei welcher Außentemperatur Heizung an?

Je nach Baujahr und energetischem Standard der Immobilie: In der Regel sollte bei Au√üentemperaturen von etwa 12 bis 15‚ÄĮ¬įC mit dem Heizen begonnen werden, um eine angemessene Raumtemperatur zu gew√§hrleisten.

Heizperiode: Wann sollte man anfangen zu heizen?

Die Heizperiode beginnt in Deutschland in der Regel Anfang Oktober und endet Ende April. Je nach Witterung und Region kann dieser Zeitraum jedoch abweichen. Etwa von September bis Mitte/Ende Mai.

Welche Raumtemperatur muss der/die Vermieter:in garantieren?

Dein:e Vermieter:in muss eine Mindesttemperatur von 20‚ÄĮ¬įC am Tag sowie mindestens 18‚ÄĮ¬įC in der Nacht gew√§hrleisten. Erst wenn die Au√üentemperaturen so hoch sind, dass diese Temperaturen auch ohne Heizung in der Wohnung gew√§hrleistet sind, darf die Heizung abgeschaltet werden.

Außerhalb der Heizsaison: Was tun, wenn es im Sommer kalt ist?

Auch im Sommer gilt: Fallen die Temperaturen √ľber einen bestimmten Zeitraum unter einen gewissen Punkt, sodass die Mindesttemperatur (20‚ÄĮ¬įC tags√ľber / 18‚ÄĮ¬įC nachts) in Wohnr√§umen nicht mehr ohne Heizung gew√§hrleistet ist, ist der/die Vermieter:in dazu verpflichtet, die Heizung anzustellen.