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Erbe & Erbschaft: Ein Mann und eine Frau sitzen an einem Tisch und schauen traurig drein Pexels / Mikhail Nilov

Erbe & Erbschaft verstehen Was im Todesfall wirklich zählt

Rund um das Thema Erbe & Erbschaft gibt es viele Dinge zu beachten. Dieser Artikel liefert dir einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen sowie die organisatorischen Schritte und gibt Hilfestellung beim Umgang mit finanziellen Themen wie Steuern und Freibeträgen.

Erbe & Erbschaft: Short Facts im Überblick

  • Das bedeutet es zu erben: wirst du als Erb:in eingesetzt bedeutet das, dass du das Vermögen und auch die Rechte und Pflichten einer verstorbenen Person nach deren Ableben übernimmst.
  • In diesen Fällen brauchst du einen Erbschein: Einen Erbschein brauchst du in vielen Fällen, um deine Erbenstellung nachzuweisen. Gerade wenn es um Banken, Versicherungen oder Immobilien geht, oder kein Testament vorliegt, wird oft ein Erbschein verlangt.
  • Erbe ausschlagen: Wenn der Nachlass überschuldet ist solltest du überlegen, das Erbe auszuschlagen. Auch wenn du z.B. eine Immobilie erbst und deren Sanierungskosten unkalkulierbar sind, könnte es sich lohnen, das Erbe auszuschlagen.
  • Erbschaftsteuer: Auf Erbschaften, die über die Freibeträge hinausgehen, fällt Erbschaftsteuer an. Die Höhe der Steuer richtet sich dabei nach dem Verwandschaftsgrad und der Höhe des Erbes.

Erbe & Erbschaft verstehen: Was bedeutet es zu erben?

Der Begriff der Erbschaft ist vielen ein Begriff, doch was bedeutet das eigentlich genau? Erben bedeutet in der Regel, dass eine Person das Vermögen und auch die Rechte und Pflichten einer verstorbenen Person übernimmt, sobald diese verstirbt. Eine Erbschaft kann dabei entweder durch die gesetzliche Erbfolge oder auch durch ein Testament festgelegt werden. Der Erbe oder die Erbin tritt in Fußstapfen der Erblasser:in, was bedeutet, dass sowohl das Vermögen als auch eventuelle Schulden und Verpflichtungen der erstorbenen Person übernommen werden. 

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Erbe & Erbschaft: Was ist die gesetzliche Erbfolge?

Liegt im Todesfall kein Testament oder ein Erbvertrag vor, gilt die sogenannte gesetzliche Erbfolge. Die gesetzliche Erbfolge bedeutet, dass der Gesetzgeber bestimmt, welche Personen die Erb:innen des Erblassers oder der Erblasserin werden. Deshalb wird in solchen Fällen auch oft vom  „Erben nach Gesetz“ gesprochen.

In der gesetzlichen Erbfolge wird der hinterbliebene Ehepartner oder die Ehepartnerin in der Regel als Erstes berücksichtigt. Auch Lebenspartner:innen sind hier gleichgestellt. Darauf folgen die sogenannten Erben und Erbinnen erster Ordnung. Das sind die ehelichen und nicht ehelichen Kinder der oder des Verstorbenen. Ist die erblassende Person unverheiratet, erben nur die Kinder. Gibt es keine gesetzlichen Erben und Erbinnen erster Ordnung, kommen die Erben und Erbinnen zweiter Ordnung zum Zug und so weiter. 

Gut zu wissen


Ehepartner:innen haben eine Sonderstellung, aber werden streng genommen nicht als Erstes berücksichtigt. Das Erbrecht in Deutschland basiert auf dem Prinzip der (Bluts-)Verwandtschaft. Gerade der Ehepartner ist die einzige Person die nicht mit der erblassenden Person verwandt ist und hat im BGB eine Sonderstellung. Daher erben diese mit, aber werden nicht als erstes berücksichtigt. Ihr Erbanteil richtet sich vielmehr nach dem Güterstand.

Pflichtteil & Enterbung: Was steht mir zu?

Die Verteilung des Erbes lässt sich nicht immer komplett frei wählen, auch nicht mit einem Testament oder einem Erbvertrag. Erblasser:innen können ihr Vermögen zwar vererben, an wen sie wollen, allerdings nicht gänzlich. Der sogenannte Pflichtteil beim Erbe legt Ansprüche auf einen Teil der Erbschaft fest, die von der im Testament festgelegten Reihenfolge abweichen.

So sollen enge Familienangehörige davor bewahrt werden, durch ein Testament komplett leer auszugehen, auch wenn sie normalerweise erbberechtigt wären. Der Pflichtteil besteht dabei aus einem Geldanspruch in halber gesetzlicher Erbquote. Das bedeutet: Der Anspruch beträgt die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils und wird in Form einer Geldzahlung geltend gemacht. 

Erbschein: Dazu dient er und so beantragst du ihn

Im Rahmen einer Erbschaft ist ein Erbschein nicht immer notwendig, vor allem dann nicht, wenn ein notarielles Testament vorliegt. Bei einem handgeschriebenen Testament kann ein Erbschein als amtliches Dokument allerdings sehr hilfreich sein, um deine Erbenstellung nachzuweisen. Gerade wenn es um Banken, Versicherungen oder Immobilien geht, wird oft ein Erbschein verlangt, um zu zeigen, wer berechtigt ist, über das Vermögen zu verfügen.

Erbe & Erbschaft: Familie bei einer Beerdigung
Unsplash / The Good Funeral Guide

Erbe & Erbschaft: Wann lohnt es sich, ein Erbe auszuschlagen?

Eine Erbausschlagung gibt Erb:innen die Möglichkeit, eine unerwünschte Erbschaft abzulehnen. Dieses Recht, zu der Hinterlassenschaft Nein zu sagen, soll Erb:innen schützen. Denn im Falle einer Erbschaft erhältst du nicht nur das Vermögen, sondern auch die Schulden der verstorbenen Person. Für diese Schulden haftest du dann mit deinem Privatvermögen. Es lohnt sich also vor allem dann, eine Erbschaft auszuschlagen, wenn der Nachlass nur aus Schulden besteht, oder die Immobilie, die du erben würdest, sanierungsbedürftig ist.

Erbschaftsteuer: Das musst du ans Finanzamt abführen

Die Erbschaftsteuer ist eine Steuer, die nach dem Tod einer Person auf ihr Vermögen erhoben wird, sobald dieses auf die Erb:innen übergeht. Vor allem Vermögenswerte wie Geld, Wertpapiere, Immobilien und Schmuck fallen unter die Erbschaftsteuer. Um Erb:innen zu entlasten, gewährt der Gesetzgeber großzügige Erbschaftsfreibeträge. So erhalten Ehegatten und eingetragene Lebenspartner:innen einen Freibetrag von 500.000 €. Erst auf die Summe, die diesen Freibetrag übersteigt, wird Erbschaftsteuer fällig. Die Höhe der Steuer richtet sich dabei nach der Höhe des Erbes und dem VErwandschaftsgrad.

Erbe & Erbschaft: Dann solltest du dir anwaltliche Hilfe holen

Im Rahmen einer Erbschaft ist es zwar nicht immer notwendig, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, dennoch kann rechtlicher Beistand in manchen Fällen unerlässlich sein: 

  • Du bist Teil einer Erbengemeinschaft

    In einer sogenannten Erbengemeinschaft können Streitigkeiten entstehen. Eine Anwältin oder ein Anwalt hilft dabei, damit professionell umzugehen.

  • Du möchtest einen Erbschein beantragen

    Bei der Beantragung eines Erbscheins, insbesondere wenn es Unklarheiten über die Erbfolge oder den Nachlass gibt, hilft dir ein Anwalt oder eine Anwältin, den Antrag korrekt zu stellen und offene Fragen zu klären. Dieser Antrag muss dann aber noch an das zuständige Nachlassgericht gestellt werden. Alternativ kannst du den Erbschein auch direkt über eine Notarin oder einen Notar beantragen. Diese wissen genau welche Formalitäten erfüllt sein müssen.

  • Du möchtest ein Testament anfechten

    Wenn du ein Testament anfechten möchtest, ist anwaltliche Unterstützung zwingend erforderlich, um deine Rechte durchzusetzen. 

  • Der Nachlass ist komplex

    Bei einem umfangreichen oder komplexen Nachlass, der beispielsweise Immobilien, Unternehmen oder auch Vermögen im Ausland umfasst, können Anwält:innen die Bewertung und Abwicklung erleichtern.

  • Es gibt Streitigkeiten rund ums Erbe

    Gibt es Uneinigkeiten über die Auslegung eines Testaments, die Verteilung des Nachlasses oder die Berechnung von Pflichtteilsansprüchen, helfen Anwält:innen, die Interessen der verschiedenen Parteien zu vertreten und eine Lösung zu finden. 

Fazit: Gut informiert entscheiden – ob annehmen, ausschlagen oder planen

Bei einer anstehenden Erbschaft gibt es viele Dinge zu beachten. Da neben den emotionalen Herausforderungen auch noch rechtliche Fragen hinzukommen, kann es sich lohnen, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das kann vor allem bei der Frage, ob du die Erbschaft annehmen oder ausschlagen sollst, eine gute Idee sein.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was ist der Pflichtteil beim Erbe?


Ein gesetzlicher Mindestanspruch für nahe Angehörige, selbst bei Enterbung. Einen Pflichtteilsanspruch besitzen lediglich der Ehepartner, die Abkömmlinge und unter Umständen die Eltern des Erblassers.

Wann muss ich Erbschaftsteuer zahlen?

Wenn das Erbe bestimmte Freibeträge übersteigt – abhängig vom Verwandschaftsgrad.

Was ist ein Erbschein und wofür brauche ich ihn?

Er weißt dich als rechtmäßige:n Erb:in aus – z.B. gegenüber Banken.

Kann ich ein Erbe ausschlagen?

Ja, innerhalb von 6 Wochen beim Nachlassgericht.

Wann ist eine Anwältin oder ein Anwalt für Erbrecht sinnvoll?

Bei Streit, komplexen Erbfolgen oder Unsicherheiten über Steuern und Pflichtteile.