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Wärmedämmung Fenster: Überblick, Kosten & Förderung

Wärmedämmung Fenster: Junges Pärchen, das ihr Fenster renoviert S-Com / Getty Images / Johner RF

Wenn du in einem Altbau wohnst, kennst du es vielleicht: das unangenehme Ziehen, obwohl alle Fenster geschlossen sind. Speziell ältere Fenster neigen oftmals zu undichten Stellen, was einen unnötigen Wärmeverlust und erhöhte Heizkosten zufolge haben kann. Daher bekommst du von uns einen umfassenden Überblick über die ideale Fensterdämmung, Kosten, Fördermöglichkeiten sowie Tipps für Mieter:innen.

Wohnst du in einem älteren Bestandsgebäude und beschäftigst dich mit der Thematik der energetischen Haussanierung – sei es aufgrund der Tatsache, dass du deinen Wärmebedarf senken und Heizkosten sparen willst oder aufgrund des Umweltaspektes, zählt neben dem Tausch alter Heizkörper und zur Dämmung der Gebäudehülle auch der Austausch alter Fenster. Im Schnitt können zwischen 20 und 30 % der Wärme über undichte Fenster und Türen an die Umgebung verloren gehen.

Fassadendämmung Kosten, Dachdämmung Kosten, Wärmedämmung Fenster: Grafische Hausabbildung zum Wärmeverlust über das Gebäude
Haspa Insider

Doch wann ist es wirklich notwendig Fenster auszutauschen? Während moderne Fenster 40 bis 50 Jahre alt werden können, beträgt die Lebensdauer von alten Fenstern aus den 80er- und 90er-Jahren lediglich um die 20 Jahre. Doch auch bei sichtbaren Schäden, einem defekten Schließmechanismus, der dauerhaften Bildung von Kondenzwasser oder bei spürbarer Zugluft solltest du einen Tausch in Erwägung ziehen. 

Vorteile der Sanierung alter Fenster im Überblick

Damit du einen ersten Gesamteindruck über die Vorteile moderner Wärmeschutzfenster bekommst, haben wir dir die wichtigsten Punkte einmal übersichtlich zusammengestellt:

  • Energieeinsparungen: Neue Fenster mit verbesserter Wärmedämmung reduzieren den Wärmeverlust und ermöglichen somit ein effizienteres Heizen im Winter und Kühlen im Sommer. Dies kann mittel- bis langfristig zu geringeren Energiekosten führen.
  • Klimaschutz: Durch die Reduzierung des Energieverbrauchs trägt die Wärmedämmung von Fenstern zur Verringerung des CO2-Ausstoßes bei, was positive Auswirkungen auf die Umwelt und den Klimaschutz hat.
  • Behaglichkeit im Innenraum: Gut isolierte Fenster minimieren Zugluft und Kältezonen in Wohnräumen, was zu einem angenehmeren Raumklima und gesteigertem Komfort führt.
  • Verbesserung des Raumklimas: Durch die Vermeidung von Kondensation an Fenstern wird das Risiko von Schimmelbildung minimiert, was zu einem gesünderen Raumklima beiträgt.
  • Schallschutz: Moderne Fenster bieten oft auch einen verbesserten Lärmschutz, was besonders in stark frequentierten oder lauten Umgebungen den Geräuschpegel im Innenraum reduziert.
  • Optische Aufwertung: Neue Fenster können das ästhetische Erscheinungsbild eines Gebäudes verbessern und ihm ein modernes, frisches Aussehen verleihen.
  • Wertsteigerung der Immobilie: Eine energetische Sanierung, einschließlich der Erneuerung von Fenstern und Außentüren, kann den Wert einer Immobilie steigern. 
  • Verbesserter Einbruchschutz: Nicht nur im Erdgeschoss bieten sich abschließbare Fenster an, die die Wahrscheinlichkeit von Einbrüchen reduzieren können. Schau zu diesem Thema auch einmal bei unserem Artikel zum Einbruchschutz in der dunklen Jahreszeit vorbei und hol dir weitere Tipps.

Woran man gute Fenster erkennen kann

Die Qualität von Fenstern wird maßgeblich durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Ein entscheidendes Merkmal hierbei ist natürlich die Verglasung. Energieeffiziente Fenster zeichnen sich durch eine hochwertige Wärmeschutzverglasung mit 3-fach Verglasung aus, die sowohl im Winter die Wärme im Inneren des Gebäudes hält als auch im Sommer vor übermäßiger Hitze schützt.

Insider-Tipp: Der Feuerzeugtrick

Bist du dir nicht sicher, um welche Verglasung es sich bei deinem Fenster handelt, gibt es einen ganz simplen Trick, für den du lediglich ein Feuerzeug benötigst. Betrachtest du die Reflexion der Flamme in der Fensterscheibe im 45°-Winkel, erkennst du bei 2-fach verglasten Fenstern 4 Flammen, bei einer 3-fach Verglasung hingegen 6 Flammen. Bei einer Doppelreflexion mit einer farbigen Flamme handelt es sich um eine Wärmeschutzbeschichtung.

Achte auch auf die Art der Glaspaneele. Mehrere, einzeln verarbeitete Scheiben in Kombination mit einer speziellen Gasschicht zwischen den Glasschichten – beispielsweise aus Argon, Krypton oder Xenon – verbessern die isolierenden Eigenschaften erheblich. Grund hierfür: Diese Gase leiten Wärme deutlich schlechter als Luft. Gleichzeitig wird auch der Schallschutz erhöht.

Weiterhin spielt die Beschaffenheit des Fensterrahmens eine wichtige Rolle bei gut isolierten Fenstern. Gedämmte Fensterrahmen bestehen oftmals aus PVC, Holz oder Aluminium. Sie tragen bei guter Qualität zur Minimierung von Wärmeverlusten bei. Wichtig: Der Rahmen sollte optimal abgedichtet sein, um undichte Stellen und Wärmebrücken zu vermeiden.

Ein weiterer Indikator für Qualität ist der sommerliche Wärmeschutz. Moderne, energieeffiziente Fenster bieten nicht nur im Winter, sondern auch in den heißen Monaten eine ausgezeichnete Isolierung. Diese Fenster verhindern, dass Wärme von außen eindringt, was den Komfort im Inneren steigert.

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Alles im Blick: Die Wärmedämmwerte

Um die Effizienz einer Fensterdämmung zu bewerten, spielen verschiedene Wärmedämmwerte eine entscheidende Rolle. Ein zentraler Parameter ist hierbei der sogenannte U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient. Dieser Wert gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil wie zum Beispiel ein Fenster hindurchgeht.

Wärmedämmung Fenster: Grafik über verschiedene Uw-Werte der verschiedenen Verglasungen über die Jahre
Haspa Insider

Die Mindestanforderung an den U-Wert für Fenster ist gesetzlich festgelegt. Nach Gebäudeenergiegesetz (GEG) liegt der Uw-Wert bei gegen die Außenluft abgrenzende Fenster und Fenstertüren in Wohngebäuden mindestens bei 1,3 W/qm x K, bei gegen die Außenluft abgrenzende Dachflächenfenster bei mindestens 1,4 W/qm x K bei Wohngebäuden.

Merke: Ein niedriger U-Wert ist ein guter U-Wert und zeigt eine effiziente Dämmung an.

Folgende Tabelle gibt dir einen Überblick über wichtige Dämmwerte und ihre Bedeutung:

BegriffBeschreibung
U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)Misst die Wärmemenge, die durch ein Bauteil dringt. Ein niedriger U-Wert bedeutet eine effizientere Wärmedämmung.
g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad)Gibt an, wie viel solare Energie durch das Fenster hindurchgelassen wird. Berücksichtigt passive Solarenergiegewinne.
Uf-Wert (U-Wert des Rahmens)Misst die Wärmeleitfähigkeit des Fensterrahmens. Ein niedriger Uf-Wert ist wichtig für eine gute Gesamtwärmedämmung.
Ug-Wert (U-Wert der Verglasung)Misst die Wärmeleitfähigkeit der Verglasung. Ein niedriger Ug-Wert ist entscheidend für die Effizienz der Fensterdämmung.
Uw-Wert (Gesamtwert des Fensters)Berücksichtigt den U-Wert des Rahmens und der Verglasung. Ein niedriger Uw-Wert zeigt eine effektive Gesamtwärmedämmung an.
k-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient für Bauteile/Materialien)Misst die Wärmeleitfähigkeit von Bauteilen oder Materialien. Ein niedriger k-Wert deutet auf eine gute Wärmedämmung hin.

Alte Fenster austauschen: Kosten & Förderung

Bei einem Austausch deiner alten Fenster kannst du mit durchschnittlichen Kosten zwischen etwa 400 und 1.150 € pro Fenster gerechnet werden. Einzelne Kostenpunkte sind hier beispielsweise:

  • Ausbau und Entsorgung der alten Fenster (ca. 50 bis 100 € je Fenster)
  • Preise für neue Fenster (je nach Qualität, Rahmen & Verglasungsart ca. 250 bis 600 € je Fenster)
  • Einbau der neuen Fenster (je nach Unternehmen ca. 100 bis 200 € je Fenster)

Die Erneuerung sowie Ersatz oder erstmaliger Einbau von Fenstern, Außentüren und Außentoren zählt zu den Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle und ist somit durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig.

Wichtig zu beachten: Für die Antragstellung benötigst du die Einbindung eines/einer Energie-Effizienz-Expert:in. Dann beträgt der Grundfördersatz 15 % der förderfähigen Ausgaben. Verfügst du über einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erhältst du einen zusätzlichen Bonus über 5 %.

Weiterhin hast du alternativ die Möglichkeit bis zu 20 % deiner Investitionskosten über 3 Jahre verteilt über deine Steuererklärung zurückzuerhalten. Bedenke jedoch: Die steuerliche Behandlung hängt auch von deinen persönlichen Verhältnissen sowie den aktuellen und künftigen gesetzlichen Regelungen ab.

Neue Fenster finanzieren lassen

Neben der staatlichen Förderung ist auch eine Finanzierung deiner Fenstererneuerung denkbar, denn insbesondere wenn du direkt alle Fenster deines Gebäudes auf einmal erneuern willst, kann das schnell teuer werden. Der Wohngebäude-Kredit 261 der KfW könnte dann für dich infrage kommen. Dieser spezielle Kredit für die energetische Sanierung deines Hauses oder deiner Wohnung bietet je nach Kondition unterschiedlich hohe Tilgungszuschüsse.

Für mehr Informationen zum KfW-Förderkredit kannst du am besten direkt einen Beratungstermin bei deinem/deiner Haspa-Berater:in vereinbaren.

Bei unserem Artikel zur Förderung der energetischen Sanierung erhältst du ebenfalls weitere nützliche Infos rund um Fördermittel und Finanzierungsmöglichkeiten.

Wärmedämmung Fenster: Worauf du beim Austausch achten solltest

Du musst nicht immer direkt das ganze Fenster austauschen, auch wenn es bereits in die Jahre gekommen ist. Weitere Möglichkeiten könnten auch sein:

  • Das Fensterglas austauschen (beispielsweise von einer 2-fach Verglasung auf Mehrscheiben-Isolierglas)
  • Fensterrahmen isolieren
  • Abdichtung der Fensterfugen (gerade bei alten Fenstern können diese porös werden)
  • Fensterfolie zur zusätzlichen Isolierung nutzen (speziell die Fensterscheibe kann in Bezug auf den Wärmeverlust eines Hauses eine Schwachstelle bieten)

Bei der Erneuerung von Fenstern für eine effektive Wärmedämmung sind mehrere Aspekte zu beachten. Hier sind einige Punkte, die du beim Fenstertausch beachten solltest:

Isolierglas: Priorität auf Wärmeschutz setzen

  • Wähle bei der Scheibe der Fenster eine hochwertige Isolierverglasung
  • Berücksichtige Mehrscheiben- oder sogar 3-fach Verglasung für eine verbesserte Dämmung

Fensterdämmung in Kombination: Ganzheitlichen Ansatz verfolgen

  • Verfügt dein Haus bereits über eine Innendämmung? Neue Fenster sind ein guter Ansatz, doch denke auch über eine entsprechende Wärmedämmung der Fassade, des Daches oder der oberen Geschossdecke nach, um deinen Wärmebedarf optimal zu reduzieren

Wärmeschutzfenster: Investition in die Zukunft

  • Entscheide dich für Fenster, die nicht nur den aktuellen, sondern auch zukünftigen Wärmeschutzanforderungen entsprechen
  • Nutze staatliche Förderprogramme für energieeffiziente Maßnahmen

Einbau: Professionelle Handhabung sicherstellen

  • Lass den Einbau von erfahrenen Fachleuten durchführen, um Undichtigkeiten und Fehler zu vermeiden
  • Achte auf eine fachgerechte Abdichtung gegen Wärmeverlust und mögliche Wärmebrücken

Zusatz: Außenliegender Sonnenschutz für heiße Sommermonate

  • Erwäge den Einsatz von außenliegenden Sonnenschutzlösungen wie Rollläden, Markisen oder spezielle Folien
  • Diese Option bietet nicht nur Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung, sondern reduziert auch die Aufheizung der Räume

Fenster isolieren: Tipps & Tricks für Mieter:innen

Als Mieter:in hast du oftmals nur begrenzte Möglichkeiten, Veränderungen vorzunehmen. Der erste Schritt, wenn du merkst, dass es bei dir in der Wohnung zieht, ist natürlich deiner Vermietung Bescheid zu geben. In den meisten Fällen ist auch dieser daran gelegen, den Wärmeverbrauch nicht unnötig hoch zu halten, sondern etwas dagegen zu unternehmen.

Wird das entsprechende Fenster jedoch nicht direkt ausgetauscht, hast du ebenfalls ein paar Möglichkeiten, deine Fenster selbstständig zu isolieren und etwas fitter für den nächsten Winter zu machen.

Prüfung des Fensterrahmens

  • Untersuche den Fensterrahmen auf mögliche undichte Stellen. Achte besonders auf alte Dichtungen, die ihre Funktionalität verloren haben könnten
  • Flammen-Trick: Halte ein Teelicht in die Nähe der Fenster und prüfe, ob Zugluft die Flamme flackern lässt
  • Papier-Trick: Klemme ein Stück Papier in das geschlossene Fenster. Kannst du es ganz leicht herausziehen, dürfte dein Fenster eine neue Dichtung vertragen

Neue Dichtungen anbringen & Fensterflügel abdichten

  • Ersetze alte Dichtungen durch neue, um undichte Stellen abzudichten
  • Nutze Dichtungsprofile wie E-Profil oder P-Profil für eine effektive Abdichtung
  • Bringe Dichtungsbänder an den Fensterflügeln an, um zusätzliche Isolierung zu gewährleisten – diese kannst du im Baumarkt oder online für wenig Geld bestellen
  • Achte darauf, dass die Dichtungen den gesamten Umfang des Fensterflügels abdecken

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Zusätzliche temporäre Lösungen nutzen

  • Nutze isolierende Vorhänge
  • Verwende Zugluftstopper, die du auf die Fensterbank legen kannst
  • Bringe transparente Isolierfolien auf den Fensterflächen an, um Wärmeverluste im Winter zu minimieren und einen Teil der Wärme im Sommer draußen zu halten

Regelmäßige Wartung

  • Überprüfe die isolierten Bereiche regelmäßig, um sicherzustellen, dass die Dichtungen intakt sind
  • Erneuere bei Bedarf die Dichtungen und ergreife zusätzliche Maßnahmen

Energetische Sanierierung im Überblick

Eine Sanierung deiner Bestandsimmobilie ist eine ideale Möglichkeit, um nachhaltiger zu leben und langfristig Heizkosten zu sparen. Wenn du noch weitere Tipps brauchst, wirf doch mal einen Blick auf unsere anderen Artikel!

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